Enteignung rechtskräftig Schloss Reinhardsbrunn gehört endgültig dem Land Thüringen

Der mehrjährige Rechtsstreit um Schloss Reinhardsbrunn ist beendet: Die Enteignung ist rechtskräftig, der Eigentümer hat die Frist für Rechtsmittel verstreichen lassen. Neuer Schlossherr ist das Land Thüringen.

Das Land Thüringen ist mit Ablauf einer letzten Frist endgültig Eigentümer der historischen Schlossanlage in Reinhardsbrunn im Landkreis Gotha. "Das ist eine gute Entscheidung für den Denkmalschutz im Freistaat", sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Freitag in Erfurt.

Schloss Reinhardsbrunn
Reinhardsbrunn wurde als Hauskloster der Thüringer Landgrafen gegründet und im 19. Jahrhundert zum Jagd- und Lustschloss umgebaut. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Unser Anliegen war stets, dieses wichtige Kulturgut, die Schloss- und Parkanlage Reinhardsbrunn, so zu sichern und zu entwickeln, wie es die bisherige Eigentümerin leider nicht getan hat.

Bodo Ramelow

Türschlösser bereits ausgewechselt

Nach Angaben der Staatskanzlei hat der Freistaat des Schlossensemble mit neuen Türschlössern und Bauzäunen sichern lassen. Auch eine Wachschutzfirma und ein Winterdienst seien engagiert worden. Nach dem erfolgten Eigentumsübergang der Liegenschaft sei vorgesehen, das bauliche Ensemble in die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten zu geben.

Der zweite Kabinettdurchgang für die dafür nötige Gesetzesnovelle ist laut Ramelow für Mitte des zweiten Quartals geplant. Die Landesregierung fühle sich in ihrem Handeln bestätigt. "Unser Anliegen war stets, dieses wichtige Kulturgut, die Schloss- und Parkanlage Reinhardsbrunn, so zu sichern und zu entwickeln, wie es die bisherige Eigentümerin leider nicht getan hat", erklärte Ramelow.

Enteignung schon 2017 vom Freistaat beantragt

Thüringen hatte 2017 - laut Ramelow auf eine in der Bundesrepublik bisher einmalige Art und Weise - die Enteignung der Besitzer der Immobilie beantragt. Sie ließen jedwede Erhaltungsmaßnahmen vermissen, hieß es damals zur Begründung. Dagegen wehrten sich zwei Grundschuldinhaber über Jahre juristisch.

Ende Januar hatte die Baulandkammer des Landgerichts Meinigen den letzten Antrag abgelehnt, der die vom Land vorangetriebene Enteignung verhindern sollte. Die letzte Frist für Rechtsmittel lief um Mitternacht aus. Die Eintragung des Freistaats ins Grundbuch steht allerdings noch aus.

Seit 1953 als Hotel genutzt

Reinhardsbrunn wurde als Hauskloster der Thüringer Landgrafen gegründet und im 19. Jahrhundert zum Jagd- und Lustschloss umgebaut. Von 1953 an nutzte es das DDR-Touristikunternehmen "Reisebüro" als Hotel, das mit der Beherbergung von Gästen aus dem westlichen Ausland dringend nötige Devisen erwirtschaften sollte.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 26. Februar 2021 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 10 Wochen

Noch 'ne Schrottimmobilie mehr den Thüringer:innen "zugestiftet" ....

...und wie nun weiter mit der gesamten Stiftung und wer packt mit an

und was soll aus der Schlosskapelle werden - katholisch, evangelisch,

konfessionslos ?

Graf von Henneberg vor 10 Wochen

Ich bin kein Friedrichrodaer, weder gebürtig noch zugezogen. Aber unsereins was seinerzeit (nicht nur ich) im Ferienlager "Georgi Dimitroff" im Park vom Schloß. Ab und an gings dann vor zum Schloß - da hats Eis gegeben! Und schön wars ...
Nun hat das Land noch so ein Schloß am Bein. Mal sehen was draus wird.

Hansi63 vor 10 Wochen

Ich bin auch ein gebürtiger Friedrichrodaer, es ist mehr als ein Jammer was mit Schloss Reinhardsbrunn passiert ist. Normalerweise müsste man die Leute zur Rechenschaft ziehen die das Schloss damals für 1€ oder waren es D-Mark an einen windigen englischen Geschäftsmann verkauft haben. Ich möchte nicht wissen was bei diesen Deal noch so alles geflossen ist.

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