Transnet plant um Südlink-Betreiber geben Plan für großes Bauwerk in Ettenhausen auf

Der Protest in Bad Salzungen-Ettenhausen hat gefruchtet: Hier soll nun doch keine Kabelabschnittsstation für die Stromtrasse Südlink entstehen. Netzbetreiber TransnetBW prüft jetzt zwei andere Standorte im Wartburgkreis.

Besucherin schaut sich Korridor mit verschiedenen Varianten an
Hier konnte man den Korridor mit verschiedenen Varianten der Trasse anschauen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Im Bad Salzunger Ortsteil Ettenhausen soll nun doch kein großes technisches Bauwerk für die Stromtrasse Südlink entstehen. Aktuelle Pläne des Netzbetreibers TransnetBW sehen als Alternativen zwei andere mögliche Standorte für die sogenannte Kabelabschnittsstation im Wartburgkreis vor. Der eine liegt in einer Senke bei Oberellen, der andere im Gewerbegebiet "Am Eisberg" in Barchfeld nahe der B19.

Zunächst war die Station mit einem knappen Hektar Fläche auf freiem Gelände am Ortsrand von Ettenhausen geplant. Mit den Masten für Blitzableiter sollte sie bis zu 27 Meter hoch werden. Eine Kabelabschnittsstation ist eine Art überdimensionaler Ein/Aus-Schalter für die Gleichstromtrasse. Auf der gesamten Länge sollen mehrere solcher Anlagen entstehen.

Mit jeweils zwei benachbarten Stationen sollen einzelne Kabel der Leitung abschnittsweise spannungslos geschaltet werden können, um diese Stränge zu warten oder zu reparieren.

Karte mit dem Alternativstandort im Gewerbegebiet Barchfeld - hier könnte die KAS entstehen
Auf dieser Karte ist der Alternativstandort im Gewerbegebiet Barchfeld dargestellt. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Proteste gegen ursprüngliche Pläne

Gegen die Pläne hatten im März rund 100 Menschen in Ettenhausen protestiert, die Hälfte der Einwohner unterstützte eine Unterschriftenliste. Sie befürchteten, dass das Bauwerk Landschaft und Natur zerstört. Kommunalpolitiker aus Bad Salzungen und Gerstungen kritisierten, die Planer hätten eigene Vorgaben nicht eingehalten, wonach ein solches Bauwerk nahe an Industrie- oder Gewerbeanlagen errichtet werden sollte.

Detlef Schulz von der Stadtverwaltung Bad Salzungen sagte MDR THÜRINGEN, dass die Pläne jetzt geändert wurden, beweise, dass die Stadt mit ihrer Einschätzung nicht falsch gelegen habe.

Ettenhausen an der Suhl: Protest gegen geplante Südlink-Kabelabschnittsstation
Zahlreiche Menschen drückten am Freitag ihren Unmut über die geplante Südlink-Trasse und die dafür benötigten Bauwerke aus. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Interesse an Informationen und Gesprächen war gering

Der sogenannte Eigentümerdialog zur geplanten Südlink-Stromtrasse ist in Thüringen dagegen auf geringes Interesse gestoßen. Zu den elf Veranstaltungen in Südwestthüringen kamen nach Angaben des Veranstalters nicht einmal zehn Prozent der eingeladenen privaten Grundstücksbesitzer.

Netzbetreiber TransnetBW hatte im Wartburgkreis und im Landkreis Schmalkalden-Meiningen insgesamt rund 3.000 Personen angeschrieben, deren Grundstücke nach dem aktuellen Planungsstand von der Südlink-Trasse berührt werden könnten. Dazu wurden sowohl die aktuelle Vorzugstrasse wie auch die Varianten herangezogen.

Interesse vor allem an Fakten zum eigenen Grundstück

Bisher seien jeweils zwischen 20 und 30 Teilnehmer gekommen, sagte Bürgerreferent Tim Sommers von TransnetBW MDR THÜRINGEN. In Bad Salzungen waren es am Donnerstag 14 Besucher, für die letzte Veranstaltung am Freitag hatten sich sechs angemeldet. Das sei schon schade, bedauerte Sommers.

Die Teilnehmer hätten sich vor allem dafür interessiert, wie die Südlink-Trasse ihr Grundstück betreffe, was das für sie oder ihre Pächter bedeute, wie tief die Kabel liegen und ob es Entschädigung gibt. Auf Karten und Monitoren wird der aktuelle Planungsstand vorgestellt.

Modell der Arbeiten zum Verlegen der Erdkabel
Dieses Modell zeigt, wie dei Erdkabel verlegt werden. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Arbeiten können im Oktober starten

Im Wartburgkreis haben Mitte August bereits erste Baugrunduntersuchungen begonnen. Sie betreffen zunächst diejenigen Punkte, an denen voraussichtlich Wälder, Bahnstrecken oder Flüsse gequert werden müssen, wie Sommers sagte. Da jetzt auch die notwendigen Genehmigungen für den Landkreis Schmalkalden-Meiningen vorliegen, könnten dort im Oktober die Arbeiten starten.

Quelle: MDR Thüringen/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. September 2021 | 19:00 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus der Region Eisenach - Gotha - Bad Salzungen

Mehr aus Thüringen

Ein Mann spricht auf einen Hund ein. 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Weimar haben am Samstag Rettungshunde und ihre Hundeführer beim ASB Mittelthüringen ihre Prüfungen abgelegt. Die Tiere werden bei der Suche nach vermissten Personen eingesetzt.

23.10.2021 | 19:10 Uhr

MDR FERNSEHEN Sa 23.10.2021 19:10Uhr 00:31 min

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/mitte-thueringen/weimar/video-pruefung-asb-rettungshunde-weimar-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video