E-Mobilität Tuktuks befördern Buga-Gäste in Bad Liebenstein

Autorenbild Ruth Breer
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Tuktuks sind vor allem aus Asien bekannt: dreirädrige Transportfahrzeuge, eine Mischung aus Motorrad und Auto, auch Autorikscha genannt. Drei nagelneue weiße Elektro-Tuktuks sind jetzt im Kurort Bad Liebenstein zu Hause. Sie sollen Touristen befördern, zu Stadtrundfahrten oder auch als Shuttle zum Bad Liebensteiner Buga-Außenstandort, dem Schloss und Park Altenstein.

Erst am Dienstag haben die neuen Tuktuks Zulassung und Kennzeichen bekommen, die Sitzpolster sind noch mit Folien geschützt. Aus den Niederlanden hat sich die Bad Liebenstein GmbH die drei Fahrzeuge liefern lassen. Jedes kann neben dem Fahrer vier Passagiere befördern. Auf den beiden Rückbänken haben sie viel Platz und Beinfreiheit - und natürlich, Ordnung muss sein, Sicherheitsgurte. Gegen Sonne schützt ein leichtes Dach, bei Regen lassen sich noch Seitenwände anhängen.

Mit knapp zehn PS in den Thüringer Wald

Im Cockpit fällt als erstes der Lenker ins Auge: stark abgeknickt wie ein umgekehrtes V. Dazu einige wenige Bedienelemente: Licht, Blinker und Warnleuchte. Automatik-Schalter und Zündschloss. Wie beim Motorrad wird mit Handgas gearbeitet, rechts die Bremse, links eine Handbremse. Die Batterie der Tuktuks reicht für 100 Kilometer, sie haben knapp zehn PS und schaffen gut 45 km/h. Auch die Berge kommen sie hoch, sagt Marcus Malsch, der den Kauf angeregt hatte.

Elektro-Rikscha in Bad Liebenstein
Die dreirädrigen E-Tuktuks sind eine Mischung aus Motorrad und Auto. Sie stammen ursprünglich aus Asien. Der Nachbau aus den Niederlanden ist für den Straßenverkehr zugelassen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Elektro-Rikscha in Bad Liebenstein
Die dreirädrigen E-Tuktuks sind eine Mischung aus Motorrad und Auto. Sie stammen ursprünglich aus Asien. Der Nachbau aus den Niederlanden ist für den Straßenverkehr zugelassen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Elektro-Rikscha in Bad Liebenstein
Vorne ist das Tuktuk schlank und hat Platz für den Fahrer... Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Elektro-Rikscha in Bad Liebenstein
In den beiden großzügigen Sitzreihen können es sich vier Menschen bequem machen und sicher anschnallen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Elektro-Rikscha in Bad Liebenstein
Die Anzeige links gibt die Reichweite der Batterie an - 100 Kilometer schafft das Fahrzeug mit einer Ladung Strom. Rechts die Geschwindigkeit: Bis zu 45 km/h sind kein Problem. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Elektro-Rikscha in Bad Liebenstein
Der Landtagsabgeordnete Marcus Malsch hatte in Barcelona erstmals in einem Tuktuk gesessen und fand: So etwas braucht Bad Liebenstein auch. Er hatte bereits eine E-Kutsche in den Kurort gebracht, die im vergangenen Jahr gut nachgefragt wurde. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Elektro-Rikscha in Bad Liebenstein
Das weiße Elektro-Fahrzeug erregt Aufsehen und Nachfragen: Marcus Malsch musste bei der ersten Ausfahrt vielen Liebensteinern erklären, wofür das Tuktuk eingesetzt werden soll. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
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Elektro-Rikscha in Bad Liebenstein
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Vorreiterrolle bei der E-Mobilität

Der CDU-Landtagsabgeordnete aus dem Bad Liebensteiner Ortsteil Steinbach war im Urlaub bei einer Stadtrundfahrt in Barcelona in einem E-Tuktuk unterwegs gewesen. Anschließend hatte er nachgelesen, dass die Fahrzeuge, eigentlich bekannt aus Asien, mittlerweile in 40 Ländern zu Hause sind. In Deutschland aber findet man sie kaum. Und da Malsch im vergangenen Jahr bereits eine E-Kutsche nach Bad Liebenstein geholt hatte, fand er nun, dass der traditionsreiche Kurort auch bei den E-Tuktuks eine Vorreiterrolle übernehmen könnte.

Shuttle-Service zum Buga-Außenstandort Altenstein

Da der Wartburgkreis eine Modellregion für Elektromobilität ist, gab es für das Vorhaben reichlich Fördermittel. Die Hälfte der Anschaffungskosten von rund 20.000 Euro pro Fahrzeug übernahm nach Angaben von Malsch das Thüringer Umweltministerium, jeweils 7.500 Euro flossen vom Landkreis.

Wenn Ende April die Buga öffnet, wartet der erste offizielle Einsatz auf die Tuktuks: Sie sollen Gäste vom Parkplatz in Steinbach in den Landschaftspark um Schloss Altenstein bringen, einem Buga-Außenstandort. Später seien auch andere Einsätze denkbar, sagt Malsch: wenn Firmen beispielsweise mit ihrer Belegschaft Bad Liebenstein besichtigen wollten bei einer Rundfahrt. Und selbst zu Corona-Zeiten sei das Tuktuk ein geeignetes Fahrzeug: Eine Familie oder ein Haushalt passten gut auf die Rückbänke.

Forschungsprojekt mit Hochschule geplant

Geplant, aber noch nicht letztlich bestätigt ist ein Mobilitäts-Projekt gemeinsam mit dem Umweltministerium und der Hochschule in Schmalkalden. Beim Einsatz der Elektrofahrzeuge im Shuttle-Dienst wollen Studenten und Studentinnen die Buga-Gäste zur E-Mobilität befragen: Wie reagieren sie auf die Fahrzeuge? Wie finden sie die touristische Nutzung? Und wo könnten sie sich in Zukunft mehr Elektromobilität vorstellen?

Bei einer ersten Ausfahrt in Bad Liebenstein ist das erste Tuktuk auf ein positives Echo gestoßen: Wunderschön sehe es aus, meinten Spaziergänger im Kurpark. Und bei einer spontanen Testfahrt freute sich eine Familie über viel Platz und eine ruhige Fahrt.

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Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 08. April 2021 | 17:10 Uhr

3 Kommentare

Kelte vom Oechsenberg vor 15 Wochen

Hallo Haller. Das "Krause Duo" war/ist ein "stinkender" Zweitakter, auch wenn es auf einer "Schwalbe" beruht. Außerdem ist das oben gezeigte Tuktuk bedeutend komfortabler.
Anmerkung. Ihrer vorstehenden Äußerung folgend, gehören sie eher zur Fraktion "Vorwärts zur Dampfmaschine". Ich persönlich würde mal lieber ohne den Zweitaktermief fahren.

Haller vor 15 Wochen

Vorwärts zurück zum Krause Duo?

Critica vor 15 Wochen

Braucht man für die Nutzung einen Schnelltest und eine Maske mit Schutzbrille und Visier?

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