Wartburgkreis Bad Liebenstein: Käufer für Ruine des ehemaligen Kurheims "Charlotte" gefunden

Das frühere Kurheim "Charlotte" in Bad Liebenstein soll endlich verkauft werden. Der Investor will Millionen investieren, das Gebäude in der einstigen Form wiederaufbauen und plant etwa Senioren-Wohngemeinschaften, Wohnungen und ein Anbau.

Der Sockel eines Gebäudes hinter einem Bauzaun.
Nur noch der Sockel ist übrig geblieben vom ehemaligen Kurheim "Charlotte" in Bad Liebenstein. Die Stadt hat nun einen neuen Investor gefunden. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Das frühere Kurheim "Charlotte" in Bad Liebenstein soll an einen Investor aus Bremen verkauft werden. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend beschlossen. Die Specht-Gruppe will die Immobilie im historischen Kurviertel erwerben.

Sie plant, das Gebäude weitgehend in der ursprünglichen Form aufzubauen und mit einem rückwärtigen Anbau zu ergänzen. Genutzt werden soll es für Senioren-Wohngemeinschaften und Wohnungen.

Das ehemalige Kurheim "Charlotte" in Bad Liebenstein vor dem Rückbau.
Das Kurheim vor dem Teilabriss 2020. Der neue Investor will das Gebäude weitgehend in seiner ursprünglichen Form wiederaufbauen. (Archiv) Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Awo zog sich als Investor zurück

Der Beschluss fiel ohne Gegenstimmen. Damit wurde gleichzeitig eine Entscheidung aus dem Jahr 2019 aufgehoben, an die Awo-Tochter AJS zu verkaufen. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) hatte das Vorhaben nach internen Querelen zunächst auf Eis gelegt und sich dann als Investor zurückgezogen.

Mehrere Stadtratsmitglieder zeigten sich erleichtert über den zweiten Anlauf für einen Verkauf. Die "Charlotte" sei ein sehr wichtiges Projekt für die Stadtentwicklung und ortsbildprägend, sagte die Beigeordnete Susanne Rakowski.

Kurheim "Charlotte" steht 20 Jahr leer

Die Stadt hatte im Jahr 2015 ihr Vorkaufsrecht genutzt, nachdem das Kurhaus mitten im historischen Kurviertel rund 20 Jahre lang leer gestanden hatte. In Abstimmung mit der Denkmalbehörde ließ die Stadt die maroden Obergeschosse abreißen, so dass nur noch das Sockelgeschoss steht. Nach dem Rückzug der Awo hatte die Stadt ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren gestartet, bei dem sich zwei Interessenten gemeldet hatten.

Pfeiler stützen Teile einer Ruine.
Das marode Obergeschoss des Gebäudes wurde bereits abgerissen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Senioren-Wohngemeinschaft geplant

Ursprüngliche Pläne für ein öffentlich zugängliches Erdgeschoss mit Heilwasser-Lounge und Bibliothek sind mittlerweile vom Tisch. Die Vertreter der Specht-Gruppe machten bei der Präsentation im Stadtrat klar, dass das Vorhaben nur dann wirtschaftlich sei, wenn sämtliche Geschosse für Senioren-Wohngemeinschaften genutzt werden können und ein Anbau entsteht.

Nur eine erhöhte Wohnfläche könne die gestiegenen Baupreise kompensieren, hieß es. Die genaue Höhe der Investition sei derzeit noch nicht absehbar, sagte Geschäftsführer Frank Markus von der Specht-Gruppe. Er rechne mit einer niedrigen zweistelligen Millionensumme.

MDR (rub/fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 13. Mai 2022 | 08:30 Uhr

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