Bad Salzungen Hinter der Fracht versteckt: Flüchtlinge auf rumänischem Lastwagen entdeckt

Versteckt hinter der Fracht eines Lastwagens, sind sechs Männer heimlich nach Thüringen eingereist. Der Fahrer entdeckte die Geflüchteten beim Entladen seines Lkw in Bad Salzungen. Solche Schleusungen nehmen laut Polizei zu.

Ein Lkw fährt über eine Raststätte, auf der bereits viele Lkw parken.
Immer häufiger reisen Geflüchtete entweder mit oder ohne Wissen der Fahrer in Lastwagen heimlich nach Deutschland ein. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Mandy Ganske-Zapf

Sechs Flüchtlinge sind in Bad Salzungen (Wartburgkreis) auf einem rumänischen Lastwagen entdeckt worden. Wie die Bundespolizei mitteilte, wurden die Männer am Mittwochnachmittag beim Entladen gefunden und dann vorläufig festgenommen. Sie hatten sich hinter der Fracht versteckt.

Geflüchtete stellen Asylanträge

Bei den Geflüchteten handelt es sich laut Polizei um fünf Männer aus Afghanistan und einen Mann aus Pakistan im Alter von 18 bis 27 Jahren. Alle hätten inzwischen Asylanträge gestellt, sagte ein Sprecher der Bundespolizei MDR THÜRINGEN. Sie müssen sich nun in der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl melden.

Die Flüchtlinge waren den Angaben zufolge rund 36 Stunden auf der Ladefläche unterwegs. Ein Anfangsverdacht, dass der Fahrer als Schleuser tätig war, habe sich nicht bestätigt, so die Bundespolizei. Er sei selbst von der Entdeckung überrascht worden. Weder bei seiner Befragung noch bei der der Geflüchteten haben sich demnach belastende Argumente ergeben. Sobald der Laster von den Ermittlern freigegeben wird, kann der Fahrer den Heimweg antreten. Zwei ähnliche Fälle hatte es in Thüringen bereits Anfang Mai und Ende Februar gegeben.

Starker Anstieg bei Schleusungen

Seit dem Herbst verzeichnet die Bundespolizei einen starken Anstieg sogenannter Behältnis-Schleusungen im mitteldeutschen Raum. Die heimliche Einreise auf Lastwagen ist nicht ungefährlich für die Geflüchteten: Ihnen drohen laut Polizei Sauerstoffmangel, Dehydrierung, Unterkühlung sowie eine erhöhte Verletzungsgefahr bei Unfällen.

Wie Schleuser illegale Menschentransporte organisieren

Nach Polizeiangaben greifen Schleuser die Menschen aus Syrien, Afghanistan oder Irak sehr häufig in Rumänien oder Bulgarien auf. Ein paar Tage lang bringen die Menschenschmuggler die Migranten in geheimen Unterschlupfen unter. Dort müssen sie so lange warten, bis sie auf Lkw-Ladeflächen oder in Kleintransportern versteckt werden. Einige Speditionen sind Teil der Schleuser-Netzwerke. Andere Fahrer bringen die Flüchtlinge ohne eigenes Wissen über die Grenze.

In Deutschland angekommen, machen die Flüchtlinge entweder auf sich aufmerksam oder sie werden von Zeugen entdeckt. Dies geschieht häufig an Raststätten. Die wenigsten illegalen Grenzübertritte werden bei gezielten Kontrollen festgestellt.

22.03.2018, Niedersachsen, Bad Bentheim: Bundespolizisten befreien an der deutsch-niederländischen Grenze neun irakische Flüchtlinge aus einem verplombten Kühllaster.
22.03.2018, Bad Bentheim in Niedersachsen: Bundespolizisten befreien an der deutsch-niederländischen Grenze neun irakische Flüchtlinge aus einem verplombten Kühllaster. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 03. Juni 2021 | 10:00 Uhr

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