Matthias Müller
Bildrechte: dpa

Dieselgate US-Behörde lehnt VW-Rückrufplan ab

Matthias Müller
Bildrechte: dpa

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat die Vorschläge von Volkswagen zur Reparatur der Fahrzeuge mit 2,0-Liter-Diesel-Motoren als unzureichend abgelehnt. Eine technische Prüfung der vorgeschlagenen Reparaturen sei nicht möglich, da die Pläne nicht genug Informationen enthielten, begründete die kalifornische Umweltbehörde CARB ihre Entscheidung am Dienstag. VW erklärte, CARB habe den ursprünglichen Rückrufplan zurückgewiesen, den der Konzern im Dezember eingereicht habe. Seitdem habe VW konstruktive Gespräche mit der Behörde geführt.

Zu einer ähnlichen Einschätzung wie die CARB ist auch die US-Umweltbehörde EPA gekommen. Die Bundesbehörde teile die Ansicht, dass VW keinen angemessenen Plan zur Reparatur und zum Rückruf der betroffenen Fahrzeuge vorgelegt habe. Am Mittwoch will sich VW-Chef Matthias Müller mit der EPA-Chefin Gina McCarthy treffen, um mit ihr die Pläne zur Reparatur der in den USA vom Abgasskandal betroffenen Fahrzeuge zu beraten.

Auf VW rollt Klagewelle zu

Insgesamt geht es um knapp 600.000 Dieselfahrzeuge aus dem VW-Konzern mit 2,0 oder 3,0 Liter Hubraum. Betroffen sind die Marken VW, Audi und Porsche. Bis zum 2. Februar muss Volkswagen der CARB auch einen Plan für die Reparatur der 3,0-Liter-Motoren vorlegen.

Neben dem bevorstehenden Rückruf muss sich VW auch vor US-Gerichten verantworten. Vor rund einer Woche war bekannt geworden, dass die Vereinigten Staaten den VW-Konzern verklagen. Es geht um Betrug und Verstöße gegen Umweltgesetze. Dem Autobauer drohen im schlimmsten Fall Strafzahlungen von 18 Milliarden Dollar. In der Klageschrift der USA heißt es, dass VW auch bei der Aufarbeitung des Skandals trickse und täusche. Dieser Vorwurf findet sich nun auch in der CARB-Ablehnung vom Dienstag. Zusätzlich zu der USA-Klage fordern parallel Hunderte VW-Kunden auf dem juristischen Weg Wiedergutmachung.

Müller patzt bei Automesse

Auf der US-Automesse in Detroit hatte sich VW-Chef Müller erneut für die Manipulationen entschuldigt. "Es sind nicht nur unsere Autos, die wir reparieren müssen - es ist auch unsere Glaubwürdigkeit", sagte Müller am Montag. VW hatte Mitte September eingeräumt, mit einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert zu haben. Das stürzte den Konzern in eine schwere Krise.

Am Rande der Messe sorgte Müller mit einem verunglückten Radio-Interview für Wirbel. Im Gespräch mit dem US-Sender NPR stellte Müller den Abgas-Skandal zunächst als "technisches Problem" dar. Der Konzern sprach später von einem Missverständnis. "Wir hatten am Sonntagabend eine sehr besondere Gesprächssituation: Es war sehr eng, die Fragen wurden laut auf Englisch und Deutsch hineingerufen und dann ist eine Frage missverstanden und falsch zugeordnet worden, daraus resultierte dann diese missverständliche Aussage."

Zuletzt aktualisiert: 05. April 2019, 14:35 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

10 Kommentare

13.01.2016 15:25 Eventis2013 10

Oh Alex, deutsche Ingenieurleistung in der Autoindustrie? Die Modelle gehen doch ständig kaputt oder verschleißen eben schneller als zum Beispiel die Modelle vom Weltmarktführer. Haben Sie schon einmal etwas von Hybridtechnik gehört? Oder sind Sie nur ein Ingolstädter Wolfsburgfan? Nichts ist unmöglich

13.01.2016 15:15 Michael 9

@Alex, ich denke Sie fahren eines der Autos, welche zu viel Schadstoffe ausstößt. Andere Hersteller, auch amerikanische Modelle, verbrauchen bei gleicher Leistung, weniger Kraftstoff. Wie können Sie dann von einer modernen Technologie sprechen? Ich hoffe die Amis sorgen dafür, das die Schummelautos zurückgenommen werden. Denn es ist ja ein Wertverlust entstanden. VW hatte kein Konzept, daher der Beschiss und auch jetzt gibt es keine Strategie

13.01.2016 14:00 Alex 8

@ 6. Oh mann...: Eine wirkliche Leuchte auf diesem Gebiet scheinen Sie mir nicht zu sein.Wie kommen Sie darauf,die USA wären ein wichtiger Markt für VW?Haben Sie sich die Verkaufszahlen einmal angeschaut?Neben ein paar Versuchen,mit "aufgepimpten" Familienkutschen in die Luxussparte einzusteigen,kann man da keine nenenswerten Verkäufe verzeichnen.Der Pick up- Markt ist dort nicht zu knacken und Diesel-Fahrzeuge (PKW) sind in USA nahezu gar nicht gefragt.Nebenbei: VW,Audi etc. sind in punkto Ingenieursleistungen und daraus resultierenden innovativen Entwicklungen unbestritten Weltspitze.Ich glaube nicht,dass der Wegfall des US-Marktes nennenswerte Verluste für VW bringen würde.

