Friedrichroda Neues Verfahren um Schloss Reinhardsbrunn

Die lange Geschichte um Verfall und Rettung von Schloss Reinhardsbrunn in Thüringen bekommt ein neues Kapitel. Zwar ist die Enteignung rechtskräftig. Doch nun wurde ein neues Gerichtsverfahren eröffnet - und solange es dauert, kann der Freistaat nicht mit der Sanierung des Schlosses im Kreis Gotha beginnen.

Mit Brettern an Fenstern und Türen will man Schloss Reinhardsbrunn vor dem Verfall und Vandalismus schützen
Das Land Thüringen will Schloss Reinhardsbrunn bei Friedrichroda vor dem weiteren Verfall bewahren. Bildrechte: MDR/Björn Pollok

Der Freistaat Thüringen steht erneut vor einem mehrmonatigen Rechtsstreit um Schloss Reinhardsbrunn bei Friedrichroda. Ein Gläubiger hat vor dem Landgericht Meiningen Widerspruch gegen die Enteignung des Schlosses im Landkreis Gotha eingelegt. Das Landgericht hat nun ein Verfahren eröffnet. Eine Sprecherin sagte MDR THÜRINGEN, einen Verhandlungstermin gebe es noch nicht. Er soll aber noch in diesem Jahr angesetzt werden. Durch den Widerspruch liegt die Übertragung des Schlosses auf das Land nun auf Eis. Die Landesregierung bezeichnete das Vorgehen des Gläubigers als "verantwortungslos".

Gläuber hält Enteignung von Schloss Reinhardsbrunn für rechtswidrig

Nach Angaben der Thüringer Staatskanzlei ist auf den Mann im Grundbuch von Schloss Reinhardsbrunn eine Grundschuld von drei Millionen Euro eingetragen. Der Gläubiger halte die Enteignung des Schlosses für rechtswidrig. Die Grundschuld würde entschädigungslos verfallen, wenn die Enteignung vollzogen wird. Christfried Boelter vom Förderverein des Schlosses sagte MDR THÜRINGEN, bei dem Gläubiger handele es sich um einen früheren Mitbesitzer. Die Eigentümer des Schlosses im Thüringer Wald hatten mehrfach gewechselt, während die historischen Mauern zusehends verfielen.

Übertragung des Schlosses an Freisstaat Thüringen rechtskräftig

Das Landesverwaltungsamt hatte den aktuellen Eigentümer von Reinhardsbrunn auf Antrag der Landesregierung vor einem Jahr enteignet, um das kulturhistorisch bedeutsame Schloss vor dem weiteren Verfall zu bewahren. Der Eigentümer klagte gegen diesen Schritt, zog seinen Widerspruch aber später zurück. Der eigentliche Enteignungsbeschluss ist daher rechtskräftig.

Knapp zwei Millionen Euro allein für Sicherung des Schlosses Reinhardsbrunn

In dem neuen Gerichtsverfahren geht es um die sogenannte Ausführungsanordnung des Landesverwaltungsamtes, welche die Übertragung der Immobilie an das Land regelt. Solange der Rechtsstreit andauert, kann Thüringen nicht in die Sanierung investieren. Das Land hält nach Angaben von Ministerpräsident Bodo Ramelow (DIE LINKE) 1,9 Millionen Euro allein für Sicherungsarbeiten bereit. Für die eigentliche Sanierung ist voraussichtlich eine zweistellige Millionensumme nötig.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 29. Juli 2019 | 07:00 Uhr

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