Eisenach Gericht erlaubt vollständigen Abriss des Kurhotels "Fürstenhof"

Die Stadt Eisenach muss den vollständigen Abriss des früheren Hotels "Fürstenhof" erlauben. Das hat das Verwaltungsgericht Meiningen entschieden. Laut Urteil muss die Stadt dem Eigentümer der Immobilie die bislang verwehrte Genehmigung für den Abriss der Bornemannschen Villa und eines Nebengebäudes mit dem Schriftzug "Fürstenhof" erteilen. Die Bornemannsche Villa ist bereits eingefallen und das Nebengebäude allein ist nach Einschätzung des Gerichts nicht mehr ortsprägend. Beide Gebäudeteile gehören zum Hotelkomplex.

Ruine des Hotel Fürstenhof Eisenach in Eisenach
Die Ruine des Hotels "Fürstenhof" im Jahr 2020 Bildrechte: dpa

"Fürstenhof" prägte Stadtbild in Eisenach - und verfiel

Der "Fürstenhof" war 1902 als Kurhotel eröffnet worden. Das große Gebäude-Ensemble prägte lange Zeit das Bild der Stadt Eisenach. Das Hotel ist seit 1996 geschlossen und seitdem teilweise stark verfallen. Der jetzige Eigentümer hatte 2014 den kompletten Abriss beantragt. Die Stadtverwaltung hatte aber nur einen Teilabriss genehmigt. Die Bornemannsche Villa und das Gebäude mit dem "Fürstenhof"-Schriftzug seien städtebaulich prägend, so die Begründung.

Nach Einschätzung des Gerichts ist die Bornemannsche Villa bereits in einem irreparablen Zustand. Dieser präge auch das Gesamtbild des Hotel-Komplexes.

das ehemalige Hotel "Fuerstenhof" 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Fr 27.08.2021 19:00Uhr 01:52 min

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Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Nachrichten regional | 31. August 2021 | 11:30 Uhr

9 Kommentare

Paire vor 7 Wochen

Falsch ! Der Fürstenhof brannte bereits in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts fast vollständig aus. Danach wurde es wieder aufgebaut, aber nicht wie vorher. Der Fürstenhof stand also nie unter Denkmalschutz.
In den 40 Jahren DDR wurde, wie so oft, nichts in das Gebäude investiert, der Verfall begann parallel zum Verfall der DDR. Die Stadt Eisenach hatte nach der Wende Vorkaufsrecht, war aber froh, dass sie es an einen Käufer losgeworden ist. Den jetzigen Zustand, hat einzig und allein die rote Stadtverwaltung Eisenachs zu verantworten. Die Abrissgenehmigung hätte schon längst erteilt werden können. Jeder Besucher der Stadt schüttelte nur den Kopf. Die Gerichtsentscheidung ist nun eine schallende Ohrfeige für Katja Wolf und Genossen !

DermbacherIn vor 8 Wochen

Der Eisenacher Fürstenhof ist nicht mehr zu retten, da hat sich die Stadt Eisenach einfach zu spät bewegt, viel schlimmer sind die sechs Stadtvillen, die dort jetzt entstehen sollen, die gelinde gesagt eine architektonische Zumutung sind!

klaas vor 8 Wochen

Das Thema läuft seit Jahren, die Stadt war nicht in der Lage das Hotel zu kaufen für 70000DM ! Nach der Wende kaufte ein Hotelunternehmen den Fürstenhof , es wurden nur staatliche Fördergelder verwertet die aber nicht in das Gebäude investiert wurden, nur neue Fenster bringt nicht viel. In Eisenach gibt es einige Bürger , die die Realitäten nicht einsehen.

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