Windkraft CDU Thüringen will beim Windkraft-Ausbau auf Leistung statt auf Fläche setzen
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09. Juni 2025, 05:00 Uhr
Die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag fordert, Windkraft künftig nach Leistung statt Fläche zu bemessen. Sie will weg von den Zielen und den Zahlen der Bundesregierung, die den Ländern vorschreiben, wie viel Prozent ihrer jeweiligen Flächen für den Windkraft-Ausbau genutzt werden sollen.
- In Südwestthüringen wächst der Unmut über neue Windvorranggebiete.
- Die CDU-Fraktion im Thüringer Landtag fordert, Windkraft künftig nach Leistung statt Fläche auszubauen.
- Während CDU, AfD und Linke in Thüringen unterschiedliche Wege beim Windkraft-Ausbau sehen, hält der Bund an Flächenzielen fest.
Windvorranggebiete sorgen für Unmut in Südwestthüringen
In Südwestthüringen rumort es. Die Menschen zwischen Eisenach und Oberhof sind in Aufruhr. Grund dafür ist eine Veröffentlichung der regionalen Planungsgemeinschaft Südwestthüringen. Ein Gremium, das Flächen ausweisen muss, die geeignet erscheinen für den Bau von Windkraftanlagen. Im aktualisierten Plan sind nun Windvorranggebiete einer Größe von 68 Quadratkilometern markiert. Die Fläche hat sich somit verelffacht. Aus dem Landratsamt Wartburgkreis heißt es dazu schriftlich: "Wir erfüllen damit Bundesvorgaben."
Für Thomas Gottweiß, energiepolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion ist die Antwort Bestätigung, dass es eine Korrektur braucht beim Windenergieflächenbedarfsgesetz von Ex-Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck: "Die Gemeinden, die regionalen Planungsgemeinschaften und auch das Land haben keine wirkliche Möglichkeit, die Windkraft zu steuern. Das führt dazu, dass wir in sehr vielen Gemeinden und Planungsgemeinschaften derzeit ein Ohnmachtsgefühl haben."
CDU Thüringen fordert Leistungs- statt Flächenziele
Genau an dieser Stelle will die CDU-Fraktion im Landtag ansetzen und fordert den bedarfsorientierten Ausbau der Windenergie. Die Christdemokraten wollen weg vom Flächenziel, auf denen Windräder stehen können – weg von den 1,8 Prozent der Landesfläche bis 2027 und 2,2 Prozent bis 2032.
Thomas Gottweiß plädiert für ein Leistungsziel: Watt statt Hektar, so schnell wie möglich. "Die Technik hat sich weiterentwickelt, die Windräder werden immer größer und effizienter. Sie können auf der gleichen Fläche viel mehr Strom produzieren. Das sollte mit beachtet werden und wir sollten den Fokus drauflegen, dass wir die Energie dort produzieren, wo sie tatsächlich gebraucht wird, in den Gewerbeindustriegebieten."
Im Moment erzeugen in Thüringen 867 Windräder auf 0,33 Prozent der Landesfläche 1.833 Megawatt Strom. Das entspricht knapp 55 Prozent des Energiebedarfs. Um ihn vollständig zu decken, braucht es nach Rechnung des Christdemokraten etwa 1.000 moderne Windkraftanlagen auf 0,8 Prozent Landesfläche und den weiteren Ausbau von Solar-, Wasserkraft- und Biogas-Anlagen.
AfD und Linke mit gegensätzlichen Positionen
Eine Prognose, die bei der Opposition im Thüringer Landtag mit Stirnrunzeln quittiert wird. Für die AfD-Fraktion ist die Windkraft zu unsicher als Haupt-Energieträger der Zukunft. Jens Dietrich, der energiepolitische Sprecher: "Das ist eine volatile Energiequelle, die mal funktioniert und mal nicht funktioniert. Und die Speicherung ist quasi nicht zu vernünftigen Kosten sinnvoll möglich."
Die Linke wiederum will die Flächenziele unangetastet lassen, dafür aber die Akzeptanz von Windkraft bei den Menschen erhöhen. Sie sollen direkt profitieren können von den Windrädern in Sichtweite. Jens Thomas, der energiepolitische Sprecher der Fraktion, bringt eine jährliche Vergütung der Anwohner durch den Anlagenbetreiber ins Spiel. Er sagt: "Vor dem Hintergrund, dass wir die Dekarbonisierung mit der Umstellung auf Elektromobilität und Wärmepumpe bewerkstelligen wollen, wird sich die benötigte Energiemenge deutlich erhöhen und das geht eben nur mit Windkraft."
