IG Metall 1.500 Metaller demonstrieren für Erhalt des Opelwerks

Die Kundgebung ist Teil eines bundesweiten Aktionstags der IG Metall und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie für einen fairen Strukturwandel in der Automobilindustrie. Bundesweit demonstrieren am Freitag Zehntausende Beschäftigte der Metallindustrie für sichere Arbeitsplätze und eine klimafreundlichen Industrie. Sie fordern Investitionen in Milliardenhöhe – auch in Mitteldeutschland.

Opelaner-Demo in Eisenach
Bundesweit werden zu Kundgebungen und Demonstrationen Zehntausende Teilnehmer erwartet, auch hier in Eisenach. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

In Eisenach demonstrieren rund 1.500 Menschen für staatliche Hilfen für die Automobilbranche. Die IG Metall fordert die künftige Bundesregierung auf, den anstehenden Wandel mit öffentlichen Investitionen zu unterstützen. Gewerkschafter aus allen Teilen Thüringens, aus Nordhessen, Zwickau und auch aus Frankreich sind nach Eisenach gereist. Hier geht es um die Zukunft des Opelwerks.

Kurzarbeit Null bis Jahresende

Unerwartet hatte der Mutterkonzern Stellantis Kurzarbeit Null bis Jahresende angeordnet. Die Sorgen der Beschäftigten sind nach Angaben von Uwe Laubach von der IG Metall Eisenach groß. So kurzfristig sei das Management noch nie vorgegangen.

Politiker erinnern Zusagen des Konzerns

Unterstützung bekommen die Opelaner aus der Politik. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow erinnerte in Eisenach an Zusagen der französichen Peugeot-Gruppe bei der Übernahme von Opel, das Unternehmen müsse ein deutscher Autobauer bleiben. Das deutsche Arbeitsrecht dürfen nicht durch die Ausgliederung von Standorten ausgehöhlt werden, so Ramelow.

Aktionstag der Gewerkschaften für fairen digitalen und ökologischen Wandel

Opelaner-Demo in Eisenach
Rund 1.500 Menschen haben am Mittag in Eisenach mehr staatliches Hilfe beim klimagerechten Umbau der Industrie gefordert. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Opelaner-Demo in Eisenach
Rund 1.500 Menschen haben am Mittag in Eisenach mehr staatliches Hilfe beim klimagerechten Umbau der Industrie gefordert. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Demonstrierende Opel-Mitarbeiter vor dem Werk Eisenach.
Bei einem Aktionstag der IG Metall und anderer Gewerkschaften stellten sie sich auch hinter das Eisenacher Opelwerk. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Opelaner-Demo in Eisenach
Ministerpräsident Bodo Ramelow mahnte das Management, Zusagen einzuhalten: Opel müsse ein deutscher Autobauer bleiben. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
viele Menschen in Roten Westen auf einer Demonstration
Die Beschäftigten machen sich große Sorgen um ihre Zukunft und sprachen das deutlich aus. Bildrechte: MDR/Florian Girwert
viele Menschen in Roten Westen auf einer Demonstration
Aus Sachsen, Nordhessen und ganz Thüringen waren sie angereist, eine kleine Delegation sogar aus Frankreich. Bildrechte: MDR/Florian Girwert
Demonstrierende halten ein Banner mit französischem Schriftzug hoch.
"Solidarität – egal, was auf dem Auto steht“ – dieser Ruf ertönte immer wieder. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Opelaner-Demo in Eisenach
Der klimagerechte Umbau der Industrie, der Weg zur Elektromobilität – die Beschäftigten der Metallindustrie haben Sorge, dass sie die Verlierer sein könnten. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
viele Menschen in Roten Westen auf einer Demonstration
Vielstimmig die Kritik am Opel-Mutterkonzern Stellantis. Bildrechte: MDR/Florian Girwert
Ein Mann hält eine Rede vor mehreren Demonstrierenden.
Es brauche einen Zukunftsplan für das Werk, forderte Wolfgang Lemb vom IG-Metall-Vorstand. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29. Oktober 2021 | 17:00 Uhr

Die Arbeitnehmer bräuchten Sicherheit in der Transformation der Autoindustrie. Dafür müsse auch Geld in die Hand genommen werden. Er verlangte, dass es keine Entlassungen in der Transformation geben solle. Die Produkte müssten verändert werden, nicht die Belegschaft.

