Nach Enteignung des Thüringer Wahrzeichens Übergabe von Schloss Reinhardsbrunn verzögert sich

Bei der Übertragung von Schloss Reinhardsbrunn in Friedrichroda (Kreis Gotha) an das Land Thüringen gibt es Probleme. Die für Montag geplante Feier zur offiziellen Übergabe sei abgesagt worden, erklärte Pfarrer Christfried Boelter vom Förderverein MDR THÜRINGEN. Boelter sagte, eine Berliner Anwaltskanzlei habe Einspruch gegen die Verfahrensweise der Enteignung eingelegt.

Das bedeutet nach Boelters Überzeugung nur eine Verzögerung, stelle aber nicht die Enteignung selbst infrage. Die Stadtverwaltung Friedrichroda bestätigte die Absage des Übergabetermins und nannte den Eingang einer Klage beim Landgericht Meiningen als Grund.

Landgericht Meiningen muss entscheiden

Regierungssprecher Günter Kolodziej bestätigte MDR THÜRINGEN die Verzögerung. Grund ist der Widerspruch eines Gläubigers gegen eine sogenannte Ausführungs-Anordnung des Landesverwaltungsamtes. Dieser müsse nun vom Landgericht Meiningen entschieden werden. Der Anordnung zufolge hätte Schloss Reinhardsbrunn am kommenden Montag in das Eigentum des Landes übergehen sollen. Der für Montagnachmittag geplante Übergabetermin mit Pressekonferenz und Besuch des Ministerpräsidenten wurde deshalb abgesagt.

Ramelow: Blockadeversuch ist verantwortungslos

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) äußerte Unverständnis über das Vorgehen des Gläubigers. Er nannte es befremdlich und verantwortungslos, wenn nach jahrelangem Verfall ausgerechnet jetzt versucht werde, die Rettungsmaßnahmen für Schloss Reinhardsbrunn zu blockieren. Er hoffe, dass das Landgericht schnell entscheidet. Reinhardsbrunn solle vor weiterem Schaden geschützt werden. Die Landesregierung werde weiterhin 1,9 Millionen Euro für die Notsicherung des Schlosses bereithalten.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | MDR THÜRINGEN Regional | 12. Juli 2019 | 15:30 Uhr

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