Auf Abruf Wartburgkreis: Wie geht es mit Rufbussen weiter?

Das Verkehrsunternehmen Wartburgmobil führt in diesem Herbst keine weiteren Rufbusse im Landkreis ein. Zuerst soll die bisherige Auslastung geprüft werden. Mit dem Modell sollen auch Dörfer ohne Auto besser erreichbar sein.

Rufbus der Verkehrsgesellschaft Südharz
Wie es mit dem Rufbus-Sytsem im Wartburgkreis weitergeht, ist noch unklar. (Archivbild) Bildrechte: Verkehrsgesellschaft Südharz mbH

Das Verkehrsunternehmen Wartburgmobil (VuW) führt in diesem Herbst keine weiteren Rufbusse im Landkreis ein. Es brauche noch ein Jahr, um die bisherigen Projekte auszuwerten, sagte VuW-Geschäftsführerin Sina Fleischmann MDR THÜRINGEN. Dann werde geprüft, welche Variante am besten für weitere Teile des Landkreises geeignet ist.

Bisher gibt es im Feldatal und in Geisa den sogenannten Dorfbus, der nach vorherigem Anmelden zur gewünschten Zeit fährt. Das werde im Feldatal bis zu 40 Mal im Monat abgerufen, in Geisa seltener, sagte Fleischmann.

System für den ländlichen Raum

Wenn das Modell auf größere Flächen ausgedehnt werde, betonte Geschäftsführerin Fleischmann, brauche es mehr Personal, um die Anrufe entgegen zu nehmen und eine leistungsfähigere Software. Nach ihren Angaben wäre die Alternative eine Rufbus-Variante mit einem fest vorgegebenen Fahrplan, der mit den Hauptlinien vertaktet ist. Diese Busse würden ebenfalls nur dann fahren, wenn Fahrgäste ihren Bedarf anmelden.

Fleischmann sagte, Ziel sei es, Mobilität auch für die kleineren Orte zu garantieren und den ländlichen Raum attraktiv zu halten. Allerdings müsse ein Angebot geschaffen werden, das möglichst für alle passe.

Auch andere Gemeinden wollen einsteigen

Auch Unterbreizbach, die Krayenberggemeinde, Vacha und der Bad Salzunger Ortsteil Moorgrund hatten sich für den Dorfbus interessiert. Für den Moorgrund soll es laut Fleischmann mit dem Fahrplanwechsel zum Schuljahresbeginn zunächst einen sogenannten "Marktbus" geben, der dienstags, donnerstags und freitags von den Dörfern nach festem Fahrplan nach Barchfeld-Immelborn oder Bad Salzungen fährt. Nach einer festgesetzten Zeit für Erledigungen wie Einkaufen fährt der Bus wieder zurück.

Kein einheitliches System in Thüringen

Mecklenburg-Vorpommern plant laut Koalitionsvertrag die Einführung eines einheitlichen Rufbus-Systems. In Thüringen gibt es bisher solche Pläne nicht. Die Zukunft der Rufbusse bleibt somit kommunal - und die gegenwärtige Bedeutung marginal: Der Anteil am Regionalbusverkehr lag im vergangenen Jahr bei 2,8 Prozent und im Stadtbusverkehr bei etwa 2,2 Prozent an den Gesamtkilometern.

Eine Art Rufbus-Angebot gab es - ebenfalls Stand vergangenes Jahr - in 14 Thüringer Landkreisen und sieben Städten. Allerdings fallen in diese Statistik des Verkehrsministeriums auch Anruf-Sammeltaxis.

MDR (dst)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 28. Juli 2022 | 08:30 Uhr

2 Kommentare

Jedimeister Joda vor 17 Wochen

Ovuvue... hat recht. Wenn die Mittel für die Landbevölkerung nicht reichen, bringen wir einfach die Städter auf gleiches Niveau. Das wäre unschlagbar günstig für alle. Da wäre auch auf dem Gebiet ein wenig Gleichheit, wie im GG verlangt, erreicht. Macht mal. Die Vorschläge sind da. Der politische Wille...

Ovuvuevuevue Enyetuenwuevue Ugbemugbem Osas vor 17 Wochen

Ein Marktbus, der dienstags, donnerstags und freitags von den Dörfern nach festem Fahrplan nach Barchfeld-Immelborn oder Bad Salzungen fährt, also ganze dreimal pro Woche, ist sicherlich eine Lösung für alle Verkehrsprobleme. Sollte man in Großstädten wie Berlin oder Frankfurt auch einführen, dreimal pro Woche eine S-Bahn von Neukölln zum Alex und jeweils abends zurück. Oder zum Frankfurter Flughafen. Muss man sich halt entsprechend darauf einstellen. Niemand in Deutschland sollte bevorzugt oder benachteiligt werden, auch nicht in Unterbreizbach, die Krayenberggemeinde, Vacha und Moorgrund.

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