Corona-Krise Türkei schließt Grenzen zu Griechenland und Bulgarien

Die Türkei schließt wegen der Corona-Krise offenbar ihre Grenzen zu Griechenland und Bulgarien. Ankara hatte sie erst kürzlich trotz des Flüchtlingspakts mit Brüssel wieder geöffnet.

Flüchtlinge gehen Richtung der türkischen Grenze zu Griechenland.
Erst vor wenigen Wochen hatte die Türkei ihre EU-Außengrenzen geöffnet. Bildrechte: dpa

Die Türkei schließt einem Medienbericht zufolge ab Mitternacht (Ortszeit) ihre Grenzen zu Griechenland und Bulgarien. Grund sei die Coronavirus-Pandemie, meldete die türkische Nachrichtenagentur DHA am Mittwoch.

Demnach bleiben alle Übergänge an der türkischen Landesgrenze zu Griechenland und Bulgarien von Donnerstag an für Reisende geschlossen. Eine entsprechende Anordnung des Innenministeriums betreffe auch den Schienenverkehr, schrieb die Agentur. Weder Ein- noch Ausreisen seien dann möglich.

Dramatische Szenen nach Grenzöffnung

Ankara hatte erst Ende Februar seine Grenzen zur EU trotz des Flüchtlingspakts mit Brüssel wieder geöffnet. Daraufhin war es zu einem starken Flüchtlingsandrang an der türkisch-griechischen Grenze gekommen.

Griechische Behörden hatten die Grenzen geschlossen gehalten und die Menschen teilweise unter Einsatz von Tränengas zurückgedrängt. Die Flüchtenden hatten mit Steinwürfen reagiert.

Auf Lesbos und weiteren Ägäis-Inseln leben zudem bereits mehr als 30.000 Schutzsuchende unter oft katastrophalen Bedingungen.

Türkei: EU hat Flüchtlingsabkommen nicht eingehalten

Die EU wirft der Türkei vor, die Migranten als Druckmittel zu missbrauchen. Die Türkei wiederum beschuldigt die EU, ihre Zusagen aus dem im März 2016 geschlossenen Flüchtlingsabkommen nicht einzuhalten.

Ankara verpflichtete sich damals, alle auf den griechischen Ägäis-Inseln ankommenden Flüchtlinge zurückzunehmen und stärker gegen Schlepperbanden vorzugehen. Die EU versprach der Türkei Milliardenhilfen, eine beschleunigte Visa-Erleichterung und die Modernisierung der Zollunion.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. März 2020 | 18:30 Uhr