Eisenach Thüringen eröffnet Themenjahr zu Luthers Bibelübersetzung

Thüringen widmet der Bibel-Übersetzung durch Martin Luther vor 500 Jahren ein Themenjahr. Es steht unter dem Motto "Welt übersetzen" und soll auf die Leistung des Augustinermönchs und Reformators hinweisen. Mit der Übersetzung des Neuen Testaments aus der griechischen in die deutsche Sprache hatte Luther die Heilige Schrift der breiten Bevölkerung zugänglich gemacht.

TTG-Marketingleiterin Martina Maaß und Superintendent Ralf-Peter Fuchs, Ministerpräsident Bodo Ramelow, Katja Wolf, Oberbürgermeisterin der Stadt Eisenach, vor der Georgenkirche in Eisenach.
"Luther legte das Fundament der deutschen Schriftsprache": Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (2.v.r.) mit Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (re.), Superintendent Ralf-Peter Fuchs und TTG-Marketingchefin Martina Maaß Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Kernstück des Themenjahres ist eine Festwoche im September 2022, wie Ministerpräsident Bodo Ramelow, Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (beide Linke) und der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Eisenach-Gerstungen, Ralf-Peter Fuchs, am Sonntag in Eisenach erläuterten. Dabei sollen vom 11. bis 18. September 2022 verschiedene Veranstaltungen rund um das Thema Übersetzung und deutsche Sprache stattfinden.

Ministerpräsident Ramelow sagte, das Themenjahr knüpfe an ein "sehr erfolgreiches Reformationsjubiläum" an.

Vor 500 Jahren ist eine globale Großtat vollzogen worden. Luther legte das Fundament der deutschen Schriftsprache.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow

Zum Start des Themenjahrs luden die Museen in Eisenach zu einer langen Nacht ein. Viele Gäste nutzten das milde Wetter, um am Abend durch die illuminierten Einrichtungen zu ziehen. Thüringen werde mit seinen authentischen Orten überregional um Besucher werben, sagte Marketingleiterin Martina Maaß von der Thüringen Tourismus GmbH (TTG). Für eine Kampagne im Frühjahr stünden 500.000 Euro bereit. Laut Maaß hofft die TTG auf mehr als zehn Millionen Übernachtungen in Thüringen - auch durch das Themenjahr.

Die Museen in der Stadt öffnen am Reformationstag bis 22 Uhr. Wie hier das Lutherhaus präsentieren sie sich besonders illuminiert.
Auch das Lutherhaus öffnete am Sonntag zur "Langen Nacht der Museen" in Eisenach. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Luther hatte das Neue Testament aus der Bibel während seines Aufenthalts auf der Wartburg im Jahr 1521 in nur elf Wochen ins Deutsche übersetzt. Dort hatte er sich nach seiner Entführung im Auftrag des sächsischen Kurfürsten aufgehalten, nachdem er wegen seiner kirchenreformatorischen Thesen und Ansichten vom Reichstag in Worms für vogelfrei erklärt worden war. Seine Übersetzung wurde 1522 erstmals in Wittenberg veröffentlicht.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr, epd, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 31. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Graf von Henneberg vor 12 Wochen

"Denn wir Deutschen sind solche Gesellen: was neu ist, da fallen wir auf und hängen daran, wie die Narren, und wer es uns wehrt, der macht uns nur toller drauf; wenn aber niemand wehrt, so werden wir's bald satt und müde, gaffen darnach auf ein anderes Neues."
Martin Luther (1483 - 1546),

Maria A. vor 12 Wochen

Noch was. Da zum heutigen Reformationsfest kein Blog vorhanden ist, möchte ich kritisch anmerken, dass es Anstoß fand in Kreisen, wo der noch eine Rolle spielt, dass es der MDR nicht möglich gemacht hat, den heutigen Festgottesdienst mit Bedford-Strohm zu übertragen. Dass die für die sonntäglichen Kirchensendungen zuständigen Sender dies nicht so wichtig fanden, weil es für deren Hauptsitze heute ein Sonntag wie jeder ist, kann man ja noch nachvollziehen. Aber vom MDR haben sich eigentlich viele Christen einen Mitschnitt des Festgottesdienstes regelrecht erhofft.
Es gab übrigens heute ab 10 Uhr eine von der ARD als Gottesdienst zum Reformationstag betitelte Kirchen-Sendung unter dem Motto "Sei wie du bist". Es wurde aber nicht viel spürbar vom eigentlichen Anlass. Tja, kam ja auch aus Bremen-Aumund...

Maria A. vor 12 Wochen

Da muss man mittlerweile beinahe dankbar sein dafür. Denn es üben sich seit einigen Jahren des Lesens Kundige, wohl von der Eintönigkeit ihres Daseins Gelangweilte, im Suchen nach Bedenklichem im Denken und Tun prominenter Deutscher. So machte deren Analyse nicht Halt vor unserem bis dahin nicht nur in Kirchenkreisen hoch geschätzten Reformator Martin Luther. Und selbstverständlich wurden die Suchenden fündig, denn dem damaligen Zeitgeist entsprechend bediente sich Martin Luther einer recht derben Ausdrucksweise. Außerdem war das Herabwürdigen anderer Völker damals Gang und Gäbe. Dahingehend nahm Luther auch kein Blatt vor den Mund. Es gibt somit durchaus etliches Anstößiges beim Reformator aufzulisten. Aus heutiger Sicht. Denn den Kompromiss muss man schon machen, dass er zu seiner Zeit es nicht besser konnte oder wusste. Man kann seine Verfehlungen als solche benennen. Doch sollten unternommene Versuche unterbunden werden, deshalb seine Lebensleistung zu schmälern.

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