Schienenverkehr Bahnstrecke zwischen Vacha und Unterbreizbach wieder in Betrieb

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Die Bahnstrecke im Wartburgkreis war nach der deutschen Teilung als "Erster sozialistischer Bahnbau" errichtet worden. Nun hat nach 21 Jahren erstmals ein Zug Unterbreizbach in Richtung Vacha verlassen.

Ein Güterzug fährt durch einen Ort
Der erste Zug verlässt nach 21 Jahren Unterbreizbach in Richtung Vacha. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Nach 21 Jahren Pause ist die direkte Bahnstrecke zwischen Vacha und Unterbreizbach im Wartburgkreis wieder in Betrieb. Am Mittwochvormittag fuhr ein erster Güterzug vom Werksbahnhof Unterbreizbach des K+S-Kaliwerks Werra nach Vacha. Die 1952 gebaute Strecke war von der privaten Regiobahn Thüringen GmbH (RbT) übernommen worden, die sie nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr für 700.000 Euro ausbaute.

Unter anderem wurde ein Hangrutsch beseitigt. RbT-Prokurist Hubertus Erbstößer sagte MDR THÜRINGEN, weitere Investitionen sollten in den kommenden Jahren folgen. So müssten die Bahnübergänge in Vacha für rund eine Million Euro erneuert werden.

Bahnstrecke nach Gerstungen soll entlastet werden

Die Strecke wird vorerst nur von Güterzügen im Auftrag von K+S befahren. Ab Vacha wird die Strecke nach Bad Salzungen genutzt, die zwischenzeitlich ebenfalls nicht mehr befahren wurde und auf der bereits seit einigen Jahren wieder Güterzüge rollen.

Ein Bahnarbeiter nimmt ein Stoppsignal von den Gleisen
Ein Bahnarbeiter räumt das Stoppsignal von den Gleisen, damit ist die Strecke freigegeben. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Dass zwischen Vacha und Unterbreizbach wieder Züge fahren, soll die Bahnstrecke nach Gerstungen entlasten. Diese Trasse war bis jetzt die einzige Anbindung des letzten Thüringer Kaliwerks Unterbreizbach an das Bahnnetz. Andreas Metz, der Logistik-Leiter des Werks, sagte MDR THÜRINGEN, die Bahnstrecke Unterbreizbach - Gerstungen sei weitgehend mit Zügen ausgelastet.

Strecke war erster sozialistischer Bahnbau

Vor allem Salzwassertransporte aus dem Werk Werra hinaus hätten zugenommen. Die reaktivierte alte Strecke werde wegen ihrer starken Steigung vor allem für Leertransporte genutzt.

Die Bahnstrecke war nach der deutschen Teilung als "Erster sozialistischer Bahnbau" errichtet worden, weil das damalige DDR-Kaliwerk Unterbreizbach nach der Teilung nur noch auf Gleisen durch die Bundesrepublik zu erreichen war. Der Abschnitt entstand in nur 90 Tagen. Personenverkehr gab es nur von 1954 bis 1956.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 05. Mai 2021 | 16:30 Uhr

3 Kommentare

Anilegna 28 vor 6 Wochen

Also ohne die Mitglieder der Interessenvereinigung Verkehrsgeschichte im mittleren Werratal ( IVmW ), würde die gesamte Strecke bis heute noch im Dornröschenschlaf liegen, denn die Leute haben Unmengen an Freizeit geopfert ,um die Strecke wieder herzurichten und zu erhalten. Aber das scheint wohl die RbT mal wieder gern zu vergessen, irgendwie schäbig, sich mit fremden Lorbeeren zu schmücken.😕

Ritter Runkel vor 6 Wochen

Ich will meine Deutsche Reichsbahn zurück, meine Sonntagsrückfahrkarte, meine schmutzige Mitropa, eine Eierflockensuppe oder Bockwurst, mein Gummibrötchen mit Knackwurst aus dem Bahnsteigautomaten, Fassbrause,... den Schlaf und den Traum mit dem typischen Geruch ...

Thueringer Original vor 6 Wochen

Hut ab für die Investition der Regiobahn Thüringen.

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