Point Alpha Stiftung Theo Waigel würdigt in Geisa die Wegbereiter der Wiedervereinigung

Bei einem Festakt der Point Alpha Stiftung am Vorabend des Tags der Deutschen Einheit hat der frühere Finanzminister Theo Waigel die Festrede gehalten. Dabei blickte er nicht nur auf die deutsche Geschichte.

Männer tragen Blumenkränze
Etwa 250 Menschen gedachten an der Gedenkstätte Point Alpha auch den Opfern der deutschen Teilung. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Der frühere Finanzminister Theo Waigel hat die deutsche Wiedervereinigung als erfolgreich bezeichnet. Der CSU-Politiker sprach beim Festakt der Point Alpha Stiftung zum Tag der Deutschen Einheit an der hessisch-thüringischen Landesgrenze.

Waigel räumte ein, dass der Prozess länger gedauert und mehr gekostet habe als gedacht. Er bezifferte die Kosten in den vergangenen 30 Jahren auf insgesamt mehr als zwei Billionen Euro. Es sei die größte Solidaraktion auf deutschem Boden gewesen. Dafür sei ganz Deutschland jetzt demokratisch und gehöre dem Westen und der Nato an, sagte Waigel: "Wir können glücklich sein über das, was sich damals ergeben hat und bis heute fortwirkt."

Erinnern an Bewegungen in Polen und Ungarn

Waigel würdigte die Wegbereiter und Unterstützer des Einigungsprozesses. Er erinnerte an die Bewegungen in Polen, Ungarn und in der Tschechoslowakei sowie an die friedliche Revolution in der DDR, als Menschen mit Kerzen in der Hand das SED-Regime herausgefordert hatten.

Es habe keinen besseren Verbündeten gegeben als die USA mit Präsident George Bush, und Michail Gorbatschow habe in der Sowjetunion Machtverlust in Kauf genommen statt seine Politik von Glasnost und Perestroika aufzugeben. Helmut Kohl schließlich habe durch sein klares Bekenntnis zu Europa Misstrauen abgebaut.

Zehn Männer stehen hinter Blumenkränzen
An der Gedenkstätte Point Alpha wird traditionell am 2. Oktober die Deutsche Einheit gewürdigt. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Gottesdienst in der Gedenkstätte Point Alpha

Vor dem Festakt hatte der frühere Finanzminister gemeinsam mit Politikern aus Hessen und Thüringen Kränze an einem Denkmal an der Gedenkstätte niedergelegt. Es erinnert an die Opfer der deutschen Teilung, an die friedliche Revolution von 1989 und an die Beteiligten der Wiedervereinigung.

250 Menschen verfolgten anschließend den Festakt. Für Sonntagvormittag ist in der Gedenkstätte ein ökumenischer Gottesdienst geplant. Der traditionelle Familientag fällt auch in diesem Jahr coronabedingt aus. An der Gedenkstätte Point Alpha in Geisa wird der Tag der Deutschen Einheit traditionell am Vorabend gewürdigt. Theo Waigel war von 1989 bis 1998 Finanzminister.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 02. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

22 Kommentare

Breakpoint vor 7 Wochen

O.E.U.O. --- Die Point-Alpha-Gedenkstätte samt Stiftung war eine schöne "Erfindung" der CDU Hessen/Thüringen. Und dient der Partei im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit vor allem zur eigenen Beweihräucherung. --- Darüber muss man sich nicht aufregen. 😎

Deputy vor 8 Wochen

Bei Wikipedia kann man diesen schlichten Satz lesen: "Während der Wende in der DDR 1989/90 blieben die sowjetischen Truppen in ihren Kasernen und griffen nicht ein, was Grundvoraussetzung für das Gelingen der friedlichen Revolution war." - Dieses Stillhalten der Besatzungsmacht ist bis heute ein kaum erklärbares Wunder. Über eine halbe Million einsatzbereite Soldaten, Garde-Divisionen aller Waffengattungen mit unvorstellbarem Zerstörungspotential ... Und alle blieben als Zuschauer untätig, während übermütig krakeelende "Volker" mit Pappschildern durch die Straßen zogen. - Nur wenige Zeitzeugen wissen, wie knapp Michael Gorbatschow seinerzeit vor der Entmachtung stand. Hätten sich damals die "Hardliner" in der KPdSU durchgesetzt, wäre deutsche und europäische Geschichte wohl ganz anders verlaufen. - Glück gehabt!

Ovuvuevuevue Enyetuenwuevue Ugbemugbem Osas vor 8 Wochen

Ich beglückwünsche die Point-Alpha-Stiftung, dass sie den Mut und die Größe hatte, den direkt gewählten Bundestagsabgeordneten des Wartburgkreises nicht zu der Veranstaltung einzuladen, weil er anders als die Herren Waigel, Hirte und Walk offensichtlich nicht der CDU oder CSU angehört, sondern einer Partei, die im Osten größere Sympathiewerte erlangt. Besser kann man die Deutsche Einheit zwischen Ost und West, aber auch das Eintreten für Demokratie und Grundgesetz nicht dokumentieren...

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