"Quellen des Lebens" Landesgartenschau 2028: Bad Salzungen und Bad Liebenstein werben gemeinsam

Autorenbild Ruth Breer
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Nun werfen auch sie den Hut in den Ring: Die benachbarten Kurstädte Bad Salzungen und Bad Liebenstein bewerben sich um die Thüringer Landesgartenschau 2028. Sie wollen so ihre Stadtentwicklung voranbringen und Brachen neu beleben. Das gemeinsame Motto "Quellen des Lebens" rückt das Thema Gesundheit in den Mittelpunkt.

Zwei Männer in Anzug und Mantel zeigen Bewerbungsmappen
Die Bürgermeister Bad Liebenstein und Bad Salzungen, Michael Brodführer (CDU) und Klaus Bohl (Freie Wähler), möchten die Landesgartenschau 2028 in die Region holen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Beide Städte verbindet viel - die Landschaft, die Nähe zueinander, vor allem aber die lange Tradition als Kurort. "Quellen des Lebens", der Titel der Landesgartenschau-Bewerbung, rückt ihre Heilmittel in den Vordergrund: die Sole in Bad Salzungen und das Heilwasser in Bad Liebenstein. Gemeinsam zählen sie mehr als 600.000 Übernachtungen im Jahr. Gepflegte Grünanlagen sind für Kurorte kein Luxus, sondern gehören einfach dazu.

Für die Landesgartenschau haben beide Städte Flächen ausgesucht, die einiges gemeinsam haben: Sie sind Brachen - und sie sollen ohnehin entwickelt werden. Die Landesgartenschau könnte durch finanzielle Unterstützung alles beschleunigen, hoffen die beiden Bürgermeister. Ein Wortspiel verbindet beide Vorhaben: In Bad Salzungen geht es um eine Garten-Stadt, in Bad Liebenstein um einen Stadt-Garten.

Landesgartenschau als Entwicklungschance sehen

Der Bad Salzunger Bürgermeister Klaus Bohl (Freie Wähler) hat das Plattenbaugebiet Allendorf im Auge. Dort sind bereits einige Gebäude gefallen, es gibt große Freiflächen. Derzeit werden weitere Schmuddelecken abgerissen. Das Gebiet hat viel Potenzial, findet Bohl. Die soziale Infrastruktur stimmt, es gibt Kindereinrichtungen, Schulen, Märkte, einen schönen Blick auf Werratal und Thüringer Wald - und vor allem Platz. "Das schreit nach Entwicklung", sagt Bohl - eine Gartenstadt mit viel Grün könnte Menschen bewegen, hierher zu ziehen.

Eine Landkarte mit markierten Flächen
50 Seiten lang ist die Bewerbung der Städte Bad Salzungen und Bad Liebenstein. Diese Grafik zeigt die geplanten Laga-Kernregionen. Bildrechte: MDR/Stadtverwaltung Bad Salzungen

In Bad Liebenstein befindet sich der "Stadt-Garten" mitten im Zentrum. Auf dem Areal des früheren Leuchtstoffwerks ist bereits der Neue Kurpark entstanden mit einem Teich. Aber noch viel mehr ist auf dem Gelände möglich. Die Stadt will auch dort anknüpfen an die große Gartentradition, die mit dem Altensteiner Landschaftspark verbunden ist. Zurück zu diesen Wurzeln will Bürgermeister Michael Brodführer (CDU) und hofft auf neue gärtnerische Spitzenleistungen.

Weitere Thüringer Städte im Laga-Rennen

Die Städte Bad Salzungen und Bad Liebenstein sind mit ihrer Bewerbung nicht allein: Viele in Thüringen wollen 2028 im Rampenlicht stehen. Die Städte Altenburg und Arnstadt haben sich beworben, dazu gleich mehrere Gemeindeverbünde: Die drei Südthüringer Städte Suhl, Schleusingen und Zella-Mehlis treten gemeinsam an wie auch Sömmerda, Buttstädt, Straußfurt, Rastenberg und Kindelbrück. Aus dem Landkreis Gotha kommt die gemeinsame Bewerbung von Bad Tabarz, Waltershausen und Friedrichroda, aus dem Orlatal Pößneck, Neustadt/Orla und Triptis.

Zwei Männer in Anzug und Mantel laufen nebeneinander
Gemeinsam zum Ziel wollen Michael Brodführer und Klaus Bohl. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Was macht eine Landesgartenschau so reizvoll? Man mache sich Gedanken um die eigene Stadt, ihre Potenziale und Ziele, sagt der Bad Liebensteiner Bürgermeister Michael Brodführer. Durch die Unterstützung mit Fördermitteln könnten diese Ziele schneller verwirklicht werden. "Wir gehen schon ins Rennen, um zu gewinnen, ganz klar", sagt sein Bad Salzunger Kollege Klaus Bohl. Mit dem Konzept habe man eine gute Grundlage, um die Region gemeinsam voranzubringen, auch ohne die Landesgartenschau. Sie wäre allerdings der ersehnte "Turbo".

Bis zum Jahresende konnten sich die Gemeinden für die Landesgartenschau 2028 beim Land bewerben. Voraussichtlich im ersten Quartal fällt die Vorauswahl: Dann ist klar, wer die zweite Stufe erreicht und bis Ende Oktober eine Machbarkeitsstudie für die Landesgartenschau vorlegen muss.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Ritter Runkel vor 39 Wochen

Ich kenne nur eine gelungene Landesgartenschau in Thüringen, die Landesgartenschau Nordhausen 2004, dort war die Landesgartenschau in eine von Grundsätzen geprägte Stadtentwicklungskonzeption eingebettet.
Sollte aber Bad Salzungen und Bad Liebenstein den Zuschlag bekommen, wird 2029 die Frage stehen: Landesgartenschau Bad Salzungen und Bad Liebenstein, Ende mit Defizit: Haben Verantwortliche das in Kauf genommen?

kdr vor 39 Wochen

Aaaaaa.....hhhh, deshalb die Abholzung der Bäume am Burgsee. Sichtschneisen schaffen .....
Ich denke, wenn man tote und gefährliche Bäume rausnimmt, ausästet und dafür an der Stelle neu pflanzt, die Wege in Ordnung bringt und unterhält , bleibt unser Park in seiner Anlage erhalten. So bleibt unser Park ein Fleckchen der Erholung.
Sichtschneisen ( wohin auch immer ) und später dann evtl. stadtnahe Parkplätze brauchen wir nicht.

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