Forschung Verein für Forschungsinstitut Point Alpha im Wartburgkreis gegründet

In Geisa im Wartburgkreis wird in Zukunft zu den Themenfeldern Kalter Krieg, Grenze und Demokratie geforscht. Für das Forschungsinstitut Point Alpha ist auch ein neues Gebäude mit Unterkünften in der Innenstadt geplant.

Sebastian Leitsch, Vorstand der Point Alpha Stiftung, Politikwissenschaftlerin Claudia Wiesner von der Hochschule Fulda, Manuela Henkel, Bürgermeisterin von Geisa, Historikerin Christiane Kuller von der Universität Erfurt und Philipp Gassert, Historiker an der Universität Mannheim (v.l.n.r.).
Sebastian Leitsch, Vorstand der Point Alpha Stiftung, Politikwissenschaftlerin Claudia Wiesner von der Hochschule Fulda, Manuela Henkel, Bürgermeisterin von Geisa, Historikerin Christiane Kuller von der Universität Erfurt und Philipp Gassert, Historiker an der Universität Mannheim (v.l.n.r.). Bildrechte: MDR/Ruth Breer

In Geisa im Wartburgkreis hat sich am Freitagabend ein Verein für das geplante Forschungsinstitut Point Alpha gegründet. Mitglieder sind die Point Alpha Stiftung, die Hochschule Fulda, Wissenschaftler der Universitäten Erfurt und Mannheim und die Stadt Geisa. Am Institut soll interdisziplinär zu den Themenfeldern Kalter Krieg, Grenze und Demokratie geforscht werden.

Die Region galt einst als heißester Punkt im Kalten Krieg. Die Menschen haben hier den Alltag an der Innerdeutschen Grenze erlebt - mit Sperrgebiet und Zwangsaussiedlungen. Was das für die Gegenwart heißt und wie das fortwirkt, wollen Historiker und Sozialwissenschaftler im Forschungszentrum gemeinsam erkunden.

Land Thüringen bewilligt Anschubfinanzierung

Die Geisaer Bürgermeisterin Manuela Henkel (CDU) sprach von einer großen Chance für die Region, die mit dem Wissenschaftsstandort aufgewertet werde. Zunächst sollen Räume der Stadt und der Point Alpha Stiftung genutzt werden. Geplant sei aber auch der Neubau eines Gebäudes mit Studien-Unterkünften in der Innenstadt, kündigte Henkel an.

Als Anschubfinanzierung hat das Land 700.000 Euro für das Forschungsinstitut bewilligt. Außerdem hat die Hochschule Fulda personelle Unterstützung in Höhe von 470.000 Euro bis zum Jahr 2024 zugesagt. Im Januar 2022 soll das Institut eine Geschäftsstelle bekommen. Geplant sind jährliche Symposien mit internationalem Fokus, Doktorandenkonferenzen und Streitgespräche.

Für besondere Forschungsvorhaben sollen Drittmittel eingeworben werden. Ziel ist es, dass die Hochschulen in Fulda und Erfurt das Institut als sogenanntes An-Institut anerkennen.

Was ist ein An-Institut? Ein An-Institut ist eine selbstständige Einrichtung an Hochschulen oder Hochschulen. Sie ist organisatorisch, personell und räumlich mit diesen verbunden, ist allerdings kein Bestandteil dieser. In der Regel sind An-Institute privatrechtlich organisiert als eingetragener Verein oder Stiftung organisiert. Sie unterscheiden sich dadurch von Instituten an Universitäten und Hochschulen.

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https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/west-thueringen/wartburgkreis/video-geisa-100.html

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Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 17. Juli 2021 | 12:30 Uhr

2 Kommentare

Atze1 vor 9 Wochen

Dazu möchte ich aber noch sagen, dass in der DDR nicht alles schlecht war. Die Kinderförderung, das Soziale, keine Ellenbogen- und Konsumgesellschaft, funktionierende Arbeitskollektive in denen man sich aufgehoben fühlteGleichbehandlung im Gesundheitswesen usw. Da hätte ich schon viel mehr als den Grünen Pfeil mit rübergenommen, um nicht von retten zu reden. Ich denke, bis heute unterschätzt man uns Ossis. Es war eben mehr als eine Diktatur der Arbeiterklasse und ihrer Partei. Von Freiheit konnte und kann man auch in dieser Gesellschaft heute nicht reden. Auch hat das berühmte Wort von R. Luxemburg immer noch Bestand. Erst recht in Krisenzeiten wie heute, die immer geballter auftreten. Ich wünsche dem Verein, dass er recht bald wirksam wird. Zuerst schlage ich vor, einen viertelstündigen allgemeinen Film über P.Alpha zu drehen, der dann in Schulen eingesetzt
werden kann. Danach könnten sie dann Fragen an einen Zeitzeugen stellen, der ihnen den ambivalenten Dienst von damals erklärt

Atze1 vor 9 Wochen

Am Point Alpha war ich schon einmal vor etwa 15 Jahren und ich hoffe, dass neben Forschung besonders lebendige Arbeit mit Zeitzeugen und Treffen solcher Leute geplant werden. Es müsste ein Netz von ehemaligen Soldaten von damals entstehen, die über den õrtlichen Punkt in der Rhön hinaus, ggf. im Land z.B. vor Schulklassen über ihre Zeit bei der NVA in Geisa berichten. Zeitzeugen sterben immer mehr aus und auch später sollen Kinder und Jugendliche erfahren, wie gefahrvoll der Dienst an der Grenze am Point Alpha war. Für jeden Soldaten, für alle Staaten rundherum. Der Verein müsste ein Multiplikator sein, der in ganz D. Leute ausfindig macht. Bestimmt finden sich noch Leute, die mitmachen. Mir war jedenfalls ganz anders, als ich damals vor paar Jahren in einem kleinen Bunker praktisch an der Nahtstelle der Systeme stand. Das gruslige Gefühl, obwohl wir heute in der BRD leben. Ich bin froh, dass unser Volk seit über 30 Jahren wieder eins ist, denn so hätte es ja nicht bleiben könn en.

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