Luftbild der Leipziger Innenstadt
Leipzig hat in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum erlebt. Bildrechte: IMAGO

Bevölkerungsentwicklung Erstmals ziehen mehr Menschen von West nach Ost

Der Wanderungstrend von Ost nach West ist gestoppt. 2017 zogen erstmals seit der Wiedervereinigung mehr Menschen von West nach Ost als umgekehrt. In den 26 Jahren davor war es stets anders herum.

Luftbild der Leipziger Innenstadt
Leipzig hat in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum erlebt. Bildrechte: IMAGO

Zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung sind mehr Menschen aus Westdeutschland in den Osten gezogen als umgekehrt. Wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung am Mittwoch mitteilte, verzeichneten die fünf ostdeutschen Flächenländer 2017 einen Wanderungsgewinn von rund 4.000 Menschen. Bezieht man Berlin mit ein, ergibt sich sogar ein Überschuss von 13.000 Menschen.

26 Jahre lang andersherum

Damit ist die Tendenz der Ost-West-Wanderung gestoppt. In den 26 Jahren davor hatten die ostdeutschen Bundesländer mehr als 1,2 Millionen Einwohner durch Wegzüge an den Westen verloren.

Das Bundesinstitut spricht nun von "Go East". Ursächlich für die Trendwende sei vor allem der Rückgang der Abwanderung aus dem Osten. 2001 hatten noch 191.000 Menschen Ostdeutschland in Richtung Westen verlassen. Inzwischen hat sich die Zahl mehr als halbiert. 2017 waren es weniger als 90.000.

Junge ziehen weiter gen Westen

Allerdings gibt es Unterschiede. Bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren gibt es nach wie vor Wanderungsverluste. Bei allen anderen Altersgruppen ist das Saldo für Ostdeutschland positiv.

Auch regional gibt es erhebliche Unterschiede. Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen Wanderungsgewinne. In Thüringen und Sachsen-Anhalt dagegen wandern mehr Menschen in den Westen ab als von dort zuziehen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Januar 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2019, 20:16 Uhr

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19 Kommentare

31.01.2019 13:35 Frank 19

Es sind ja kaum noch Leute im Osten die in den Westen gehen könnten und die welche jetzt zurückkommen haben es eingesehen das der Westen doch nicht so goldig ist wie sie es geglaubt haben, interessant wäre es zu wissen ob die Rückkehrer Hartz 4 erhalten oder auf ""eigenen Füßen "" stehen.

31.01.2019 08:58 Alf 18

Da sind doch in der Mehrzahl oder überhaupt diejenigen, die einst in den 26 Jahren vorher gen Westen gingen, nun mit Arbeit fertig haben und zu den Angehörigen zurückkommen.
Nr. 6 - 9: Können Sie stecken lassen, ist sowas von daneben.

31.01.2019 08:24 Zeitgeist 17

Beispiel Hanau in Hessen ca. 87 % anders. Ich denke von der Mehrzahl der Neuzugänge von West nach Kolonie Ost handelt es sich um Ex- DDR Bürger, welche nun die Rente erreicht haben.
Und Berlin hat Sonderstatus, aber man merkt sofort, ob man im Ostteil oder in den Westsektoren sich befindet.

31.01.2019 05:26 optinator 16

@1 Gerd

Super !!!
Lieber spreche ich russisch als arabisch.

30.01.2019 20:58 W. Merseburger 15

Der Artikel zeigt deutlich, dass wir die Einheit Deutschlands eigentlich gar nicht so richtig leben wollen. Es geht streng nach Westdeutschland und Ostdeutschland. Nun sind ganze 4 000 Menschen mehr in das Beitrittsgebiet gezogen als in das richtige Deutschland abgewandet sind. Sollten wir Berlin auch zu Ostdeutschland rechnen, sind die Zahlen noch besser. Aber schon hier gibt es Probleme: Westberlin ist doch Westdeutschland, oder? Deswegen frage ich, was soll obiger Beitrag bringen? Ich denke, der alte Verdruss soll bewahrt werden.

30.01.2019 20:02 Auf der Sonnenseite des Lebens 14

Warum Wohl?

Die Wirtschaft boomt im Osten
Der Tourismus boomt im Osten

Und die von RRG wollen uns erzählen das es im Osten Bergab geht. ;-)

Ich bin froh hier zu leben.

30.01.2019 16:47 Graf von Henneberg 13

Fast Jede "höhere" Stelle in der öffentlichen Hand, (aber auch in der Industrie) wird mit West-Personal besetzt - man kennt sich halt. Und dann wollen diese Menschen eben dann auch vor Ort leben - und nebenher dann den dummen Ossi bekehren.

30.01.2019 16:40 Sachse 66 12

Ich kenne Fälle, da zogen Westrentner in den Osten, da unsere Pflegeheime noch bezahlbar sind.

30.01.2019 16:07 Fragender Rentner 11

Na super wenn in 2017 trotzdem immer noch ca. 90.000 den Rücken kehren gibt es einem schon noch zu denken.

Die 4.000 oder 13.000 sind das AN oder auch Rentner?

Berlin wirkt.

30.01.2019 15:27 Uwe 10

So lange es sich nicht welche vom Typ Beserwessi ,oder noch schlimmer, um Grüne handelt soll mir das egal sein.