Bürger nutzen Mitsprache-Recht Rund 200 Thüringer Einwände zur Südlink-Stromtrasse

Zum Start der Feinplanung für die Stromtrasse durch Südwest-Thüringen haben Anwohner ihre Mitsprache-Rechte rege genutzt. Wie eine Sprecherin der Bundesnetzagentur auf Anfrage von MDR THÜRINGEN mitteilte, seien bis Mitte März rund 200 Stellungnahmen und Einwände aus dem Freistaat eingegangen. Wegen Corona waren nur schriftliche Stellungnahmen möglich.

Ein Leerrohr der geplanten Stromautobahn Suedlink liegt in der Nähe des Umspannwerks Großgartach auf einer Wiese.
In solchen Leerrohren soll die Stromautobahn unterirdisch verlegt werden. Bildrechte: dpa

Kritik an Kabel-Abschnittsstation und Trassenverlauf

Besonders großen Widerspruch gab es aus der Gegend um Bad Salzungen. Im Ortsteil Ettenhausen an der Suhl sieht die Planung eine hektargroße Kabel-Abschnittsstation vor. Die Bewohner stören sich vor allem an den 27 Meter hohen Blitzableiter-Türmen, die in die Landschaft ragen würden. Auch zahlreiche Alternativen zum Verlauf der Leitung innerhalb des schon bestätigten Korridors gingen bei der Behörde ein.

Weitere Anhörung geplant

Der Widerspruch war vielfältig: Von Kommunen über Landes- und Regionalbehörden, Versorgungsunternehmen, Landwirten bis hin zu Bürgerinitiativen und Privatpersonen haben sich Betroffene beteiligt. Die Bundesnetzagentur erklärte, für die Auswertung aller Stellungnahmen noch einige Zeit zu brauchen. Bevor die Behörde über die Baugenehmigung entscheidet, soll es eine weitere Anhörung geben.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 05. April 2021 | 18:00 Uhr

6 Kommentare

Eulenspiegel vor 4 Wochen

Also ich denke Nörgler und Meckerer gibt es viele. Aber wie viele Thüringer Bürger haben sich eigentlich hingesetzt und ihr gutes Recht in Anspruch genommen um ihre Einwende gegen dieses Projekt zu Papier gebracht? Hier steht 200. Sind ja nicht gerade Viele. Es sind jedenfalls sind das nicht die Volksmassen. Es wird sich zeigen welche Auswirkungen diese Einwände haben werden.

Eulenspiegel vor 4 Wochen

Also ich denke dazu:
Bürgerbeteiligung heißt das jeder, von einem Verwaltungsakt betroffene Bürger, Verein das Recht hat seine Interessen zu vertreten. Und das jeder Bürger, Verein auch die Möglichkeit hat gegen so einen Verwaltungsakt Rechtsmittel einzulegen.
Auf gut Deutsch:
Die Genehmigung dieser Stromtrasse ist ein Verwaltungsakt und jeder von dieser Trasse betroffene Bürger, Verein hat die Möglichkeit dagegen zu klagen. Und natürlich hat das Sinn wenn man gute Argumente hat. In der Geschichte der BRD wurden schon auf diese Weise eine ganze Reihe Milliarden schwere Projekte gestoppt. Auch im Osten habe bereits eine ganze Menge Bürger erkannt das die Bürgerbeteiligung ein gutes Mittel ist. Schließlich wurde der Ausbau der Windenergie im Osten mit der Bürgerbeteiligung weitgehend gestoppt.
Und das Ziel dieser Bürgerbeteiligung ist doch klar. Die Politik muss die Bürger mitnehmen. Denn gegen die Bürger funktioniert keine Demokratie.

hansfriederleistner vor 4 Wochen

Warum werden in Süddeutschland die KKW abgeschaltet? Hier gibt es kein Meer direkt am Kraftwerk wie in Japan. Ich wohne im Bereich Gundremmingen. Da gibt es keine Probleme in der Bevölkerung. Die wurden in Berlin bei der Regierung gemacht. Laßt uns unser KKW und wir brauchen die Fernleitung quer durch Deutschland nicht.

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