Wohlfahrtsverband Paritätischer Thüringen sieht geplante Impfpflicht mit Sorge

Die beschlossene Corona-Impfpflicht im medizinischen Bereich beschäftigt auch den Paritätischen Thüringen. Nach Angaben des Wohlfahrtsverbandes sei die Impfquote zwar hoch, aber jeder Ausfall von Fachpersonal in der Pflege ein Problem. Der Paritätische Thüringen weist zudem darauf hin, dass er die beschlossene Teil-Impfpflicht für ungerecht hält.

Eine Patientin wird von einer Krankenschwester im Intensiv- und Überwachungsbereich einer Klinik medizinisch versorgt.
Eigentlich sollte ab März die einrichtungsbezogene Impfpflicht gelten, jetzt wird sie wieder diskutiert. Bildrechte: dpa

Die beschlossene Corona-Impfpflicht für Beschäftigte in Kliniken und Heimen bereitet dem Wohlfahrtsverband weiter Sorgen. Das Problem sei, dass es in der Pflege prinzipiell zu wenig Fachpersonal gebe, teilte der Verband mit. Daher stelle jeder Wegfall ein Problem dar. Auch Impfquoten von mehr als 85 Prozent seien zu gering.

Nach Angaben des Paritätischen sind im teilstationären Pflegebereich mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter geimpft. In der vollstationären und der ambulanten Pflege seien es rund 85 Prozent der Beschäftigten.

Das hätte eine Umfrage unter den Mitgliedsorganisationen ergeben. Sie betreiben rund 130 entsprechende Einrichtungen im Freistaat. Dazu zählt beispielsweise die Lebenshilfe.

Impfquote in Einrichtungen in Thüringen bereits sehr hoch

Die Arbeiterwohlfahrt spricht mittlerweile von einer Impfquote von mehr als 90 Prozent in von der Impfpflicht betroffenen Einrichtungen. Zudem sei nach persönlichen Beratungsangeboten durch den Betriebsarzt damit zu rechnen, dass sich weitere Mitarbeiter impfen lassen. Auch der neue Impfstoff von Novavax werde dabei eine Rolle spielen.

Der Paritätische Thüringen weist zudem darauf hin, dass er die beschlossene Teil-Impfpflicht für ungerecht hält. Eine Impfpflicht für alle würde die Lasten der Pandemie gleichmäßiger verteilen.

Korrektur/Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hatte es geheißen, der Paritätische Wohlfahrtsverband sehe die Impfpflicht im medizinischen Bereich gelassen. Das ist jedoch nicht richtig. Der Verband blickt der geplanten Impfpflicht nach eigenen Angaben mit Sorge entgegen.

MDR (gh)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. Februar 2022 | 18:00 Uhr

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