Bundesregierung will an Flächenzielen festhalten
Wie geht es weiter? Für die Umwandlung von Flächen- in Leistungsziele bräuchte es eine Länderöffnungsklausel im Windenergieflächenbedarfsgesetz des Bundes. Die CDU-Fraktion hat mit einem Antrag im Landtag die Landesregierung aufgefordert, sich im Bundesrat für eine Novelle des Gesetzes stark zu machen. Gleichzeitig hofft man auf die Unterstützung aus anderen Bundesländern, aus Sachsen zum Beispiel.
Die Signale aus dem Bundeswirtschaftsministerium deuten allerdings nicht darauf hin, dass die Initiative schnellen Erfolg haben wird. Auf Anfrage heißt es schriftlich: "Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass die im Gesetz zur Festlegung von Flächenbedarfen für Windenergieanlagen ausgewiesenen Beitragswerte für 2027 unberührt bleiben. Die Flächenziele für 2032 werden evaluiert zusammen mit den Bundesländern im Rahmen des Kooperationsausschusses."
Hinzu kommt, die Thüringer Landesregierung will demnächst definieren, wie die Energieerzeugung der Zukunft aussehen soll im Freistaat. Ein Gesetz dazu ist in Vorbereitung. Wann es als Entwurf in den Landtag kommt – ist allerdings offen.
Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 09. Juni 2025 | 08:04 Uhr
Peter Pan vor 33 Minuten
@pwsksk
Also mein Balkonkraftwerk speist den erzeugten Strom vom Wechselrichter aus direkt in das Stromnetz, so wie alle anderen Anlagen auch, wo ist da jetzt Ihr problem.
Man kann natürlich in alles ein problem hineinreden, wenn man es nur möchte, also Ihre Beiträge lohnen da überhaupt nicht.
Beschäftigen Sie sich doch mal näher mit Subventionen, diese sollen etwas in gang bringen, einen markt etablieren.
Nachdem Deutschland überall neue Solarfabriken gebaut hat wurden die Subventionen für Solarmodule gestrichen,derzeit produziert fast niemand in Deutschland mehr Solarmodule, obwohl die in Solarworld produzierten Module viermal so leistungsstark was, als die aus China und unsere WKA werden mittlerweile auch im Ausland produziert, denken Sie mal darrüber nach.
Peter Pan vor 46 Minuten
@Erna
Ein AKW Kühlturm steht aber nicht einsam und verlassen mitten auf dem Feld sondern ist viel dicker und hat einige Brüder daneben plus das dazugehörige AKW, ich kenne niemanden In Thüringen, der so ein Ding auch nur auf 100 Km nähe heran haben möchte, geschweige denn vor der haustür.
Vom Strommarkt haben Sie Null Ahnung, das haben wir jetzt verstanden.
Ein 400 m WKA wäre der idealfall, hat eine enorme Leistung und in der Höhe weht der Wind stabil .
Sonnenuntergang ist heute in Erfurt 21:28 Uhr, danach geht die ANzeige an meinem Wechselstromrichter auch aus, gestern Abend wehte der Wind auch noch um 23 Uhr, das heute 17:30 Uhr Schluss ist, halte ich eher für ein Gerücht.
Und niemand lacht über das Energieverbundnetz und die Strombörse, es sei denn mal hat das geistige Niveau einer Amöbe.
pwsksk vor 55 Minuten
@Horst, @Wessi, @Der Beobachter...
Alle wieder da MDR. Und die bekommen sogar wieder ihre Daumen von den Unwissenden und mit Sicherheit von eurem ganzen Team.
Ich habe nur ein Drittel der Kommentare überflogen. Lohnt sich nicht. Lohnt sich wirklich nicht.
Von der 50 Hertz Frequenz, die für die Netzspannung wichtig ist, nicht ein Wort. Und diese ist durch Wind und PV nicht zu erreichen, gibt's nicht. Was in Spanien zum Zusammenbruch führte, kommt in euren Zeilen gar nicht (niemals) vor.
Aber real in die Welt schauen, wird von euch und den bekannten GrünRotSchwarzen einfach nur abgewatscht.
Volative Energieerzeugung, Gleichstrom, Wechselstrom...
Wechselrichter, Frequenz...
Beschäftigt euch mal damit, ehen ihr diese unausgewogene und unausgegorene Energiepolitik der letzten Jahre hochjubelt. Und zum Kommerz dieser Politik nur eins, Herr Altmeier als ehemaliger Wirtschaftsminister hatte über Nacht die Subventionen von Windkraft gestrichen. Warum? Denkt mal nach!!!