Schäfer-Kommission "Unser Bericht wird umfangreich werden"

Die sogenannte Schäfer-Kommission steht vor dem Abschluss ihrer Arbeit. Später als ursprünglich angekündigt, aber in den nächsten 14 Tagen, wird der Bericht des Sonderermittlers Gerhard Schäfer veröffentlicht. Der frühere Bundesrichter hat gemeinsam mit anderen Juristen im Auftrag der Thüringer Landesregierung untersucht, ob die Behörden in Thüringen Ende der 1990er-Jahre bei den Ermittlungen gegen die drei Neonazis Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe Fehler gemacht haben. Wurden die drei möglicherweise gedeckt und ihr Verschwinden von Behördenseite unterstützt? Böhnhardt und Mundlos werden verdächtigt, zehn Menschen ermordet, einen Bombenanschlag verübt und mindestens vier Banken beraubt zu haben. Beate Zschäpe gilt als mutmaßliche Mitwisserin. Hätten die Thüringer Behörden das verhindern können?

Gerhard Schäfer sitzt an seinem Schreibtisch in Stuttgart, als im November 2011 der Anruf kommt. Innenstaatssekretär Bernhard Rieder fragt, ob Schäfer sich vorstellen könne, das Verhalten der Thüringer Behörden in den 1990er-Jahren kritisch zu überprüfen. So eine Anfrage lehnt man nicht ab, sagt der 74-Jährige heute. Vielmehr klopft Schäfer ab, wie ernst es der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung meint. Schäfer nennt seine Bedingungen: freie Wahl der Kommissionsmitglieder, freie Auswahl der Mitarbeiter und uneingeschränktes Auskunftsrecht für die Beamten, die er befragen will.

Das alles wird ihm wenige Stunden später, nach einer rasanten Fahrt nach Erfurt, von Innenminister Jörg Geibert persönlich zugesichert. Noch vor Jahreswechsel ist die "Schäfer-Kommission" personell komplett, die Räume vorbereitet und mit moderner Technik ausgestattet.

Gerhard Schäfer holt sich mit dem ehemaligen Bundesanwalt Volkhard Wache und Ministerialdirigent Gerhard Meiborg zwei Vertraute an seine Seite. Dazu vier "hochmotivierte" wissenschaftliche Mitarbeiter. Mit dabei sind eine leitende Richterin und eine Oberstaatsanwältin aus Erfurt.

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