Die Länderchefs von Thüringen, Rheinland-Pfalz und Hessen drängen weiter auf ein Gespräch mit dem Stellantis-Konzern. Ziel sei ein Gespräch mit Konzernchef Carlos Tavares im November. Sie halten dies für unabdingbar im Sinne einer guten Lösung für die Standorte. Dieses Gespräch soll im Vorfeld von den Wirtschaftsministern vorbereitet werden.

Opel-Mutter Stellantis mit Rückgängen bei Umsatz und Absatz

Der neue Opel-Mutterkonzern Stellantis hat im dritten Quartal dieses Jahres deutlich weniger Autos verkauft.

Opelaner-Demo in Eisenach
Das Europa-Geschäft läuft schlecht, die Beschäftigten machen sich Sorgen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Die Zahl der weltweit ausgelieferten Fahrzeuge ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um 27 Prozent auf 1,13 Millionen Stück zurück, wie der aus der Peugeot- und Opelmutter PSA und Fiat Chrysler fusionierte Konzern am Donnerstag in Amsterdam berichtete. Angaben zum Gewinn oder zu den Verkäufen der deutschen Marke Opel machte Stellantis nicht. Das erweiterte Europa-Geschäft, auf das Opel konzentriert ist, lief aber schlechter als im Gesamtkonzern. Der Quartalsabsatz ging um 36 Prozent auf 470 000 Autos zurück und der Umsatz um 21 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro.

Quelle: MDR Thüringen/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29. Oktober 2021 | 13:00 Uhr

12 Kommentare

Norbert 56 NRW vor 12 Wochen

Ich war 2 Wochen mit meinem bösen Dieseltraktor in Bad Münstereifel und habe einem Freund beim freischaufeln seines Hauses geholfen. Die Bevölkerung dort hat von jeder Art der Politik auf gut deutsch die Sch...ze voll. jetzt da nach der Wahl sich keiner mehr blicken lässt werden die Eifler das machen was Sie immer gemacht haben; sich selber helfen und keinen Deut um Bundesdeutsche Politikclowns und deren Gelaber scheren. Den Metallern wird es genauso gehen wie deren Kollegen im Ruhrgebiet. Verlagerung nach China, Indien und es werden wieder mal erstklassig ausgebildete Fachkräfte einfach fallen gelassen. Die E-Auto Blase wird an der Realität scheitern, und wir werden länger Verbrenner fahren als den Ideologen lieb sein wird. Wobei VW der schlimmste Finger ist, da dort noch die Landesregierung Niedersachsens in der GL sitzt. Aber der doofe deutsche Michel frisst ja alles was Wolfsburg vorsetzt. Generalstreik wäre das einzige was knallen würde, aber dafür fehlen die E..r.

Frau K. vor 12 Wochen

@Joda
Ich kann ihre Wut über den schlechten Nahverkehr auf dem Land verstehen, aber die, die ihn heute am meisten brauchen, haben nach der Wende keinen Meter mehr mit ÖPNV zurückgelegt. Für alles wurde das Auto genutzt. Eine Mitverantwortung liegt hier auch bei der ländlichen Bevölkerung. Wenn im Bus von Stadtroda bis Schleiz eine Peron sitzt - .....

Jedimeister Joda vor 13 Wochen

Die Messen sind gelesen. Jetzt wird nur noch abgewickelt und verschleudert. Es ist ja auch völlig unerheblich wo die Printen mit den vielen Fehlern zusammengeklebt werden. Sie taugen nicht, sie brauchen haufenweise Energie und verkrakeln den Platz in Stadt und Land. Autos sind sowas von out. Nein für die Dorfis und eingeborenen Doofis gibts das Lastenfahrrad. Für die urban feine Gesellschaft steht natürlich ein mehr als großzügiger Öpnv bereit. So müßt ihr weitermachen. Nur lange geht das nicht mehr, da holt euch der blanke Hans. Ich hab wenig Hoffnung für euch. Joda

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