Oberellen Mehr als 200 Menschen bei Demonstrationen gegen Südlink-Pläne im Wartburgkreis

Bei Oberellen im Wartburgkreis haben am Sonntagnachmittag mehr als 200 Menschen gegen die geplante Stromtrasse Südlink protestiert. Aufgerufen hatte die Bürgerinitiative "Thüringer gegen Südlink". Auch der Landrat des Wartburgkreises, Reinhard Krebs (CDU) und die Gerstunger Bürgermeisterin, Sylvia Hartung unterstützten die Forderungen der Demonstranten.

Bei Oberellen im Wartburgkreis haben am Sonntagnachmittag mehr als 200 Menschen gegen die geplante Stromtrasse Südlink protestiert. Sie liefen in zwei Demonstrationszügen zu einem Standort zwischen Ober- und Unterellen, wo eine sogenannte Kabelabschnittsstation geplant ist.

Aufgerufen hatte die Bürgerinitiative "Thüringer gegen Südlink". Deren Vorsitzender Heiko Ißleib sprach sich erneut gegen die Stromtrasse aus. Man brauche weder den Südlink, noch die Kabelabschnittsstation, sondern eine sinnvolle und dezentrale Energiewende.

Gerstunger Bürgermeisterin kritisiert Standort für Kabelabschnittsstation

Auch der Landrat des Wartburgkreises Reinhard Krebs (CDU) schloss sich dem Protest an. Energiewende und Klimaschutz dürften nicht auf Kosten der Natur gehen. Die Gerstunger Bürgermeisterin Sylvia Hartung sagte, ihre Gemeinde sei von den Plänen für die Stromtrasse besonders stark betroffen. Den Standort für die Kabelabschnittsstation lehne sie ab.

Zum einen liege das Gelände mitten in intakter Natur im Naturparks Thüringer Wald, zum anderen werde das Bündelungsverbot verletzt. Solche Anlagen müssten in der Nähe von Gewerbe oder Industrie geplant werden, so Hartung. Das sähen die Kriterien der Bundesfachplanung vor.

Mehrere Menschen halten Protestplakate auf einer Wiese.
Bei den Protesten liefen auch der Landrat des Wartburgkreises, Reinhard Krebs (CDU) und die Gerstunger Bürgermeisterin, Sylvia Hartung mit. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Proteste auch an Alternativstandorten

Zunächst war eine solche Station bei Ettenhausen/Suhl geplant. Nach Bürgerprotesten im März hat TransnetBW jetzt zwei andere Standorte vorgeschlagen: den zwischen Unter- und Oberellen und einen weiteren im Gewerbegebiet "Am Eisberg" bei Barchfeld. Heiko Ißleib von der Bürgerinitiative "Thüringer gegen Südlink" hat bereits angekündigt, auch in Barchfeld zu protestieren.

Kabelabschnittsstationen werden an der Stromtrasse benötigt, um Fehler schnell zu orten und zu beheben. Dadurch werden Ausfallzeiten klein gehalten. Die Stationen benötigen eine Fläche von rund einem Hektar. Die höchsten Gebäudeteile sind 27 Meter hohe Blitzschutzmasten.

Eine Frau mit einem Schild auf einer Demonstration.
Die Demonstranten kritisierten vor allem die vorgeschlagenen Standorte für die Kabelabschnittsstationen. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Quelle: MDR THÜRINGEN/jw

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 07. November 2021 | 19:00 Uhr

128 Kommentare

Nico Walter vor 11 Wochen

Ich weiß nicht an welcher Stelle Sie gelesen haben, dass ich mehr Trassen möchte. Meine ganze Argumentation bisher geht in die Richtung, dass mit dem bisherigen Ausbau regenerativer Energien die bestehenden Trassen eher entlastet als belastet wurden und folglich bis auf weiteres ausreichend sind. Natürlich wird man das Netz irgendwann den veränderten Bedingungen anpassen müssen. Aber ob das nun Monstertrassen quer durch das ganze Land sein müssen oder ob es nicht auch anders geht, das wollen wir doch erst mal abwarten.

Eulenspiegel vor 11 Wochen

Also die Frage ist doch worum geht es bei diesen Kabel eigentlich. Und um was geht es nicht.
Ich denke es geht eindeutig um ein neues Konzept der Stromversorgung für die ganze Republik. Langfristig gesehen sogar für den gesamten EU Raum. Denn nur so wird man langfristig für Energiesicherheit sorgen können. Wir haben zwar schon Heute ein Verbundnetz in Europa dieses Hochspannungsgleichstromkabel sorgt aber für eine erheblich höhere Effizienz und erheblich niedrigere Transportverluste.
Es geht somit nicht ausschließlich um Thüringen sondern auch um Thüringen innerhalb eines Deutschen Rahmens und innerhalb eines Europäischen Rahmens.

Harka2 vor 11 Wochen

@Nico Walter
Sie wollen dann also lieber mehr Stromtrassen mit geringerer Leistung als wenige große? Ihnen ist schon klar, dass der Schutzstreifen unter einer Hochspannungsleitung nicht davon abhängt, wie viele Drähte drüber gehen?

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