Nach Wahlergebnissen Reaktionen nach der Kreistagswahl im Wartburgkreis

Die Kreistagswahl im Wartburgkreis ist für die CDU ein guter Start in das Wahlkampfjahr 2021. Ihre Ziele nicht ganz erreicht hat die AfD. Auch die Linke hoffte auf ein besseres Ergebnis. Die SPD legt am stärksten zu und sieht sich als Wahlgewinner.

Wahlhelferin bei der Stimmenauszählung
Die Wahlbeteiligung lag in Eisenach bei 42 Prozent und im gesamten Wartburgkreis bei 45 Prozent. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Die Thüringer CDU hat das Ergebnis der Kreistagswahl im Wartburgkreis als tollen Start in das Thüringer Wahlkampfjahr bezeichnet. Landeschef Christian Hirte sagte, das Ergebnis von knapp 35 Prozent zeige, dass die Thüringer Stabilität und Vernunft wollten. Er wies darauf hin, dass die Partei sowohl im Landkreis als auch in der Stadt Eisenach zulegte. Der CDU-Kreisvorsitzende Michael Brodführer sagte, der befürchtete Linksruck durch die Rückkehr von Eisenach in den Landkreis sei verhindert worden.

CDU-Landrat Reinhard Krebs sieht in dem Ergebnis die Kontinuität der Arbeit im Landkreis gewahrt. Jetzt gehe es darum, den ersten gemeinsamen Kreishaushalt für das kommende Jahr aufzustellen, sagte er MDR THÜRINGEN.

AfD ist zweitstärkste Kraft

Der bisherige AfD-Fraktionschef im Kreistag, Klaus Stöber, sieht die Wahlziele seiner Partei nicht ganz erreicht. Er sei trotzdem "recht zufrieden", sagte er MDR THÜRINGEN. Die AfD sei im Kreistag mit 15 Prozent zweistärkste Kraft geblieben und habe trotz leichter Verluste acht Sitze behalten. Die AfD werde auch auf Landkreisebene als Volkspartei wahrgenommen, ihre Arbeit anerkannt, so Stöber.

Die "Freien Wähler" haben in einem Wählerbündnis zusammen mit der "Liste für Alternative Demokratie" und den "Bürgern für Eisenach" knapp 15 Prozent der Stimmen geholt. Mit diesem Ergebnis zeigt sich der bisherige Fraktionschef Klaus Bohl sehr zufrieden.

Der Brückenschlag zu den kleineren Gruppierungen habe gut geklappt, die Wähler hätten das neue Bündnis honoriert, sagte er MDR THÜRINGEN. Die Fraktion werde auch künftig für "Leben im Kreistag sorgen", kündigte Bohl an.

Ein Tortendiagramm mit den Ergebnissen der Kreistagswahl im Wartburgkreis. 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mo 21.06.2021 19:00Uhr 01:55 min

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Linkspartei stoppt Trend der letzten Wahlen

Die Linkspartei hat bei der Wahl mit 13,6 Prozent exakt das gleiche Ergebnis erzielt wie vor zwei Jahren. Verluste im Landkreis wurden durch das deutlich höhere Abschneiden in Eisenach kompensiert. Dort holte die Linke knapp 22 Prozent der Stimmen. Der Kreisvorsitzende Sascha Bilay sagte MDR THÜRINGEN, der Trend der letzten Wahlen sei damit gestoppt.

Der Generationswechsel sei eingeleitet worden. Jetzt müsse die neue Fraktion das Profil wieder schärfen. Die linke Eisenacher Oberbürgermeisterin Katja Wolf, die für die Partei die meisten Stimmen holte, sagte MDR THÜRINGEN, sie hätte sich schon mehr für die Linke erhofft. Jetzt gehe es im Kreistag um wichtige Weichenstellungen - von der Wirtschaftsförderung bis zur Jugendarbeit.

FDP und Grüne erhalten weniger als fünf Prozent

Am stärksten zugelegt hat bei der Wahl die SPD, die ihren Stimmenanteil um zweieinhalb Prozentpunkte auf über 11 Prozent steigern konnte. Damit gehöre die Partei zu den Wahlgewinnern, sagt der Kreisvorsitzende Michael Klostermann MDR THÜRINGEN. Die Ausgangslage und die aktuellen Rahmenbedingungen seien nicht leicht gewesen für die SPD.

Man sei jetzt wieder "auf Schlagdistanz" mit AfD, Freien Wählern und Linken. Einziges Manko sei die erschreckend niedrige Wahlbeteiligung sowohl in Eisenach (42 Prozent) wie auch im gesamten Wartburgkries (45 Prozent).

Für Grüne und FDP stimmten jeweils weniger als fünf Prozent der Wählerinnen und Wähler. Auf die Partei "dieBasis", die sich erst vor einem Jahr aufgrund der Kritik an der Corona-Politik gegründet hatte, entfielen 1,6 Prozent. Damit kann auch sie mit einem Sitz in den Kreistag einziehen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINEGN JOURNAL | 21. Juni 2021 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Der Matthias vor 17 Wochen

@ Professor Hans

"Korrekt nennt man dieses Vorgehen " Scheinkandidatur"!

Selbst, wenn der Forist das gemeint haben sollte: Solange etwas durch das geltende Gesetz nicht ausdrücklich verboten ist, ist es legal! Ergo ist die Behauptung des Foristen schlicht unwahr! Außerdem ist Herr Krebs Landrat, steht damit sogar dem Gremium vor, für das er politisch kandiert hat! Wo also, liegt dann das Problem!

Professor Hans vor 17 Wochen

Korrekt nennt man dieses Vorgehen " Scheinkandidatur ",weil die Personen auf Platz 1 Landrat bzw Bürgermeister sind und das Mandat nicht annehmen weil sie sonst ihren gut bezahlten Job verlieren. 2RG verspricht schon seit Jahren gesetzlich dieses zu ändern. Leider wird diese Wählertäuchung von allen etablierten Parteien gepflegt. Der deutsche Michel erträgt es und keine Änderung ist in Sicht. Wieder ein Grund mehr das die Nichtwähler zunehmen.

Der Matthias vor 17 Wochen

Wieso angeblich "illegal"? Haben Sie auch Belege für Ihre Behauptung/Unterstellung? Und warum veröffentlicht die MDR-Redaktion überhaupt unbeanstandet einen solchen Kommentar, der schon an Rufmord und üble Nachrede grenzt, ohne von sich aus nach einem solchen Beleg für eine derartige, schwer wiegende Behauptung zu verlangen? * kopfschüttel *

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