Wartburgkreis Staudamm im Schlosspark Wilhelmsthal nach sechs Jahren saniert

Rund 1,75 Millionen Euro hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten in den Staudamm und die angrenzende Brücke im Schlosspark Wilhelmsthal investiert. Die die 2015 begonnenen Sanierungsarbeiten waren aufwendig.

Blick über eine Brücke über den See auf Teile des Schloss-Ensembles.
Blick über den See auf Teile des Schloss-Ensembles. Bildrechte: MDR/ Ruth Breer

Im Schlosspark Wilhelmsthal südlich von Eisenach ist der Staudamm des Parksees nach sechs Jahren fertig saniert. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten hatte seit 2015 insgesamt 1,75 Millionen Euro in den Damm und eine angrenzende Brücke investiert. Im Frühjahr wurde der 300 Jahre alte See für einen Probestau wieder mit Wasser gefüllt.

Er wird von dem Flüsschen Elte gespeist. Mit dem Wasser sei der Eindruck von Schloss und Park ein ganz anderer, sagte die Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Doris Fischer. Für das Gartenbild sei die spiegelnde Fläche sehr wichtig.

Arbeiten gingen langsamer voran als gedacht

Die Arbeiten waren aufwendig, weil der See mittlerweile rechtlich als Talsperre gilt und der Damm nicht mehr den Normen entsprach. Da beide Teile eines bedeutenden Gartendenkmals sind, wurden Kompromisse gefunden.

So konnte der acht Meter hohe Erddamm teilweise wieder bepflanzt werden, nachdem er auf der Luftseite aufgeschüttet wurde. Auch durfte das historische Lindenrondell auf einer halbkreisförmigen Ausbuchtung des Damms wiederentstehen.

Damm am Parksee von Schloss Wilhelmsthal saniert

Der gefüllte Parksee am Schloss Wilhelmsthal südlich von Eisenach.
Seit dem Frühjahr 2021 ist er wieder gefüllt: der Parksee am Schloss Wilhelmsthal südlich von Eisenach. Technisch handelt es sich um eine Talsperre. Der Damm wurde sechs Jahre lang saniert. Insgesamt hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten 1,75 Millionen Euro investiert. Bildrechte: MDR/ Ruth Breer
Der gefüllte Parksee am Schloss Wilhelmsthal südlich von Eisenach.
Seit dem Frühjahr 2021 ist er wieder gefüllt: der Parksee am Schloss Wilhelmsthal südlich von Eisenach. Technisch handelt es sich um eine Talsperre. Der Damm wurde sechs Jahre lang saniert. Insgesamt hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten 1,75 Millionen Euro investiert. Bildrechte: MDR/ Ruth Breer
Ein aufgeschütteter Damm.
Die Luftseite des Damms wurde aufgeschüttet. Deshalb durften dort Sträucher und kleinere Bäume angepflanzt werden. Ein Kompromiss zwischen dem Gartendenkmal und den technischen Anforderungen, normalerweise darf auf Dämmen nichts gepflanzt werden. Bildrechte: MDR/ Ruth Breer
Eine kleine Halbinsel auf einem Damm an einem See.
Auf dem Damm ist eine halbkreisförmige Ausbuchtung (Halbinsel) erhalten geblieben. Wie schon in der Barockzeit wurde dort wieder ein Rondell aus Linden gepflanzt. Von dort ist der Blick auf das Ensemble des Neuen Schlosses besonders schön. Bildrechte: MDR/ Ruth Breer
Mehrere Menschen stehen im Innenhof eines Schlosses.
Auch am Neuen Schloss wird derzeit gearbeitet: Bis 2023 werden 1,4 Millionen Euro investiert, um den Saalbau (links) mit dem bedeutenden Telemannsaal trockenzulegen und die Wände zu entsalzen. Anschließend sollen auch die Kolonaden und der Littmannbau (rechts) instand gesetzt werden. Ziel der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten ist es, das Ensemble künftig als Veranstaltungsort für Konzerte zu nutzen. Bildrechte: MDR/ Ruth Breer
Ein historisches Dammbauwerk über einen kleinen Fluss.
Das historische Dammbauwerk entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine Talsperre. Jetzt wurden zwei Grundablässe geschaffen, auch elektronische Technik eingebaut. Der See, offiziell Talsperre, wird wöchentlich von der Thüringer Fernwasserversorgung kontrolliert. Bildrechte: MDR/ Ruth Breer
Blick über eine Brücke über den See auf Teile des Schloss-Ensembles.
Blick über eine Brücke über den See auf Teile des Schloss-Ensembles. Für das Gartendenkmal ist der See mit seiner Spiegelwirkung ein wichtiger Bestandteil. Einst ließen die Eisenacher Herzöge hier auch Gondeln schwimmen. Bildrechte: MDR/ Ruth Breer
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 22. Juni 2021 | 15:40 Uhr

An den Schlossgebäuden kommen die Arbeiten langsamer voran als gedacht. Seit vergangenem Jahr wird der Saalbau des Neuen Schlosses mit dem bedeutenden Telemannsaal trockengelegt. Mit speziellem Putz soll Salz aus den Innenwänden gezogen werden.

Weil zwei Fördermittelgeber ausfielen, muss die Schlösserstiftung die Kosten von 1,4 Millionen Euro alleine tragen. Deshalb wurden die Arbeiten auf drei Jahre gestreckt. Erst danach kann das Ensemble mit Saalbau, Kolonaden und Littmannbau restauriert und baulich instandgesetzt werden. Die Kosten schätzt die Stiftung auf weitere sechs Millionen Euro.

Sondermittel von Bund und Land

Stiftungsdirektorin Doris Fischer hofft dafür auf die Sondermittel von Bund und Land. Ziel sei es, einen attraktiven Veranstaltungsort zu schaffen. Der Telemannsaal mit besonderer Akustik gilt als frühester alleinstehender Konzertsaal Europas.

Seine Ausstattung mit Marmor und Stuckmarmor aus dem 18. Jahrhundert gehört nach Ansicht von Fischer zu den "großen Raumkunstwerken Thüringens“. Einige Werke von Georg Philipp Telemann sind dort uraufgeführt worden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 22. Juni 2021 | 20:30 Uhr

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