Das MDR AKTUELL Sofa Das bewegt die Menschen in Gotha vor der Bundestagswahl

MDR Aktuell-Redakteur Marvin Kalies
Bildrechte: Marvin Kalies

Die Mittendrin-Tour von MDR AKTUELL hat Station in der Thüringer Residenzstadt Gotha gemacht. Wir haben potenzielle Wählerinnen und Wähler auf unser Sofa eingeladen und sie zu ihren Wünschen an die neue Bundesregierung befragt. Viele Menschen sorgen sich vor allem um die Bildung des Nachwuchses, fordern mehr politische Zuverlässigkeit und Investitionen in den ländlichen Raum.

Es sind nur noch wenige Wochen bis zur Bundestagswahl am 26. September 2021. Die politischen Themen werden auch für die Menschen aus Gotha immer häufiger Gesprächsgegenstand. In der Familie, auf Arbeit und mit uns auf dem MDR-AKTUELL-Sofa wird die Zukunft diskutiert. Und für die haben die Gothaerinnen und Gothaer konkrete Vorstellungen.

Kathleen Körner hält ihren kleinen Sohn an der einen Hand, mit der anderen führt sie den Kinderwagen ihres zweiten Kindes die Kopfsteinflaster Richtung Neumarkt in Gotha. Die 27-Jährige zielt direkt auf unser Sofa zu, nimmt Platz und erzählt uns, wie sie sich die Zukunft nach der Bundestagswahl vorstellt.

Zuverlässigkeit für den Nachwuchs

Kathleen wünscht sich für ihre Familie, dass die neue Bundesregierung mehr für den Nachwuchs unternimmt. Als Beispiele nennt sie, dass die Bildung besser abgesichert werden müsse. Kleinere Klassen seien schön und auch weniger Schulausfälle und deshalb mehr Lehrkräfte an den Schulen. Insgesamt wünscht sie sich eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Ohne die Großeltern geht gar nichts.

Kathleen Körner

Sie ist sehr auf ihre Eltern angewiesen, wenn es um die Betreuung der beiden kleinen Kinder geht. Auch die 36-Jährige Beatrice Heinrich erhofft sich von der neuen Bundesregierung mehr Maßnahmen für Familien. Dazu zählt unter anderem, die Bürokratie für werdende Eltern zu erleichtern.

Menschen auf einem Sofa
Beatrice Heinrich wünscht sich mehr Unterstützung für Familien. Bildrechte: MDR/Marvin Kalies

Wenn ich ein Kind bekomme, müsste mir ein Kita-Platz zustehen, nicht, dass man dann erst loslaufen muss.

Beatrice Heinrich

Gerade bei der Kitaplatz-Suche und auch bei der Anzahl der Kinderkrankentage müsse noch mehr unternommen werden. Dafür, dass Kinder unsere Zukunft seien, werde zu wenig von der Bundesregierung unternommen.

Menschen auf einem Sofa
Stefanie Reiman hofft mit ihrer Familie auf einen reibungslosen Schulstart. Bildrechte: MDR/Marvin Kalies

Das sieht auch Stefanie Reimann so. Die 32-Jährige Mutter bereitet sich auf den Schuleintritt ihres Sohnes am Wochenende vor. Aber sie habe jetzt schon Bauchschmerzen, wenn sie daran denkt, wie der Schulbetrieb im weiteren Pandemie-Verlauf weitergehen werde.

Das sind doch unsere Nachfolger. Was soll aus ihnen werden?

Stefanie Reimann

Es brauche keinen Corona-Bonus für Familien, sondern echte Hilfe, um in der Pandemie für Kinder da zu sein und ihnen Bildung zu ermöglichen und zu fördern.

Ländlichen Raum stärken

Gundrun Wüste ist Rentnerin und wohnt auf dem Land. Sie kann sich noch sehr gut daran erinnern, wie viel Leben früher in ihrer Heimat war. Sie wünscht sich wieder mehr Einkaufsmöglichkeiten auf dem Land und vor allem eine bessere Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr. Sie glaubt, dass der Grund für das Aussterben der Dörfer vor allem an dem geringen Mitbestimmungsrecht auf den politischen Ebenen darüber liegt.

Frau auf einem Sofa
Gundrun Wüste bedauert, dass viele Geschäfte auf dem Land geschlossen haben. Bildrechte: MDR/Marvin Kalies

Bei manchen Entscheidungen hat man die Menschen vergessen.

Gudrun Wüste

Eva Tödtmann glaubt aber auch, dass die Bürgerinnen und Bürger auf dem Land eine Mitverantwortung tragen. Die 72-Jährige erklärt, dass viele ihre Sachen mittlerweile online bestellen würden. Vor allem in der Pandemie habe sich dieser Trend verstärkt. 

Menschen auf einem Sofa
Eva Tödtmann wünscht sich mehr Hilfe für kleine Unternehmen. Bildrechte: MDR/Marvin Kalies

Viele Geschäfte stehen leer. Die Geschäftsleute tun mir leid, die haben viel investiert, aber es wird nichts getan, dass die Geschäfte am Leben gehalten werden.

Eva Tödtmann

Der Bund muss ihrer Meinung nach mehr unternehmen, damit die kleinen Läden eine größere Chance auf dem Markt haben. Dazu gehöre es auch, dass es ausländischen Großkonzernen nicht zu leicht gemacht werden dürfe, in Deutschland große Umsätze zu machen.

Politische Versprechen einhalten

Jürgen Mattes ist aus dem sachsen-anhaltischen Zörbig in Gotha zu Gast. Als der 63-Jährige auf unserem Sofa Platz nimmt, fallen ihm gleich mehrere Themen ein. Es müsse mehr für Junge und Ältere getan werden und für‘s Klima, aber vor allem müsse es auch wirklich getan werden.

Mann auf einem Sofa
Jürgen Mattes fordert von der Politik einen klaren Fahrplan. Bildrechte: MDR/Marvin Kalies

Man hat den Eindruck, dass einfach viel versprochen wird. […] Ich wünsche mir eine eindeutige Strategie für die nächsten vier Jahre - und für die nächsten 10 bis 15 Jahre.

Jürgen Mattes

Gerade vor der Bundestagswahl würden die Parteien vieles versprechen. Aber in Hinblick auf den Klimawandel sei es nun wichtig, dass diese Versprechen dann auch wirklich eingehalten würden. Wichtig ist ihm dabei aber, hervorzuheben, dass in den vergangenen Jahren auch vieles gut gelaufen sei. Die Große Koalition habe mehrere Krisen gemeistert, die nach seiner Meinung in anderen Ländern deutlich schlechter geregelt wurden. 

Auch Günter Tödtmann geht auch davon aus, dass die Lage im Land so schlecht eigentlich nicht ist. Nur das Miteinander der Menschen kritisiert der 75-Jährige. Er glaubt, dass die Einstellung vieler Leute nach mehr Einkommen und Aufstieg für weniger Zusammenhalt führt.

Der Wohlstand bringt nicht immer, was man will.

Günter Tödtmann

Um das Leben in Deutschland besser zu machen, braucht es seiner Meinung nach nicht nur politisches Engagement. Sondern auch das der Bürgerinnen und Bürger in einem Land.

Die Wünschekarte

In ganz Mitteldeutschland haben bereits tausende Menschen ihre Wünsche für die künftige Bundesregierung in der MDR Wünschekarte formuliert. Was wünschen Sie sich für Ihre Region? Tragen Sie Ihre Gedanken in unsere interaktive Karte ein.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 02. September 2021 | 21:45 Uhr

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