Autoindustrie Werk in Eisenach bleibt Teil von Opel

Der Autokonzern Stellantis hat seinen Plan aufgegeben, die Produktionswerke der deutschen Tochter Opel auszugliedern. Damit bleibt das Werk Eisenach ein Standort der Opel Automobile GmbH. Die Einigung trifft in der Landespolitik auf positive Reaktionen.

Montage des Grandland bei Opel Eisenach
Anfang 2022 soll die Produktion bei Opel in Eisenach wieder aufgenommen werden. Bildrechte: imago images/Westend61

Der Autokonzern Stellantis hat seinen Plan aufgegeben, die Produktionswerke der deutschen Tochter Opel auszugliedern. Unternehmen und IG Metall teilten am Mittwoch mit, das Thüringer Werk Eisenach und der Stammsitz im hessischen Rüsselsheim würden innerhalb der deutschen Opel Automobile GmbH weitergeführt. Anfang Oktober waren Pläne von Stellantis bekanntgeworden, Eisenach und Rüsselsheim auszugliedern und direkt der Konzernführung zu unterstellen. Die IG Metall hatte daraufhin mit einem "massiven Konflikt" gedroht.

Opel-Produktion in Eisenach soll 2022 wieder anlaufen

Am Standort Eisenach soll die zwischenzeitlich wegen Teilemangels gestoppte Produktion zum Jahresbeginn 2022 wieder aufgenommen werden. Das Werk soll dann das gesamte Volumen des Modells Grandland herstellen, wie Stellantis erklärte. Der Wagen wurde zwischenzeitlich auch an anderen Stellantis-Standorten montiert.

Produktion des Grandland X im Opel-Werk Eisenach
Das Modell Grandland soll künftig nur in Eisenach vom Band laufen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Betriebsrat sieht Sicherheit für Opel-Beschäftigte

Betriebsrat und IG Metall sehen die Einigung als großen Erfolg. Dass der Grandland nun exklusiv in Eisenach gebaut werde, gebe den Arbeitern die nötige Sicherheit für die Zukunft, sagte der Betriebsratschef Bernd Lösche. Zudem sei mit dem Verbleib des Werkes unter dem Dach von Opel die Mitbestimmung gesichert.

Landespolitik begrüßt Übereinkunft

Die Einigung der Opelgeschäftsführung mit der Arbeitnehmervertretung stößt auf positive Reaktionen. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erklärte auf Twitter, die Solidarität habe sich gelohnt.

Ähnlich äußerte sich auch Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Der Einsatz von Beschäftigten, Gewerkschaft und Politik habe Früchte getragen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Raymond Walk sagte, die feste Zusage für den Grandland in Eisenach sei ein positives Signal. Gleichzeitig forderte Walk von der Landesregierung, den Transformationsprozess der Automobil- und Zulieferindustrie stärker zu fördern.

Quelle: MDR(seg,cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 17. November 2021 | 14:00 Uhr

3 Kommentare

Harka2 vor 9 Wochen

Bei dem hohen Automatisierungsgrad in der Fahrzeugindustrie, spielen die Lohnkosten eine zunehmend geringere Rolle. Der Standort Deutschland ist gar wohl attraktiv, dies sieht man auch daran, das gerade Automobilbauer neue Werke hochziehen.

Tpass vor 9 Wochen

Mal schauen wie lange das gut geht?? Man kann nur für die Belegschaft hoffen das es nicht mit vielen Millionen Euro auf Zeit finanziert wurde. Das Rad dreht sich weiter und auf Dauer können wir davon ausgehen das diese Standorte geschlossen werden…. Da ja der Standort Deutschland immer teurer wird und wir die Zukunftsinvestitionen verschlafen haben. Laut Pressemitteilung der DPA. Dann viel Glück 🍀

Harka2 vor 9 Wochen

Also will man nun doch die Standorte erhalten. Moment - nach den Aussagen vor zwei Monaten standen die doch gar nicht zur Debatte?! Anscheinend wohl doch! Also hat der Konzern vor zwei Monaten gelogen und es ging nicht nur um eine befristete Stilllegung. Sehr vertrauenswürdig, diese Statements der Konzerne!

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