Einkaufen vor Ort Zella/Rhön: Genug Teilhaber für 24-Stunden-Dorfladen

In Zella/Rhön nehmen die Pläne für einen 24-Stunden-Dorfladen Gestalt an: Die ersten 430 Teilhaber für eine Laden-Genossenschaft sind gefunden. Jetzt geht es an die Gründung einer GmbH und den Ankauf eines Grundstücks.

Entwurfsgrafik für einen 24-Stunden-Laden des Bremer Unternehmens Enso.
So könnte der Tante-Enso-Dorfladen aussehen. Bildrechte: MDR/ENSO eCommerce GmbH

In Zella in der Rhön im Wartburgkreis ist die erste Hürde für einen 24-Stunden-Dorfladen genommen. Bis zum Stichtag am Montag waren 430 Teilhaber gefunden, die sich mit jeweils 100 Euro an einer Laden-Genossenschaft beteiligen. Die Mindestzahl lag bei 300 Teilhabern. In den kommenden Tagen rechnen die Initiatoren damit, dass weitere Interessenten Anteile zeichnen. Das Projekt angeschoben hatten die Bürgermeister der Dermbacher Ortsteile Zella und Brunnhartshausen, Marcel Schumann und Markus Gerstung. Gerstung sagte MDR THÜRINGEN, es sei etwas schleppend angelaufen, aber in den vergangenen anderthalb Wochen hätten die Leute stark mitgezogen. Schumann ergänzte, die riesige Unterstützung zeige, dass man das Thema zu Recht angegangen sei.

Frauke Lehrke, Marktleiterin, sortiert Lebensmittel im Dorfladen Bolzum.
Der 24-Stunden-Dorfladen in Zella/Rhön soll ein Mini-Supermarkt mit knapp 3.000 Artikeln werden. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Seit Sommer ist Dorf ohne Laden

Erst im Sommer hatte der langjährige Dorfladen in Zella geschlossen. Als Ersatz ist nun ein "Tante-Enso-Laden" geplant, der täglich rund um die Tür geöffnet ist. Wochentags soll auch ein Verkäufer oder eine Verkäuferin im Laden anzutreffen sein. Geplant ist auf rund 200 Quadratmetern ein Mini-Supermarkt mit knapp 3.000 Artikeln. Kombiniert ist der Laden mit einem Online-Shop, über den sich die Kunden Waren in das Geschäft liefern lassen können. Marcel Schumann sagte, die Kunden sollten auch für Wocheneinkäufe den Laden besuchen und nicht nur das einkaufen, was beim Großeinkauf im Discounter vergessen wurde. Wer für mehr als 50 Euro einkauft, solle daher mit einer Gutschrift von fünf Euro belohnt werden.

Neubau für den Supermarkt geplant

Das Geschäftsmodell stammt vom Bremer Handelsunternehmen Enso und ist bislang noch nicht in Thüringen umgesetzt worden. Für den Dorfladen soll eine gemeinsame GmbH der Genossenschaft und von Enso gegründet werden. Nach Angaben von Marcel Schumann geht es als nächstes um den Verkauf eines gemeindeeigenen Grundstücks an die Betreibergesellschaft. Damit werde sich der Gemeinderat von Dermbach voraussichtlich Ende Oktober befassen. Außerdem soll sich eine möglichst repräsentative Gruppe der Teilhaber aus der Region über die Zeiten verständigen, wann mit Personal geöffnet wird, über die Produktauswahl und den Aufbau des Ladens. Da keine ausreichend große Immobilie gefunden wurde, ist ein Neubau für den kleinen Supermarkt geplant.

Quelle: MDR THÜRINGEN/caf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten Südthüringen | 05. Oktober 2021 | 17:30 Uhr

9 Kommentare

Harka2 vor 7 Wochen

@knarf2
Nicht vergessen, die Dorfläden und -kneipen starben, weil sie sich wirtschaftlich nicht gerechnet haben. Daran wird sich nichts ändern, egal wer der Träger ist. Selbst wenn man auf Profite verzichtet, die Bedienung will ihr Gehalt, der Vermieter seine Miete und Strom und Wasser kosten auch. Die rollenden Verkaufsstände sind bisher die einzige tragfähige Alternative und selbst bei denen wird über die hohen Preise gemeckert.

knarf2 vor 7 Wochen

Man kann nur hoffen daß dies Schule macht!Wir dürfen aber nicht vergessen daß wir mit schuldig sind am Sterben der Läden und Kneipen auf dem Land denn Geiz ist ja geil

Harka2 vor 7 Wochen

In Dänemark stehen aber auch unbewachte Stände am Straßenrand mit dem Schild "Kartoffler" und der Kasse des Vertrauens. In Deutschland hätte die Kasse eine Halbwertszeit von wenigen Stunden bis zu ihrem Diebstahl.

Mehr aus der Region Eisenach - Gotha - Bad Salzungen

Mehr aus Thüringen