Volkstrauertag Erinnerung an Opfer von Krieg und Gewalt in vielen Thüringer Orten

In Eisenach und vielen anderen Orten in Thüringen ist am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht worden. Im Mittelpunkt standen die Millionen von Menschen in der Sowjetunion, die dem deutschen Vernichtungskrieg gegen das Land zum Opfer gefallen waren.

In Thüringen ist am Volkstrauertag an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert worden. In vielen Orten legten Vertreter von Politik und Verbänden Blumen und Kränze an Gräbern und Denkmälern von Kriegstoten nieder. In Kirchen wurde in Gottesdiensten der Toten gedacht. "Krieg und Gewaltherrschaft bringen millionenfaches Leid und Tod", erklärte Landtagspräsidentin Birgit Keller (Linke). "Das Ende jeder Menschlichkeit und unermessliche Zerstörung sind die Folgen - damals wie heute."

Krieg und Gewaltherrschaft bringen millionenfaches Leid und Tod.

Landtagspräsidentin Birgit Keller

Vertreter von Landtag, Landesregierung und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gedachten auf dem Hauptfriedhof in Eisenach der Toten. Innenminister Georg Maier (SPD) warnte dabei vor zunehmenden rechtsextremen Tendenzen und mahnte, die Demokratie zu verteidigen. "Nie wieder darf Deutschland für Hass und Schrecken stehen – nie wieder Krieg, Terror und Gewaltherrschaft", so Georg Maier, "das sind wir den Opfern schuldig“. Er würdigte den Volksbund Kriegsgräberfürsorge, der mit seiner Arbeit zu Versöhnung und Völkerverständigung beitrage.

"Frieden entsteht nicht von allein"

Im Mittelpunkt der Veranstaltung in Eisenach standen die Millionen von Menschen in der Sowjetunion, die dem deutschen Vernichtungskrieg gegen das Land zum Opfer gefallen waren. Die deutsche Wehrmacht hatte im Zweiten Weltkrieg vor 80 Jahren, im Juni 1941, die Sowjetunion überfallen.

Pavel Reschetnikow, der stellvertretende russische Generalkonsul in Leipzig, erinnerte an die 27 Millionen Toten der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Das verpflichte die heutige Generation, sich zu erinnern und Lehren zu ziehen, sagt er: Frieden entstehe nicht von allein.

Ein Grabstein
27 Millionen Tote hatte die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg zu beklagen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Eisenacher Schüler beteiligen sich

Eisenacher Schülerinnen und Schüler lasen aus deutschen und russischen Kriegsbriefen und verteilten Friedenstauben. Eine zweite Gruppe erzählte vom Schicksal einer Eisenacher Familie, die bei einem Bombenangriff mehrere Angehörige verlor. Das zeige, wie wichtig es sei, für Frieden und gegen Hass und Gewalt einzutreten, sagten die Jugendlichen. Was einmal war, könne wieder passieren. Ihr Fazit: Es liegt an uns, das zu verhindern.

Quelle: MDR Thüringen/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 14. November 2021 | 18:00 Uhr

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