Kali-Bergwerk Stadt Bad Salzungen sieht K+S-Pläne für Springen kritisch

Das Bergbauunternehmen K+S will Produktionsabwässer in der früheren Grube Springen im Wartburgkreis einlagern. Die Stadt Bad Salzungen befürchtet Folgeschäden durch die Abwässer und fordert mehr Sicherheit.

Eine Ampel steht 2008 vor der Firmenzentrale des Düngemittelherstellers K+S AG in Kassel auf Grün.
Ab 2022 darf das Unternehmen K+S auf hessischer Seite keine Lauge mehr in den Untergrund leiten. Bildrechte: dpa

Die Stadt Bad Salzungen sieht die Pläne des Bergbauunternehmens K+S für die ehemalige Grube Springen kritisch. In ihrer Stellungnahme für den Landtags-Umweltausschuss fordert sie Sicherheiten und einen Strukturhilfefonds für das Thüringer Kalirevier an der Werra. Zur geplanten Einstapelung von Produktionsabwässern gebe es einige Bedenken, sagte Bürgermeister Klaus Bohl (Freie Wähler) MDR THÜRINGEN.

Sicherheit muss höchste Priorität haben

Im Südwestfeld der Grube Springen sei das Vorhaben über drei bis fünf Jahre geeignet und erprobt, dagegen habe die Stadt nichts. Am sogenannten Querort 23 allerdings müsse erst der Zufluss nicht-gesättigter Salzlauge weitgehend reduziert werden, bevor dort weitere hochkonzentrierte Lauge aus der Produktion eingelagert werden könne.

Bei allen Vorhaben müsse die Sicherheit der Menschen unter Tage und über Tage die höchste Priorität haben, heißt es in dem zehnseitigen Papier. Die ehemalige Grube Springen liegt inzwischen auf dem Gebiet der Stadt Bad Salzungen.

Verteilung ungerecht

Bürgermeister Bohl befürchtet, dass eingelagerte Produktionsabwässer die Solequellen der Kurstadt kontaminieren könnten. Die Stadt fordert vom Unternehmen eine Sicherheitsleistung, so dass Folgeschäden auch nach dem Ende der Kaliproduktion bezahlt werden können. Außerdem verweist der Bürgermeister auf die sehr unterschiedlichen Gewerbesteuereinnahmen durch die Kaliindustrie auf hessischer und thüringischer Seite.

Die Verteilung sei ungerecht, sagte Bohl. Während die Wertschöpfung weitgehend in Hessen stattfinde, lägen auf Thüringer Seite vor allem Lasten und Risiken. Deshalb fordert die Stadt in ihrer Stellungnahme von Bund und Land, einen Strukturhilfefonds einzurichten.

Danach sollen für die Städte und Gemeinden im thüringer Teil des Kalireviers Werra in den nächsten zehn Jahren Hilfen in Höhe von 50 Millionen Euro fließen. Die strukturschwache Region sei in den vergangenen 30 Jahren stark vom Niedergang des Bergbaus getroffen worden.

Anhörung vor Umweltausschuss des Landtags

Mit dem Einlagern von Produktionsabwässern in der früheren Grube Springen im Wartburgkreis will K+S sein Entsorgungsproblem am Werk Werra entschärfen. Ab 2022 darf das Unternehmen auf hessischer Seite keine Lauge mehr in Gesteinsschichten in den Untergrund leiten. Auch sinken mittelfristig die Grenzwerte für die Werra, so dass weniger Abwässer in den Fluss eingeleitet werden dürfen.

Um das sogenannte Einstapeln in Springen zu ermöglichen, hatten die Landtage von Hessen und Thüringen im Dezember den Kali-Staatsvertrag geändert. Er lässt nun zu, den Markscheide-Sicherheitspfeiler zwischen den Abbaufeldern in Hessen und Thüringen zu diesem Zweck zu durchbohren.

Das Einstapeln selbst ist bisher noch nicht von den Thüringer Behörden genehmigt worden. Zu diesem Thema findet am kommenden Mittwoch eine Anhörung vor dem Umweltausschuss des Thüringer Landtags statt. Dazu sind neben dem Unternehmen K+S verschiedene Fachleute, Verbände, Initiativen und Kommunen eingeladen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 15. Mai 2021 | 14:30 Uhr

1 Kommentar

Jessy-2 vor 5 Wochen

Das ist doch ALLES in Ordnung! Wo soll denn der Müll sonst hin? Als nächstes kommt der Atommüll. Aus Deutschland und Europa? In die Neuen Bundesländer. Für was der "Osten" alles Gut ist werden wir nach den Wahlen erfahren. Die Politiker aus dem "Westen" haben schon die wichtigen Posten in den Ämtern eingenommen, um nach den Wahlen loszulegen?

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