Wartburgkreis Bau des neuen Steinbachstollens trifft auf großes Interesse

Im Bad Liebensteiner Ortsteil Steinbach im Wartburgkreis soll ein neuer Stollen entstehen, der die alte Grube dauerhaft entwässert. Zum Baustellentag haben sich viele Thüringer über die geplanten Arbeiten informiert. Diese sollen bis Mai 2024 andauern.

Mehrere Menschen stehen auf einer Baustelle im Wartburgkreis.
Hier soll der neue Steinbachstollen austreten. Der Hang darüber wird mit Spritzbeton und Ankern gesichert. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Im Bad Liebensteiner Ortsteil Steinbach (Wartburgkreis) haben sich am Samstag zahlreiche Menschen über die Arbeiten für einen geplanten neuen Stollen interessiert. Bei einem Baustellentag erklärten Vertreter der Treuhand-Nachfolge-Gesellschaft Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) den Hintergrund und den geplanten Ablauf. Der neue Steinbachstollen wird rund sechs Millionen Euro kosten.

Er soll sicherstellen, dass die ehemalige Grube dauerhaft kontrolliert entwässert wird. Mit rund 1.200 Metern wird er etwas länger sein als der bisher genutzte Stollen und auch einen größeren Querschnitt haben.

Stollen könnte verstopfen

Im Jahr 1991 war in Steinbach der Abbau von Spat eingestellt worden, das Bergwerk wurde geschlossen. Bei späteren Kontrollen stellte die LMBV fest, dass Holz aus der Grube aufgeschwemmt worden ist. Es bestehe die Gefahr, dass der Stollen verstopfe könne, sagte Ralph Haase, Leiter des Sanierungsbereiches Kali-Spat-Erz bei der LMBV.

Wenn das Wassers nicht frei aus der Grube abfließe, könne das es zu einem Problem werden, "weil sich das Wasser sich dann im Berg anstaut und unkontrolliert an irgendeiner Stelle austritt". Das sei nicht vorhersehbar, deshalb müsse es frei abgeleitet werden. Der Stollen ist Haase zufolge auch eine nachhaltige Lösung, weil keine "Ewigkeitskosten" entstehen beispielsweise durch Pumpen.

Mehrere Menschen schauen sich eine Baustelle an einem Stollen im Wartburgkreis an.
Blick von oben auf die Baustelle: Auf die Flächen im Hintergrund soll das Material vom Stollenbau aufgeschichtet werden. Damit wird gleichzeitig eine ehemalige Halde gesichert. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Stollenanschlagsfeier im Herbst

Das Material vom Stollenbau soll in Steinbach verbleiben und direkt neben dem Ausgang am Damm einer früheren Halde aufgeschüttet werden. Der Hang oberhalb des künftigen Stollenausgangs wird derzeit mit Spritzbeton gesichert. Für den Herbst kündigte Haase eine Stollenanschlagsfeier an.

Die Arbeiten werden insgesamt etwa zwei Jahre dauern und sollen voraussichtlich im Mai 2024 abgeschlossen sein. Für die Arbeiten ist die LMBV zuständig.

Das Mundloch eines alten Stollens im m Wartburgkreis.
Das Mundloch des alten Steinbachstollen, aus dem bisher das Wasser aus dem früheren Bergwerk läuft. Er droht zu verstopfen, deshalb wird ein neuer Stollen gebaut. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

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MDR (rub,jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 16. Juli 2022 | 15:30 Uhr

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