Tag der Architektur Übernachten in der Natur: Die "Butzen" bei Fischbach in der Rhön

Es sind einfache Herbergen in der Natur - ausschließlich mit natürlichen Materialien gebaut: die Butzen bei Fischbach in der Rhön. Das Butzen-Architektenteam träumt davon, dass es irgendwann ein kleines Netzwerk aus Butzen entlang verschiedener Wanderrouten in der Rhön gibt.
Am 26. und 27. Juni können die Butzen zum "Tag der Architektur" besichtigt werden. Auch die Architekten werden vor Ort sein.

Ein junger Mann schaut in die Kamera
Robert Ilgen vom Architektenteam der "Butzen". Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Bei Fischbach in der Rhön grasen auf den grünen Wiesen Schafe, der Fischbach plätschert sanft vor sich hin. In diesem ländlichen Idyll stehen am säumenden Waldrand zwei ungewöhnliche Holzbauten: die Butzen. Je ein eckiger Kasten steht auf hohen Stelzen, vorne sind Panoramafenster eingebaut.

Ein wenig erinnern die Butzen an Jägerhochsitze. Das ist Absicht, sagt Robert Ilgen aus dem Architektenteam: "Wir wollten Elemente der Forst- und Jagdarchitektur aufgreifen. Damit sich die eher abstrakte Form doch irgendwie in das grüne Landschaftsbild einfügt."

Die Idee: Ein Unterschlupf für Wanderer

Robert Ilgen und Rasa Patalauskaitė vom Architektenbüro "Tak Tak" in Schwallungen haben die Butzen in Kooperation mit dem Berliner Architektenbüro Studio Ida entworfen. Die Grundidee war, ganz einfache Herbergen für Wanderer zu schaffen. Ein schützender Unterschlupf und trotzdem verbunden sein mit dem Draußen. "Wenn es dunkel wird, nimmt man das rahmenlose Fenster nicht mehr wahr - dann wirkt es, als sei man draußen“, sagt Architekt Robert Ilgen.

Die Innenausstattung ist minimalistisch: Matratzen zum Schlafen, sonst nichts. Die beiden Butzen können für Übernachtungen gemietet werden. Die sieben Quadratmeter pro Butze reichen für je vier Schlafplätze.

Der Innenraum einer Butze: Matratzen, im Hintergrund die Rhöner Landschaft
Die Einrichtung ist minimalisisch - der Ausblick dafür umso schöner. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Nur natürliche Baumaterialien

Abgesehen von dem Fensterglas und den Schrauben bestehen die Butzen nur aus rohem Fichten- und Tannenholz. Auf Kunststoff hat das Architektenteam komplett verzichtet. Der größere Gedanke war: "Eine touristische Aufwertung ländlicher Regionen, aber nachhaltig", sagt Robert Ilgen.

Der Traum: Ein Netzwerk aus Butzen

Um die zwei Butzen zu realisieren, bekamen die Architekten unter anderem Unterstützung vom Rhönforum. Robert Ilgen glaubt, dass ein paar mehr Butzen der Region gut tun würden: "Touristisch wäre das doch ein tolles Alleinstellungsmerkmal." Denkbar sei etwa ein kleines Netzwerk aus Butzen, entlang verschiedener Wanderrouten. "In der Sächsischen Schweiz gibt es ja das Boofen – warum etablieren wir in der Rhön nicht das Butzen?"

Die sogenannte Butze: Eine Holzhütte auf Pfählen mit einer großen Scheibe
Die Erfinder der Butzen träumen von einem kleinen Netzwerk aus Butzen entlang verschiedener Wanderrouten in der Rhön. Bildrechte: MDR/Marlene Drexler

Die Butzen können zum bundesweiten Tag der Architektur am 26. und 27. Juni 2021 besichtigt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Morgen | 26. Juni 2021 | 08:12 Uhr

2 Kommentare

Graf von Henneberg vor 16 Wochen

Und ringrsum liegen dann die menschlichen Hinterlassenschaften in Feld, Wald und Flur. Und dann sitzen noch die urbanen Abenteuersuchenden im Wald und machen Lagerfeuer.
Es gibt sehr viele ordentliche Übernachtungsmöglichkeiten in der Rhön, sowohl in der thüringischen als auch in der hessischen und bayerischen - für jeden Geldbeutel-

DermbacherIn vor 16 Wochen

Mit den "Butzen" gibt es wieder ein paar neue architektonische Hässlichkeiten in der Rhön, wie ich finde. Mir fallen mehr und preiswerterer und schönere, "einfache" Übernachtungsmöglichkeiten ein.

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