Siebenjähriges Kind warnt andere Fahrer mit Warnblinkanlage A4 bei Gotha: Mann bremst bewusstlose Autofahrerin aus

Weil eine Autofahrerin auf der A4 bei Gotha ihr Bewusstsein verlor, setzte sich ein anderer Fahrer mit seinem Auto vor sie und bremste sie aus. Ein siebenjähriges Kind im Auto der bewusstlosen Frau warnte andere Fahrer, indem es die Warnblinkanlage anschaltete. Der ADAC bezeichnet das Rettungsmanöver als beachtlich. Das Kind habe toll reagiert.

Eine Frau aktiviert am 02.09.2020 in Hamburg mit Knopfdruck den Warnblinker in einem Auto (gestellte Szene).
Ein siebenjähriges Kind schaltet im Auto der bewusstlosen Fahrerin die Warnblinkanlage an. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Ein Autofahrer hat am Mittwoch auf der A4 den Wagen einer bewusstlosen Frau ausgebremst und damit vermutlich Schlimmeres verhindert. Laut Polizeiangaben bemerkte der Pkw-Fahrer zwischen den Anschlusssstellen Gotha und Wandersleben beim Überholen eines anderen Autos, dass dessen Fahrerin bewusstlos wurde. Geistesgegenwärtig setzte sich der Fahrer vor das andere Auto und bremste diesen durch eine leichte Kollision langsam ab. Der Wagen konnte dadurch gestoppt werden.

Siebenjähriges Kind schaltet Warnblinkanlage ein

Gleichzeitig schaltete ein siebenjähriges Kind im Fahrzeug der bewusstlosen Frau die Warnblinkanlage ein. Dadurch wurden andere Autofahrer gewarnt. Die Frau konnte gerettet werden und liegt nun im Krankenhaus. Es entstand leichter Sachschaden an beiden Fahrzeugen.

ADAC: Rettungsmanöver ist beachtlich

Der ADAC hat das Rettungsmanöver als beachtlich bezeichnet. Unternehmenssprecher Oliver Reidegeld sagte MDR THÜRINGEN, der Fahrer habe intuitiv reagiert, der Erfolg gebe ihm Recht. Solche Situationen lerne man nicht in einem Fahrsicherheitstraining.

Laut ADAC musste der Fahrer innerhalb von Sekundenbruchteilen handeln. Allerdings sei die Aktion auch gefährlich gewesen, weil er sich unter Umständen selbst gefährdet habe. Deshalb gebe es auch kein Patentrezept für solche Situationen. Sprecher Reidegeld riet, wenn man unsicher ist, lieber die Polizei zu rufen. Sie lernt in Spezialtrainings etwa das Anhalten von Autos auch auf der Autobahn. Andererseits sei es bei Sekundenschlaf oder Bewusstseinsverlust nur eine Frage von Augenblicken, bis schlimmere Unfälle passieren könnten.

ADAC: Das Kind hat toll reagiert

So eine Situation wie bei Gotha komme immer mal wieder vor, wenn auch selten. Häufig blockieren dann Lkw die Fahrbahn, um schlimmeres zu verhindern, so Reidegeld. Sinnvoll sei es in jedem Fall, den nachfolgenden Verkehr sowie gegebenenfalls auch den Gegenverkehr zu warnen, mit Warnblinker. Das Kind habe toll reagiert, so der ADAC.

ADAC-Unternehmenssprecher Oliver Reidegeld, Regionalclub Hessen-Thüringen
ADAC-Unternehmenssprecher Oliver Reidegeld bezeichnete das Rettungsmanöver als beachtlich. Das Kind habe toll reagiert. Bildrechte: ADAC

Bei Fahrsicherheitstrainings lernen Autofahrer nicht, wie sie das Fehlverhalten anderer steuern. Allerdings übten sie schon das eigene Auto in Extrem-Situationen richtig zu bedienen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/the, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 17. Juni 2021 | 10:00 Uhr

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