Eisenach Mitarbeiter sollen im Wald gehaust haben - schwere Vorwürfe gegen Transportfirma

Mehrere Beschäftigte der Eisenacher Transportfirma Lohof sollen seit April kein Geld bekommen haben und zu Kündigungen genötigt worden sein. Logistiker GLS, für den die Firma fährt, will die Zusammenarbeit beenden.

Drei weiße Transporter stehen auf einem Parkplatz.
Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe gegen ein Transportunternehmen in Eisenach. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Beschäftigte des Eisenacher Transportunternehmens Lohof haben schwere Vorwürfe gegen ihren Arbeitgeber erhoben. Das Unternehmen fährt für den Paketdienst GLS. So sollen sieben polnische Arbeitnehmer seit April kein Geld bekommen haben, obwohl sie bis zu 300 Stunden im Monat im Einsatz waren.

In den vergangenen Wochen sollen zudem die Arbeitsverträge gekündigt worden sein oder man habe die Mitarbeiter zur Kündigung genötigt. Weil sie damit auch ihre Unterkünfte verloren, lebten sie offenbar in Transportern im Wald. Am Mittwoch hat die Polizei die Fahrzeuge beschlagnahmt, der Logistiker GLS brachte die Betroffenen in einem Hotel unter.

2 Transporter mit der Aufschrift GLS.. 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Do 27.05.2021 19:00Uhr 02:17 min

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GLS will Zusammenarbeit mit Lohof beenden

Das Unternehmen GLS teilte MDR THÜRINGEN mit, die Zusammenarbeit mit der Firma Lohof umgehend zu beenden. Man wisse seit Mittwoch von den Vorwürfen und werde diese intensiv prüfen. Alle Vertragspartner seien verpflichtet, sich an Mindestlohn-, Arbeitszeit- und Paketbotenschutzgesetz zu halten. GLS dulde keine Verstöße. Der Logistiker habe zudem sichergestellt, dass Lohnrückstände beglichen werden. Das Transportunternehmen Lohof war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

DGB: "Nur Spitze des Eisberges"

Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) warten die sieben Transportfahrer noch immer auf ihr Geld. Bis Donnerstagnachmittag habe es weder Gespräche noch Zahlungen gegeben, sagte eine Gewerkschaftssprecherin. Nach Ansicht der Gewerkschaft ist dieser Fall "nur die Spitze des Eisberges". Große Logistiker wie GLS arbeiteten oft mit Subunternehmen, die wiederum die Aufträge an weitere Subunternehmen verteilten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 27. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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