Rennsportgemeinschaft Altensteiner Oberland Die Geschichte des Glasbachrennens

Dieses Jahr startet in Steinbach / Bad Liebenstein bereits das 24. Glasbachrennen. 1974 fand das Motorsportereignis im Thüringer Wald zum ersten Mal statt. Aber was ist eigentlich in der Zwischenzeit alles passiert?

Ein Rennwagen fährt auf der Strecke an einer Tribüne auf Höhe eines Hausdaches vorbei.
Rennwagen wie dieser rasen die 5,5 Kilometer von Steinbach zum Glasbachstein hinauf. Bildrechte: MDR/Barbara Butscher

Die Anfänge

Begonnen hat alles am Wochenende des 7. und 8. Septembers 1974. Es trafen sich Fahrer von Serienfahrzeugen, Tourenwagen, Sportwagen und damals auch noch Motorrädern zum Rennen in Steinbach / Bad Liebenstein. Das Interesse und die Teilnehmerzahlen wuchsen schnell. Doch 1991 war Schluss. Die Straßendecke löste sich langsam aber sicher auf. Die Investitionen für neuen Asphalt und angepasste Sicherheitsvorkehrungen waren zu groß für die damaligen Verantwortlichen. Das jährliche Rennen wude eingestellt.

Frischer Wind

2005 nahm das Thema Glasbachrennen in und um Bad Liebenstein wieder Fahrt auf. Die Rennsportgemeinschaft Altensteiner Oberland e.V. (kurz RSG) wurde gegründet. Vositzender damals, immer noch zweiter Vorstand heute: Marcus Malsch. Gebürtig aus Bad Salzungen nahm er selbst bis 2003 an Rallyes teil. Die Liebe zum Motorsport lebt er seit der Geburtsstunde der RSG ausgiebig in Form von Renn- und Veranstaltungsleitung beim Glasbachrennen aus.

Winterstein statt Steinbach

Aber nicht in Steinbach, sondern zunächst im beschaulichen Winterstein wurde die Geschichte weiter geschrieben. Mit 1000 Leitplanken wurde dort eine neue Bergrennstrecke präpariert. Auf der Strecke veranstaltete die RSG dann von 2005-2009 das ADAC Rennsteig Bergrennen. Doch Uneinigkeiten mit dem privaten Waldbesitzer machten die Arbeit schwer. 2010 pausierte die Bergrenntradition im Thüringer Wald wieder einmal. Deshalb wurde nach einer Alternative gesucht.

Gesucht und gefunden

Die Mitglieder der RSG erinnerten sich an die Rennstrecke bei Steinbach und das Glasbachrennen, das 20 Jahre zuvor zum letzten Mal statt gefunden hatte. Mithilfe des Freistaats Thüringen, des ADAC München und des ADAC Hessen-Thüringen ging die RSG das Vorhaben an. Mit 350.000 Euro und über 10.000 Stunden freiwilliger Arbeit schaffte es der Verein, die mit 5,5 Kilometern längste, Bergrennstrecke Deutschlands wieder auf Vordermann zu bringen. Insgesamt wurden dafür 400.000 Euro aufgewendet.

Neuer Glanz

Der Fahrbahnbelag wurde auf den 5,5 Kilometern erneuert und verbessert. Der Verein entwickelte darüberhinaus in Eigenregie ein elektronisches Strecken-Sicherungssystem. Das macht die Bergrennstrecke in Steinbach zur sichersten und modernsten in Europa. Nicht zuletzt deshalb ist das Glasbachrennen seit 2011 Teil der Europa-Bergrennmeisterschaft des Weltmotorsportverbandes FIA.

Euphorie in der Gemeinde

In der Zeit des Rennens sind Steinbach und dessen Nachbarorte im Ausnahmezustand. Das ganze Dorf wird zum Fahrerlager, zur Fanmeile und die Gäste und Einwohner werden eine Familie. Das funktioniert nur, weil die Veranstaltung akzeptiert wird und sich darüber hinaus viele Steinbacher ins Zeug legen. Familien bieten Gästezimmer für Fahrer an, der eigene Hof wird zum Stellplatz für Formel- und Tourenwagen umfunktioniert und hunderte Helfer versorgen das Wochende über die Gäste aus ganz Europa.

Mehrwert für die Region

In der Zwischenzeit hat sich auch über das Renn-Wochenende hinaus einiges getan in der Region. Am Zielleinlauf der Rennstrecke sind ein Imbiss und Wanderparkplatz mit Sanitären Anlagen entstanden. In Steinbach gibt es wieder eine Mischung aus Bäckerei und Café, kombiniert mit der Steinbacher Tradition des Messermachens: Im "Messerstübchen" kann man ein Stück Steinbacher Geschichte erleben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 15. Juni 2019 | 16:00 Uhr

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