Wartburgkreis Ettenhausen: 100 Menschen bei Protest gegen Südlink-Bauwerk

Um die geplante Gleichstromtrasse Südlink gibt es seit Jahren Ärger. Im Wartburgkreis regt sich nun neuer Unmut: 100 Menschen protestierten am Freitag gegen eine Kabel-Abschnittstation, die bis zu einen Hektar groß werden soll.

Ettenhausen an der Suhl: Protest gegen geplante Südlink-Kabelabschnittsstation
Zahlreiche Menschen drückten am Freitag ihren Unmut über die geplante Südlink-Trasse und die dafür benötigten Bauwerke aus. Sie fürchten unter anderem die Zerstörung von Natur und Landschaft. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

In Ettenhausen an der Suhl im Wartburgkreis haben am Freitag rund 100 Menschen gegen ein geplantes Bauwerk an der Südlink-Trasse protestiert. Die Kabel-Abschnittstation soll eine Fläche von mehr als einem Hektar einnehmen, wie die Bürgermeister von Bad Salzungen und Gerstungen, Klaus Bohl (Freie Wähler) und Sylvia Hartung (SPD), informierten. Die Anlage soll westlich von Ettenhausen errichtet werden. Die Bürgermeister kritisierten, die Station zerstöre Landschaft und Natur. Außerdem würden Vorgaben nicht eingehalten, laut denen eine solche Station nahe an Industrie- oder Gewerbeanlagen errichtet werden müsse - und nicht mitten in der Landschaft. Entlang der Trasse sollten lieber Standorte gefunden werden, die besser dafür geeignet seien, forderten die Kommunalpolitiker.

Anlagen der Station werden bis zu 27 Meter hoch sein

In Ettenhausen haben sich bereits mehr als die Hälfte der 400 Einwohner auf einer Unterschriftenliste gegen das Vorhaben eingetragen. Entlang der Südlink-Trasse sind insgesamt sechs solcher Kabel-Abschnittsstationen geplant. Nach Angaben der beiden Bürgermeister werden einzelne Anlagen bis zu 27 Meter hoch sein. Um die Ausmaße der Station zu verdeutlichen, war eine entsprechende Fläche mit Flatterband abgesperrt worden. Die Feuerwehr fuhr dazu eine Drehleiter auf 27 Meter Höhe aus.

Ettenhausen an der Suhl: Protest gegen geplante Südlink-Kabelabschnittsstation
Die Menschen fürchten unter anderem die Zerstörung von Natur und Landschaft. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Frist für schriftliche Einwände gegen Südlink-Verlauf läuft aus

Ende Oktober 2020 war ein 1.000 Meter breiter Korridor für die Trasse bestimmt worden. Er verläuft auf einer Länge von 76 Kilometern von der hessisch-thüringischen Landesgrenze nördlich von Gerstungen bis zur thüringisch-bayerischen Grenze bei Henneberg. Derzeit geht es in einem Verfahren zur Planfeststellung um den genauen Verlauf. Wegen der Corona-Pandemie gibt es dazu keine Veranstaltungen, bei denen Betroffene ihre Einwände vortragen können. Die Frist für schriftliche Stellungnahmen zur Trasse läuft am 19. März ab.

In der Vergangenheit hatten sowohl das Land Thüringen wie auch die betroffenen Landkreise versucht, sich gegen das Projekt Südlink zu wehren. So hatten sich der Wartburgkreis, Eisenach und der Landkreis Schmalkalden-Meiningen zum Salzunger Bündnis zusammengetan. Sie befürchten, dass die Gleichstromtrasse wertvolle Naturräume zerstört und die Entwicklung der Region behindert.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. März 2021 | 18:00 Uhr

2 Kommentare

Christoph_Strebel vor 5 Wochen

Fordert statt dessen eine dezentrale Preisbildung beim Strom und die Abschaffung der Leipziger Strombörse.
Fordert nichtlineare Preise pro Haushalt und Arbeitsplatz.

Critica vor 5 Wochen

Gut so, dass sich die Menschen wehren.
Wie auf dem Bild zu sehen, standen manche Menschen auch sehr nah. Dies soll kein Vorwurf sein - im Gegenteil...
Allerdings stellt sich mir die Frage: warum werden Menschen auseinandergetrieben, die gegen die Maßnahmen der Regierung im Zusammenhang mit Corona demonstrieren?

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