Autobauer Opel könnte Verantwortung für Eisenacher Werk entzogen werden

Im Eisenacher Opelwerk herrscht bis Jahresende Kurzarbeit. Laut einem Zeitungsbericht könnte es bereits im kommenden Jahr strukturelle Änderungen geben. Demnach sollen die Werke in Eisenach und Rüsselsheim in eigene Gesellschaften überführt werden.

Produktion des Grandland X im Opel-Werk Eisenach
Produktion des Grandland X: Bis Jahresende steht die Produktion in Eisenach still. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Der Autobauer Stellantis erwägt, seiner deutschen Tochter Opel die Verantwortung über die Werke in Eisenach und Rüsselsheim zu entziehen. Um die Zusammenarbeit und Flexibilisierung innerhalb des Konzerns weiter zu stärken, werde geprüft, die Produktionsstätten Rüsselsheim und Eisenach in eigene Rechts- und Produktionsorganisationen zu entwickeln, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Das solle langfristig dazu beitragen, Arbeitsplätze zu sichern. Zuvor hatte das Handelsblatt darüber berichtet.

Stellantis-Chef Carlos Tavares wolle mit dem Schritt mehr Durchgriff auf den gesamten Produktionsverbund in dem Konzern mit insgesamt 14 Marken erreichen, um die Auslastung der einzelnen Werke zu verbessern, berichtete die Zeitung weiter. Zudem könnte die Ausgliederung darauf abzielen, den Einfluss der Gewerkschaften zu schmälern. Umgesetzt werden könnte die Umstrukturierung demnach im kommenden Jahr.

Opel-Sprecher: Bestehende Tarifverträge sollen weitergelten

Ein Opel-Sprecher betonte, die Arbeitsbedingungen sollten für alle Beschäftigten unverändert bleiben, die bestehenden Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen sollten weitergelten. "Über die genaue Ausgestaltung wollen wir nun mit dem Sozialpartner sprechen."

Für das Eisenacher Werk hatte Opel zuletzt wegen der Chipkrise Kurzarbeit bis zum Jahresende angekündigt. Ein konkretes Datum für den Neustart nannte das Unternehmen mit. Der Schritt stieß bei der Gewerkschaft IG Metall und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow auf Kritik.

Opel produziert in Eisenach den Geländewagen Grandland und beschäftigt rund 1.300 Mitarbeiter. Während des Stillstands soll die Fertigung des Fahrzeugs vorübergehend ins französische Souchaux ausgelagert werden. Bei der Belegschaft stößt das auf Kritik. "Mit Stellantis' vagen Aussagen können die Beschäftigten und wir Betriebsräte nichts anfangen", erklärte der Eisenacher Betriebsratschef Bernd Lösche.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, Reuters, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. Oktober 2021 | 20:00 Uhr

18 Kommentare

martin vor 8 Wochen

Sie übersehen bei Ihrer Argumentation geflissentlich, dass die Energiepreise in etlichen anderen europäischen Ländern aktuell drastisch ansteigen - aber in Spanien werden keine entsprechenden Werke geschlossen.

Critica vor 8 Wochen

Gleiches ist ja nun schon öfter in Thüringen passiert. Ich erinnere mich gut, wie die amtierenden Wirtschaftsminister jedesmal den "Machern" die Füße geküsst haben, vielleicht gab es auch eine Belohnung für's "Füße küssen". Und am Ende sind die Arbeiter die Dummen, leider jedes Mal. Und dann ducken sich die amtierenden Wirtschaftsminster weg oder labern inhaltsloses Zeug im Regionalen Fernsehen...

Professor Hans vor 8 Wochen

Peter
Wenn sie so gut über Zeiss Bescheid wissen sollten sie mal die abgewickelten und ausgelagert Bereiche betrachten sowie die 10000 Zeissianer die hoch qualifiziert in die Arbeitslosigkeit geschickt wurden. Der Umbau von Zeiss durch Späth war die Bluttransfusion für Oberkochen und andere Standorte. Das Beispiel Opel habe ich durch meine berufliche Tätigkeit in den letzten 30 Jahren zig mal gesehen, es ist ein Muster und fing mit solchen Skandalen wie KALI&SALZ AG an und dauert fort. Aber sie werden ja die schändlichen unter Verschluss gehaltenen Verträge zwischen Thüringen und dem Kasseler Konzern kennen.

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