Trümmer eines teilweise eingestürzten Hauses liegen auf der Straße in Fleri auf Sizilien
Trümmer eines teilweise eingestürzten Hauses liegen auf der Straße in Fleri auf Sizilien. Im Hintergrund der rauchende Ätna. Bildrechte: dpa

Vulkanausbruch mit Erdstößen Verletzte und Schäden durch Ätna-Beben auf Sizilien

Hunderte Erdstöße haben seit dem jüngsten Ausbruch des Ätna die Region um den Vulkan erschüttert. Beim schwersten Beben der Stärke 4,8 wurden in der Nacht zu Mittwoch etwa ein Dutzend Menschen durch Trümmer verletzt.

Trümmer eines teilweise eingestürzten Hauses liegen auf der Straße in Fleri auf Sizilien
Trümmer eines teilweise eingestürzten Hauses liegen auf der Straße in Fleri auf Sizilien. Im Hintergrund der rauchende Ätna. Bildrechte: dpa

Bei vom Vulkan Ätna ausgelösten Erdstößen sind auf Sizilien mehrere Menschen verletzt worden. Nach Behördenangaben wurden rund ein Dutzend Menschen durch herabfallende Gebäudeteile verletzt. Sie wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Nach Angaben des Zivilschutzes mussten zwei Menschen aus einem eingestürzten Gebäude gerettet werden. Italiens Innenminister Matteo Salvini teilte mit: "Zum Glück gibt es keine Toten, nur Leichtverletzte."

Hunderte Erdstöße

Die Bewohner rund um den Ätna, der zu den aktivsten Vulkanen der Welt gehört, waren in der Nacht zu Mittwoch von einem ungewöhnlich heftigen Erdstoß der Stärke 4,8 aus dem Schlaf gerissen worden. Darauf folgten mehrere kleinere Nachbeben.

Erdbeben erschüttert Sizilien Catania, Pisano.
Eingestürztes Dach in Pisano, Metropolregion Catania, am Fuße des Ätna. Bildrechte: imago/Independent Photo Agency

Seit dem jüngsten Ausbruch des Ätna am 23. Dezember wurde die Region um den Vulkan von hunderten Erdstößen erschüttert. Nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) hatten 60 von ihnen eine Stärke von mehr als 2,5.

Nach INGV-Angaben lag das Epizentrum des bislang schwersten Erdstoßes nördlich von Catania in der Nähe dreier kleiner Gemeinden. Wegen der relativ geringen Tiefe des Epizentrums in nur 1,2 Kilometern sei die Erschütterung weiträumig zu spüren gewesen.

Gebäude- und Straßenschäden

Die größten Schäden richteten die Beben in der Stadt Zafferana Etnea an. Putz bröckelte von Fassaden, Mauern von Häusern stürzten ein. Stark beschädigt wurde auch eine Kirche aus dem 17. Jahrhundert. Viele Menschen verbrachten die Nacht im Freien oder übernachteten im Auto.

Wegen möglicher Schäden an der Fahrbahn wurde die Autobahn zwischen Catania und Messina streckenweise gesperrt. Der Flughafen Catania rief Reisende deshalb auf, für die Anfahrt mehr Zeit einzuplanen. Der Ausbruch des Ätnas hatte in den vergangenen Tagen zeitweise auch den Flugbetrieb beeinträchtigt.

Größter aktiver Vulkan Europas

Der 3.300 Meter hohe Ätna ist der größte aktive Vulkan Europas. Zuletzt war er im Frühjahr 2017 ausgebrochen, der letzte größere Ausbruch ereignete sich vor zehn Jahren. Nach Angaben des Deutschen Geo-Forschungs-Zentrums GFZ in Potsdam kommen Erdbeben während eines Vulkanausbruches häufig vor. Sie seien auch ein Indikator, um Vulkanausbrüche vorhersagen zu können.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Dezember 2018 | 15:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Dezember 2018, 16:06 Uhr