Zwei Wölfe im Gehege.
Wölfe in einem Wildgehege. Bildrechte: dpa

Aktionsplan Initiative: Mehr als 1.000 Wölfe in Deutschland

Wie viele Wölfe dürfen in Deutschland leben? Tierhalter, Jäger und Waldbesitzer warnen vor einer weiteren Ausbreitung. Sie werfen den Behörden vor, die exakten Zahlen zur Population zu  verschleiern. Die Kritiker gehen von bundesweit inzwischen mehr als 1.000 Wölfen aus.

Zwei Wölfe im Gehege.
Wölfe in einem Wildgehege. Bildrechte: dpa

Ein Bündnis aus Bauern, Schäfern, Ziegenzüchtern, Jägern und Waldbesitzern hat vor der weiteren Ausbreitung von Wölfen in Deutschland gewarnt. In einem gemeinsamen Aktionsplan heißt es, der Schutz von Menschen müsse Priorität haben und Weidetierhaltung flächendeckend möglich bleiben.

Verschleierungsvorwurf - exakte Zahlen gefordert

Das Bündnis verlangt mehr Transparenz beim Wolfsbestand und spricht von einer Verschleierungstaktik. Bundesweit sollten demnach halbjährlich exakte Zahlen veröffentlicht werden. Auszugehen sei inzwischen von mehr als 1.000 Tieren in Deutschland.

Laut Bundesamt für Naturschutz lebten 2017 deutschlandweit etwa 60 Rudel mit jeweils bis zu zehn Tieren. Die Initiative der Wolfskritiker flankiert ein Gesetz in Bayern mit ähnlicher Zielsetzung. Nach dem sogenannten bayerischen Aktionsplan dürfen verhaltensauffällige Tiere abgeschossen werden.

Abschuss darf kein Tabu sein

Zu einem vernünftigen Umgang mit dem Wolf gehört aus Sicht der länderübergreifenden Initiative auch die Möglichkeit, Tiere abzuschießen. "Es wird erforderlich sein, Wölfe zu entnehmen, die die Nähe zum Menschen suchen, Schutzmaßnahmen überwinden oder sich auf den Riss von Weidetieren spezialisiert haben."

Das Bündnis verweist darauf, dass es nicht machbar und gesellschaftlich akzeptiert sei, Zäune um alle Weiden aufzustellen. Nötig seien auch neue Regeln zu Entschädigungen für Tierhalter.

Seit der Jahrtausendwende breiten sich wieder Wölfe in Deutschland aus, nachdem sie rund 150 Jahre als ausgerottet galten. Die Wölfe stehen hierzulande unter Schutz. Die größten Populationen gibt es in Ostdeutschland und Niedersachsen. Maßnahmen gegen eine ungehinderte Ausbreitung haben auch Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben.

Zuletzt aktualisiert: 03. Juni 2018, 13:17 Uhr

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12 Kommentare

04.06.2018 08:38 Annegret Sproesser 12

Die Natur in unserer Kulturlandschaft war in den letzten 150 Jahren gut ausbalaniert und ein gut funktionierendes Netzwerk. Da hätten Wölfe durchaus Ihren Platz finden können, wären sie von Anfang an reguliert und damit behutsam eingeführt worden.

Nun haben wir durch die explosionsartige Vermehrung der Wölfe eine Situation, die das vorher gut funktionierende System völlig überrennt und in absehbarer Zeit zerstören wird.
In Schweden gibt es eine aktuelle wissenschaftliche Arbeit, die besagt, dass ca. 13.000 Arten ausgerottet werden, sollte die Beweidung von Tierweiden eingestellt werden. Wollen wir das alles dem Wolf opfern?

04.06.2018 08:05 matze 11

Ich versteh den ganzen Hype um den Wolf nicht. Alle anderen Wildtiere(die Schaden verursachen) werden dezimiert und nicht ausgerottet. Warum ist das beim Wolf ein so großes Tabu?
Und warum darf man dem Wolf nicht kritisch gegenüber stehen? Bei Hunden, den degenerierten Abkömmlingen des Wolfes, wird jedes Mal ein Fass aufgemacht wenn es einen Vorfall gibt, aber beim evolutionär hochgerüsteten Raubtier(zum Reißen von Großsäugern bis einer Tonne Gewicht) Wolf muss alles hingenommen werden.

03.06.2018 21:21 heribert54 10

Hoffentlich reduziert der Wolf den Wildschweinbestand, das sind doch die Tiere, die mit der "Afrikanischen Schweinepest" infiziert sein könnten. Also ist der doch ganz nützlich, oder?

03.06.2018 19:45 Bernd Escher 9

Der Wolf ist mit persönlich viel lieber als so
manch anderem Getier, dem man durchaus
menschliches Verhalten absprechen kann.
mfg Bernd Escher

03.06.2018 17:22 Sabrina 8

"Das Fehlen des Wolfes hat Wald- und Tierbestand geschadet"

Das ist ja wohl mehr als zynisch gegenüber "Rotwild".

03.06.2018 16:15 alter Ossi 7

Der Mensch hat offenbar immer den Drang, Leben zu töten. Das Tier tötet, um überleben zu können, der Mensch aus Lust. Im ganzen Weltraum wurde kein weiteres Leben gefunden als das auf der Erde. Es ist bisher einzigartig - und wir wollen es vernichten. Lasst die Wölfe in Ruhe. Sperrt sie meinetwegen in Reservate, aber lasst sie am Leben.

03.06.2018 16:01 Mirko Pfüller 6

Sie schreiben"der Schutz des Menschen muß oberste Priorität haben" . Dies impliziert meiner Meinung nach ,das eine direkte Gefahr für den Menschen durch den Wolf vorhanden ist ! Welche Vorkommnisse der Vergangenheit veranlassen Sie zu solch einer Panik mache ????

03.06.2018 13:29 Harry 5

@Barthel Wenzel "absolut unwillkommen und in unseren Breiten nutzlos" ist ja wohl kein Kriterium für ein Geschöpf Gottes, der Evolution, Vielfalt oder woran immer Sie glauben. Im Gegenteil, man sollte auch mal darüber nachdenken, früher hier heimischen Beutegreifern wie dem Braunbären angemessenen Lebensraum zu schaffen.

03.06.2018 12:35 Ludwig Schumann 4

Da haben wohl einige zuviel Rotkäppchen gelesen oder getrunken, dass der Wolf immer wieder zum Abschießen verleidet. Ja, Wenzel Barthel, bitte mal richtig recherchieren: Das Fehlen des Wolfes hat Wald- und Tierbestand geschadet. Insofern ist es ein Segen, dass er wieder da ist. Das einzige, was zu bemängeln ist, ist, dass sich die Länder so schwer tun, gerissene Tiere schnellstmöglich und unbürokratisch zu 100 Prozent zu ersetzen. das ist nicht zu verstehen, wenn es den politischen Willen zur Ansiedlung gibt. Und es wäre ein Segen, wenn Trudchen Klöckner endlich als Landwirtschaftsministerin abgelöst wird. Sie hat das Ohr immer da, wo der Lobbyist einflüstert. S. die Reaktion auf den Baden-Württemberger Wolf

03.06.2018 12:20 Schnellschnitt 3

Bei größerer Vermehrung sollten diese Tier abgeschossen werden.