Keine Tötung Land zieht Abschussgenehmigung für Ohrdrufer Wölfin zurück

Die Ohrdrufer Wölfin darf nicht mehr getötet werden. Laut Thüringer Umweltministerium wurde die Abschussgenehmigung zurückgezogen. Die Naturschutzorganisationen Nabu und BUND hatten gegen die Genehmigung geklagt. In der kommenden Woche sollte vor dem Geraer Verwaltungsgericht verhandelt werden. Das ist jetzt nicht mehr nötig. Die Abschussgenehmigung sei nicht mehr verhältnismäßig, so die Begründung des Ministeriums.

Weniger Wolfsübergriffe

Umweltstaatssekretär Olaf Möller sagte, die Herdenschutzmaßnahmen hätten gewirkt. Mit Schutzzäunen, Beratungen und dem Herdenschutzhund-Projekt konnte die Zahl der Übergriffe laut Möller deutlich gesenkt werden. Wenn sich die Situationen wieder ändern sollte, müsse man neu bewerten.

Aufnahme der Ohrdrufer Wölfin bei Ohrdruf im Sommer 2020
Die Ohrdrufer Wölfin (Aufnahme vom Sommer 2020) Bildrechte: Bundesforst

Reaktionen von Nabu und BUND

Martin Schmidt, Vorsitzender des Nabu Thüringen, reagierte erfreut. Das Beispiel zeige, dass konsequent umgesetzter Herdenschutz erfolgreich sein kann. Andere europäische Staaten zeigten dies schon lange. Burkhard Vogel, Geschäftsführer des BUND Thüringen, sagte, mittlerweile seien gute Voraussetzungen geschaffen worden, um eine Koexistenz von Schaf und Wolf zu ermöglichen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. Januar 2021 | 20:00 Uhr

15 Kommentare

Saxe vor 22 Wochen

Sie nennen das eigentliche Probleme selbst in Ihrem Kommentar:"..an unzureichend geschützte Weidetiere gehen." Das Problem ist der unzureichende Schutz. Die Bejagung stellt lediglich einen Mittelweg dar, bei dem aktiv durch Bejagung die Zahl der Wölfe dezimiert wird, bei Entnahme von Rüden die Reproduktion gesenkt wird. Passiv ist dagegen immer auch der zureichende Schutz der Weidetiere erforderlich. Auch Weidetiere sind Teil der Natur und damit auch deren Einflüssen ausgeliefert.
Die Prohlematik ist ja nicht neu: Kormorane oder Seeadler und Forellenseen sind nur ein weiteres Beispiel einer Interessenkollision.

MDR-Team vor 22 Wochen

"Leichte Sprache" bezeichnet ein konkretes Konzept, daher die Großschreibung. Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.mdr.de/barrierefreiheit/was-ist-leichte-sprache100.html

Senta Tangerstedt vor 22 Wochen

Man darf sich nicht von der fälschlichen Annahme täuschen lassen, dass eine Bejagung der Wölfe auch nur ein einziges Problem lösen würde. Vielleicht würde kurzfristig Ruhe eintreten, aber langfristig würden in das Revier nachrückende Wölfe wieder an unzureichend geschützte Weidetiere gehen.

Deshalb macht es ja Sinn, einmal flächendeckend wolfsabweisend nachzurüsten und damit eine Lösung für sämtliche Wölfe parat zu haben, anstatt einen Wolf zu schießen und beim nächsten wieder von vorn vor demselben Problem zu stehen.

Die Bejagung als Herdenschutz funktioniert nur bei erneuter totaler Ausrottung der Wölfe - das sollte man dann aber auch so offen kommunizieren; kommt in der Gesellschaft allerdings nicht besonders gut an.

Insofern dient die quotierte Wolfsjagd nur jenen Menschen, die Spaß an solchen Jagden haben und sie gern selbst im eigenen Land ausführen würden - statt eine teure Jagdreise in Gegenden zu buchen, in denen der Wolfsschutz weniger streng gehandhabt wird.

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