Geisa Erste Stadt Deutschlands baut LNG-Anlage für eigene Gasversorgung

Die Stadt Geisa im Wartburgkreis setzt als erste Stadt in Deutschland bei der Energieversorgung nun auf flüssiges Erdgas. Eine entsprechende LNG-Anlage wurde am Freitag aufgebaut. Auslöser war nicht der Ukraine-Krieg.

Ein Kran stellt einen Flüssiggastank auf.
Das flüssige Erdgas soll in Zukunft von Lastwagen nach Geisa gebracht werden. Bildrechte: MDR/Wolfgang Hentschel

Der Westthüringer Energieversorger Werraenergie hat in Geisa im Wartburgkreis eine Flüssig-Erdgas-Anlage aufgebaut. Laut Werraenergie ist Geisa die erste Stadt in Deutschland, die künftig flüssiges Erdgas, kurz LNG, zur Energieversorgung nutzt.

Nach Angaben von Geschäftsführer Hans Ulrich Nager sollen mit dem Gas ab Anfang 2023 Privathaushalte und Unternehmen versorgt werden. Bisher gebe es 180 Interessenten für einen Anschluss. Wie viele Anschlüsse genau geplant sind, konnte er aber nicht sagen. Insgesamt gehe es um elf Millionen Kilowattstunden im Jahr.

Erklärvideo LNG 1 min
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Der Ukraine-Krieg hat in Deutschland Sorgen wegen der Energiesicherheit ausgelöst. Etwas Abhilfe schaffen könnte der Import von verflüssigtem Erdgas (LNG). Doch hierzulande fehlt es an der nötigen Infrastruktur.

Mi 20.04.2022 18:54Uhr 00:40 min

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Zum Aufklappen: Was bedeutet LNG?

LNG ist die englische Abkürzung für Liquified Natural Gas (verflüssigtes Erdgas). Das Gas wird nach der Förderung auf rund 160 Grad Minus abgekühlt und dadurch verflüssigt. In dieser Form verliert es deutlich an Volumen und kann per Eisenbahn sowie Lkw in speziell isolierten Behältern zu den Verbrauchern transportiert werden. Die Bundesregierung treibt derzeit den Bau schwimmender LNG-Terminals in Deutschland voran, um die Abhängigkeit von Russland zu verringern.

Werraenergie hat nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Euro in Netz und Anlage investiert. Die Preise für die Kunden lägen etwa auf dem Niveau für normales Erdgas.

Ukraine-Krieg nicht der Auslöser

Der Hintergrund für das Projekt in Geisa ist allerdings nicht der Ukraine-Krieg, sondern dass Geisa noch nie an das Erdgas-Netz angeschlossen war, erklärte Vertriebsleiter von Werraenergie, Stefan Voigt. Das liege an der Lage der 5.000-Einwohner-Stadt in der Rhön und im Grenzgebiet zwischen Hessen und Thüringen. Ein Anschluss an das Erdgas-Netz wäre aufgrund der Entfernung teurer gewesen als der Neubau der LNG-Anlage.

Ein Gas-Frachter liegt vor Dakar an der Küste von Senegal.
Flüssigerdgas wird in großen Containerschiffen nach Deutschland gebracht. Bildrechte: dpa

Bislang hatten Einwohner laut Voigt auf Ölheizungen gesetzt oder auf sogenannte Insellösungen beim Gas. Das bedeutet, dass sich mehrere Häuser in der Nachbarschaft einen größeren Gastank teilten. Erste Pläne für die Ortsversorgung habe es bereits 2019 gegeben.

Lastwagen sollen das flüssige Erdgas in Zukunft nach Geisa bringen. Stammen soll es aus verschiedenen Quellen, vornehmlich aus dem arabischen Raum, so Voigt. Perspektivisch könne später auch Wasserstoff oder Biogas verwendet werden, sagte der Vertriebsleiter.

MDR (jn)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 22. Juli 2022 | 19:00 Uhr

33 Kommentare

MDR-Team vor 19 Wochen

Hallo ihmalec, der erste Teil Ihres Beitrags hat die Redaktion nicht freigegeben, da dieser dem Ausgangsthema nicht entsprach. Wir bitten um Verständnis und freuen uns über weitere Kommentare zum Thema.
Schönen Sonntag!

ihmalec vor 19 Wochen

Solange die Formel 1 noch ihre Autos mit Flugzeugen quer um die Welt befördert und Millionen Leute mit Flugzeugen in den Urlaub fliegen, besteht wohl keinerlei Notwendigkeit sich über Klimaschutz den Kopf zu zerbrechen. Und wird mit dem Lastenrad oder Fahrrad bzw Elektromobilität (ein Witz in Bezug auf niedrigerer Emission) nie erreicht werden.

nicht vergessen vor 19 Wochen

Das ist es was ich gemeint habe . Diese 20%bezogen sich aufs abkühlen und erwärmen.. Nun ,der Mdr verbessert meine Zahlen die vor längerer Zeit im F.... standen. Wenn schon 25% beim abkühlen entstehen ,wo ist da die Wirtschaftlichkeit.Daher muss der Erdgaspreis hoch damit unser Wirtschaftminister die " dienende Führungsrolle" als als Handlanger Onkel Bidens erfüllt werden kann .

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