E-Autos Jobverluste: Thüringer Gewerkschafter sehen Mobilitätswende kritisch

Thüringer Gewerkschafter befürchten durch die Energie- und Mobilitätswende Jobverluste in der Industrie. Für den Bau von Elektroautos würden demnach weniger Arbeiter benötigt als für Verbrenner. Auch die Energiewende gefährde Jobs. Über die Frage nach dem Ausbau von Windkraft sind Thüringer Politiker uneinig.

Tesla Ladestation
E-Antriebe werden aus deutlich weniger Teilen gebaut, als herkömmliche Verbrennungsmotoren. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Sven Simon

Thüringer Gewerkschafter sehen die Energie- und Mobilitätswende kritisch. Uwe Laubach von der IG Metall sagte am Dienstag bei einer industriepolitischen Diskussion des DGB in Eisenach, es sei schlichtweg falsch, dass durch die Elektromobilität mehr Jobs entstünden als durch den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor verloren gingen. Viele Unternehmer glaubten zudem nach wie vor, dass der Verbrenner auch im Jahr 2030 noch produziert werden können.

Laubach warnte, viele Jobs gingen zurzeit in der Autobranche verloren. Seinen Angaben nach müsse hier die Politik gegensteuern und den Beschäftigten eine Perspektive geben. Andreas Schmidt von der IG Bergbau-Chemie-Energie warnte vor einer schlecht geplanten Energiewende. Auch sie gefährde Arbeitsplätze zusätzlich.

Energiewende: Thüringer Politiker bei Windkraft-Frage gespalten

Thüringer Politiker reagierten bei der Diskussion unterschiedlich auf die Warnungen. Während Thadäus König von der CDU einen Ausbau der Windkraft wegen Widerständen in der Bevölkerung für schwierig hält, forderten Olaf Müller von den Grünen und Andreas Schubert von der Linken, den Bau von neuen Wasserkraftwerken und Windrädern - auch in den Wäldern.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 07. September 2021 | 21:30 Uhr

21 Kommentare

emlo vor 6 Wochen

@Anni22: Zu Ihrer Frage nach dem Verbrenner-Ausstieg: Eine genaue Zahl kann ich Ihnen nicht nennen. Aber suchen Sie einmal mit den Worten "verbrenner verbot weltweit" im Internet. U.a. bei einer großen deutschen Auto-Zeitschrift gibt es da einen aktuellen Artikel vom 15.07.2021 mit dem Titel "VERBOT VON DIESEL- UND BENZINER-AUTOS Die Ausstiegs-Fahrpläne der EU und der Länder".
Hybrid habe ich anfangs auch für Betrug gehalten, und manche Fahrer betrügen da wohl auch wirklich. Wenn man aber davon ausgeht, dass ein Großteil der PKW-Fahrten eher kürzere Strecken bis 50km umfasst, so sind diese mit einem Plugin-Hybrid durchaus rein elektrisch zu bewältigen. Der Verbrenner kommt dann nur noch bei längeren Strecken zum Einsatz. Sofern man das konkret so durchzieht, ist das als Übergangslösung durchaus vertretbar.

Anni22 vor 6 Wochen

@ emlo Noch eine Warnung, Absichtserklärungen geben Länder immer gerne ab, vor allem die USA. Gemacht wird dann je nach Wahlausgang aber was ganz anderes.

Anni22 vor 6 Wochen

@ emlo Das Ziel einiger Parteien ist keine Verbrenner mehr zu bauen und fahren zu lassen. Hybrid ist Betrug, so tun als ob man E-Auto fährt und dafür noch Subventionen abfassen....
Wie viel Staaten weltweit haben denn den totalen Ausstieg beschlossen?
Grob fahrlässig ist, alles auf eine Karte zu setzen.

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