13.01.2016 13:37 Der blanke Hans 7

@5. Hans: "Wann bitte sehr wird sich unsere deutsche Politik auf die Seite der deutschen Industrie stellen und nicht nur Handlanger (TTIP) sein?" In genau dem Augenblick, in dem die "deutsche Industrie" sich auf die Seite des technischen Fortschritts im Sinne des Umweltschutzes stellt. Und mehr in Ingeieursleistung und weniger in Ausschüttungen investiert - wie jmd. anders schon ganz richtig beschrieben hat. Es geht wohl nicht in den Kopf des deutschen Kleinbürgers hinein, aber wir sind nicht mehr die "Grössten" - außer im Selbstbelügen und Verdrängen. Wenn die US-Umweltbehörde nicht durchgegriffen hätte, dürften wir uns noch heute von einem SPD-Ministerpräsidenten Eloge über die Grösse der VW-Erfolge anhören und die "sicheren Arbeitsplätze". Die Blender und Shareholder-N... in Poltik und Wirtschaft sind das größte Problem dieses Landes der Schlichten und Lenker.

13.01.2016 11:49 Oh Mann... 6

@1. Alex: (VW sollte sich komplett vom US-Markt zurück ziehen und seine Produktionsstätten dort schließen.) Lach, "gute Idee" von einem echten Kenner der Verhältnisse. Interessanterweise kommen sie nicht auf die Idee, VW mehr Investitionen in Ingenieursleistungen zu empfehlen - ein deutscher Kenner eben: Wir müssen nicht - wie können schon. Ach so: Die USA sind einer von VWs wichtigsten globalen Märkten und ein Rückzug hätte de facto den Untergang zur Folge. Und die Chinesen sind gerade auf dem Weg vom Kopieren zum Kapieren - das könnte ein mittelfristiges Problem werden, meinen sie nicht...

13.01.2016 09:14 Hans 5

Wann bitte sehr wird sich unsere deutsche Politik auf die Seite der deutschen Industrie stellen und nicht nur Handlanger (TTIP) sein? @ MDR andere Quellen berichten übereinstimmend von 90 Mrd USD. Was passiert denn , wenn ein deutscher Schlüsselkonzern soviel abschreiben muss? Es ist zum Übergeben. Patriotismus tut Not!

13.01.2016 08:36 walter 4

Volkswagen verkauft bei den US-Amerikanern relativ wenig neue Autos.
Ich wundere mich, das sich der Müller bei den US-Amerikanern derart erniedrigt. Vielleicht wäre es besser, statt auf die Knie zu gehen eher auf schlechte Geschäfte mit den Amerikanern zu vezichten.

13.01.2016 08:30 Norweger 3

Was ist eigentlich mit BMW, Mercedes usw.? Die haben doch auch betrogen!? Haben die bessere Verträge in Amerika? Zahlen die mehr? Warum hört man nichts davon? Die haben genau so beschi...!

13.01.2016 08:26 Norweger 2

Was will VW auch zurückrufen? Betrug ist Betrug. Wenn ich jemandem was stehle und dann, wenn ich auffliege, wieder zurückgebe, komme ich auch nicht straffrei davon. Und Autos zurücknehmen, ein Stück Plaste in den Auspuff stecken, welches eine Messsonde vorgaukelt und somit die Betrugssoftware legalisiert und dann das Fahrzeug in Europa wieder auf den Markt gebracht wird ... Was wird aus den NOX-Werten? CO2 ist Nonsens. Bei meinem Ami werden in Deutschland CO2-Werte als Anhalt genommen, in den USA der NOX-Wert. Warum der Stickstoffwert? Weil dieser Wert nicht verschleiert werden kann! Und dieser Wert ist durchaus gewichtiger bei Giftstoffen in Abgasen!

13.01.2016 07:53 Alex 1

Ja,was wollen die Amerikaner dann sonst?Eines ist klar:VW hat sich die Suppe selbst eingebrockt.Aber es ist schon eine Farce an sich,wenn man sich als einer der fortschrittlichsten Automobilbauer der Welt ausgerechnet von einer der größten Dreckschleudern der Welt (gleich nach China) über Schadstoffaustoss belehren lassen soll!VW sollte sich komplett vom US-Markt zurück ziehen und seine Produktionsstätten dort schließen.Sollen doch die "umweltbewußten" Ami's ihre mit rückschrittlichen Steinzeitmotoren ausgestatteten "Eisenschweine" fahren.