Studie Drei Thüringer Landkreise bei wirtschaftlicher Entwicklung besonders schwach

Wie entwickeln sich die Steuereinnahmen der Gemeinden, die Schulden von privaten Haushalten oder die Zahl der Beschäftigten? Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat die Regionen in Deutschland untersucht. Gleich drei Kreise in Thüringen landen ganz hinten.

Nur wenige Passanten sind auf dem Platz im Zentrum der Stadt Sonneberg unterwegs.
Leere Fußgängerzone in Sonneberg: Der Landkreis belegte bei der wirtschaftlichen Entwicklung im Regional-Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft Platz 397 von 400. Bildrechte: dpa

Teile Thüringens entwickeln sich wirtschaftlich deutlich schlechter als im bundesweiten Vergleich. Das geht aus dem sogenannten Regional-Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Laut der Studie gehören die Landkreise Sonneberg, Saale-Orla und Ilm-Kreis zu den zehn Regionen in Deutschland mit der schwächsten wirtschaftlichen Dynamik. Eine gute Entwicklung in den letzten zwei Jahren verzeichnet demnach lediglich die Städtekette Erfurt-Weimar-Jena.

IW-Studie untersucht Entwicklung und Wirtschaftskraft

In der neuesten Auswertung untersuchte das Institut, wie sich die Regionen in Deutschland seit Ausbruch der Corona-Pandemie entwickelt haben. Untersucht wird zum einen die Dynamik, also wie sich die Regionen entwickeln. Zum anderen wird der Status quo, also die gesamte gegenwärtige Wirtschaftskraft erfasst.

Ranking zur wirtschaftlichen Entwicklung (Dynamik)
Die zehn stärksten Regionen Die zehn schwächsten Regionen
1. Kiel 391. Ilm-Kreis
2. Landkreis Tirschenreuth 392. Ludwigshafen am Rhein
3. Speyer 393. Landkreis Eichstätt
4. Erlangen  394. Saale-Orla-Kreis
5. Leverkusen  395. Ingolstadt
6. Wiesbaden 396. Landkreis Germersheim
7. Wuppertal  397. Landkreis Sonneberg
8. Offenbach am Main 398. Burgenlandkreis
9. Landkreis Dithmarschen 399. Wolfsburg
10. Dortmund 400. Landkreis Dingolfing-Landau

Größte Wirtschaftskraft nach wie vor im Süden

Insgesamt gesehen ist die wirtschaftlichen Dynamik in weiten Teilen Ost- und Süddeutschlands etwas schwächer. Stark entwickeln sich dagegen der Westen und Norden Deutschlands, aber auch der Großraum Berlin-Brandenburg.

Allerdings verfügt vor allem der Süden nach wie vor über die größte Wirtschaftskraft beziehungsweise das höchste Niveau. An der Spitze liegen hier die Region München und der Main-Taunus-Kreis in Hessen. Bei der wirtschaftlichen Dynamik belegt die Stadt Kiel den Spitzenplatz.

Ranking zur Wirtschaftskraft (Niveau)
Die zehn stärksten Regionen Die zehn schwächsten Regionen
1. Landkreis München 391. Salzgitter
2. Main-Taunus-Kreis 392. Delmenhorst
3. München 393. Halle (Saale) 
4. Landkreis Tirschenreuth 394. Oberhausen
5. Erlangen 395. Neumünster
6. Landkreis Starnberg 396. Herne
7. Coburg 397. Wilhelmshaven
8. Hochtaunuskreis 398. Bremerhaven
9. Landkreis Miesbach 399. Duisburg
10. Landkreis Ebersberg 400. Gelsenkirchen

Für sein Regional-Ranking wertete das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln Daten zur Wirtschaftsstruktur, zum Arbeitsmarkt und zu Lebensqualitätsfaktoren wie der privaten Verschuldung aus. Untersucht wurden die 400 deutschen Kreise und kreisfreien Städte.

MDR (sar)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 06. Juni 2022 | 18:00 Uhr

1 Kommentar

Steffen69 vor 15 Wochen

Im Osten ganz allgemein, wird nicht viel passieren. Kaum bis keine Industrie. Nur verlängerte Werkbänke des Westens. Mindestlohn...Der Osten ist für immer abgehängt. Hier lässt es sich jedoch gut vom Staat leben. So gesehen, ist der Osten ein Paradies 🤣🤣🤣

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