#Thüringen9Euro Wandertour zum Großen Hörselberg mit weiter Aussicht

Wer von Sättelstadt auf den Großen Hörselberg wandert, wird mit großartigen Aussichten belohnt. Die beschriebene Tour ist etwa sieben Kilometer lang, zwei Stunden reine Laufzeit sollte man einplanen. Die Strecke führt auch über Überbleibsel der alten A4.

Zwei Wandersleute auf einem Weg in der Natur.
Einige sind auch mit großem Rucksack unterwegs. Der Große Hörselberg liegt auf dem Pilgerweg von Görlitz nach Vacha. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Diese Sehenswürdigkeit hat immer geöffnet - und echte Fans sagen, sie ist bei jedem Wetter faszinierend: die Aussicht vom Großen Hörselberg im Wartburgkreis auf den westlichen Thüringer Wald. Wer die rund 220 Höhenmeter zwischen Hörseltal und Berggasthaus überwindet, wird mit einem großartigen Panorama belohnt. Man schaut wie von einem Balkon weit in die Landschaft, entdeckt Wartburg und Inselsberg als markante Punkte. Aber auch unterwegs gibt es einiges zu entdecken.

Zum kleinsten Weinberg Thüringens

Nach der Ankunft in Sättelstädt geht es vom Bahnsteig die Treppen hinunter, dann folgen Sie links der kleinen Straße Richtung Kirche. Dort liegt unterhalb des Pfarrhofs der kleinste Weinberg Thüringens. Zwischen Pfarrhof und Weinschänke (geöffnet sonntagnachmittags) führt der Wanderweg (Markierung: weiß-rot-weiß) rechts bergauf.

Natur erobert alte A4-Trasse zurück

Den Radweg kann man links liegen lassen. Kurz vor dem Wald verläuft der Weg durch einen V-förmigen Einschnitt, ein Überbleibsel der alten Autobahn 4, die bis 2010 mitten durch den Fuß der Hörselberge führte. Hier ging es damals unter einer Brücke hindurch. Sie wurde - wie die Fahrbahnen - vollständig zurückgebaut. Von oben ist zu erkennen, wie erfolgreich sich die Natur das Gelände zurückerobert hat.

Wander-Wegweiser an einer Wand.
Die Tour ist gut ausgeschildert: Immer den weiß-rot-weißen Zeichen folgen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Feste Schuhe sind nötig

Wenig später können Sie sich an einer Wanderkarte einen Überblick verschaffen. Etwa 40 Meter weiter haben Sie die Wahl: entweder links abbiegen auf den Kammweg oder geradeaus auf dem Waldweg bleiben. Der Kammweg ist steil und stärker der Sonne ausgesetzt, bietet aber schon unterwegs viele Ausblicke. Allerdings sind Trittfestigkeit und gutes Schuhwerk nötig. Der Waldweg ist ein wenig länger, steigt etwas langsamer an und führt durch schattigen Wald. Auf beiden dauert es etwa gleich lang zum Ziel, ungefähr 45 Minuten.

Oben auf dem Großen Hörselberg haben Sie einen freien Blick auf den westlichen Thüringer Wald bis hin zur Wartburg bei Eisenach. Das Hörseltal liegt 200 Meter tiefer. Wie bei einer Modelleisenbahn sieht man kleine ICE dort entlangrauschen.

Kleine Stärkung auf dem Großen Hörselberg

Die Trasse der einstigen A4 ist bei genauerem Hinschauen Richtung Westen noch als flaches, grünes Band zu erkennen. Der traditionsreiche Berggasthof ist in dieser Saison noch nicht wieder geöffnet, es gibt jedoch einen Imbiss: Freitags bis sonntags versorgt er jeweils von 11 bis 17 Uhr die Gäste mit Getränken, kleinen Speisen, Kaffee und Kuchen. Es gibt zudem einen kleinen Spielplatz mit Rutsche und Sandkasten.

Ein Gasthaus auf einer Wiese.
Das Berggasthaus Großer Hörselberg wurde vor rund 130 Jahren errichtet. Geöffnet ist derzeit nur der Imbiss rechts daneben. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Wer sich satt gesehen hat, kann den Rückweg Richtung Schönau antreten. Dieser dauert rund eine Stunde. Folgen Sie dazu erneut der rot-weiß-roten Markierung vorn am Bergkamm nach rechts Richtung Westen. Der Pilgerweg Richtung Wutha-Eisenach biegt nach einer Weile rechts ab.

Weiter geht es am Kamm entlang. Der Weg führt dann bergab in den Wald. Nach links lohnt sich ein kurzer Abstieg von wenigen Metern zur sagenumwobenen Venushöhle. Den Sommer über ist sie geöffnet, im Winter dient sie als Fledermausquartier. Es geht weiter abwärts durch einen lichten Buchenwald.

Besondere Wiese am Waldesrand

Am Ausgang des Waldes liegt links eine besondere Wiese, die wegen der vielen Heilkräuter "Apotheke" genannt wird. Sie ist als Biotop besonders geschützt und sollte nicht betreten werden. Kurz darauf biegt der Wanderweg nach rechts ab zum Jesus-Brünnlein. Der Name der eingefassten Quelle erinnert an eine Sage, wonach das Gebet eines Hirten Wasser aus dem Fels sprudeln ließ und somit ihn und seine Schafe vor dem Verdursten rettete.

Freizeit Die Wanderung in Bildern: Von Sättelstädt auf den Großen Hörselberg

Wander-Wegweiser an einer Wand.
Wanderwegweiser: Die Tour ist gut ausgeschildert - immer den weiß-rot-weißen Zeichen folgen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Wander-Wegweiser an einer Wand.
Wanderwegweiser: Die Tour ist gut ausgeschildert - immer den weiß-rot-weißen Zeichen folgen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ein Gasthaus auf einer Wiese.
Das Berggasthaus Großer Hörselberg, vor rund 130 Jahren errichtet. Geöffnet ist derzeit nur der Imbiss rechts daneben. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Bänke neben einem Ausflugslokal.
Die Rast mit weitem Ausblick verbinden. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Blick von einem Berg auf Felder, Wiesen und ein Dorf.
Aussicht nach Süden. Im Vordergrund liegt Kälberfeld. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Wegweiser an einem Wanderweg auf einer Weise.
Das Ziel für den Abstieg: es geht nach Schönau an der Hörsel. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Zwei Wandersleute auf einem Weg in der Natur.
Unterwegs sind auch einige mit großem Rucksack. Viele von ihnen wandern - in Etappen oder am Stück - den Pilgerweg von Görlitz nach Vacha. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Eingang zu einer Höhle im Fels.
Sagenumwoben: die Venushöhle, eine Klufthöhle im Muschelkalk der Hörselberge. Hierher soll Venus den Ritter Tannhäuser gelockt haben - Sagenstoff, den Wagner zu einer Oper verarbeitete. Heute im Winter ein Fledermausquartier. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Holzbänke vor einer Quelle im Berg.
Das Jesusbrünnlein. Der Sage nach entsprang die Quelle an den Hörselbergen durch das Gebet eines Hirten, der mit seiner Herde Schafe zu verdursten drohte. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Eine Kuhweide neben einem Wanderweg.
Zwischen Weiden und Wald geht es durch den Zapfengrund stetig bergab nach Schönau/Hörsel. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
Ein Fachwerkhaus.
Viel Wissenswertes zu den Hörselbergen vermittelt das Hörselbergmuseum in Schönau - zu Geologie, Natur und Sagenwelt. Bildrechte: MDR/Ruth Breer
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Bergab geht's zum Zapfengrund

Vom Jesus-Brünnlein führt der Weg immer weiter bergab zwischen Weiden und Wald durch den Zapfengrund bis zum gleichnamigen Gasthof (geöffnet Montag bis Sonntag, 12 bis 22 Uhr, mittwochs Ruhetag), einem beliebten Ziel auch für Radler auf dem Städtekette-Radweg.

Von dort sind es nur noch wenige Minuten hinüber zum Bahnhof Schönau/Hörsel. Vor den Bahngleisen geht es rechts ab zur Hörselmühle mit Bäckerei und Mühlencafé (Donnerstag bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr, Samstag, 8 bis 11 Uhr).

In Schönau lohnt das Hörselbergmuseum einen Besuch. Es liegt im Ort gleich gegenüber vom Bahnhof und ist das Fachwerkensemble jenseits der Durchgangsstraße neben der Kirche. Dort erfahren Gäste viel rund um die Hörselberge, ob es um Geologie, Tiere und Pflanzen geht oder um die Sagenwelt (bis hin Richard Wagners Oper "Tannhäuser").

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist das Backhandwerk, denn gleich neben dem Museum befindet sich das Backhaus, das bis heute von den Schönauer Backfrauen genutzt wird. Das Museum ist donnerstags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Wegweiser an einem Wanderweg auf einer Weise.
Das Schild weist den Weg für den Abstieg: Es geht nach Schönau an der Hörsel. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Hinweise:

  • Die Bahnstationen Sättelstädt und Schönau/Hörsel liegen an der Bahnstrecke zwischen Eisenach und Gotha. Die Regionalzüge verkehren auch am Wochenende stündlich.
  • Gastronomie in Sättelstädt: Hofladen Gebhardt, Direktvermarkter für Fisch und Fleisch mit Imbiss, Grillhütte der Agargenossenschaft Hörseltal - für beide Lokalitäten durch den Ort dem Radweg Richtung Kälberfeld/Eisenach folgen.
  • Achtung: Die Tour ist nicht barrierefrei und weder für Rollstühle noch für Kinderwagen geeignet. Für den Kammweg bergauf empfehlen sich Trittsicherheit und festes Schuhwerk.
  • Extra-Tipps: Es sind Varianten möglich: So kann der Weg auch umgekehrt begangen oder bis Wutha oder Eisenach verlängert werden. Machbar ist auch eine Kombination mit dem Fahrrad: Sowohl Sättelstädt wie auch Schönau/Hörsel liegen am Städtekette-Radweg.

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MDR (mm)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Johannes und der Morgenhahn | 01. Juni 2022 | 05:00 Uhr

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