Journalisten stehen im Anne-Frank-Haus.
Das Amsterdamer Museum erzählt die Geschichte von Anne Frank Bildrechte: dpa

Nach zwei Jahren Umbau Anne-Frank-Haus in Amsterdam wiedereröffnet

Zwei Jahre lang hatten sich das jüdische Mädchen Anne Frank und ihre Familie in Amsterdam versteckt, ehe sie verraten und deportiert wurden. In dem Haus an der Prinsengracht schrieb Anne Frank ihr berühmtes Tagebuch. Das Versteck ist inzwischen ein Museum und zeigt sich nun mit einer komplett überarbeiteten Dauerausstellung.

Journalisten stehen im Anne-Frank-Haus.
Das Amsterdamer Museum erzählt die Geschichte von Anne Frank Bildrechte: dpa

In Amsterdam ist das Anne-Frank-Haus nach einem zweijährigen Umbau neu eröffnet worden. Im Beisein des niederländischen Königs Willem-Alexander präsentierte das Museum am Donnerstag eine  komplett umgestaltete Dauerausstellung.

Geschichte für junge Besucher neu erzählt

Der Direktor der Anne-Frank-Stiftung, Ronald Leopold, sagte, das Ausstellungskonzept habe erneuert werden müssen, um den vorwiegend jungen Besuchern gerecht zu werden: "Viele kennen die Geschichte des Krieges und der Judenverfolgung kaum noch."

Das Interesse am Krieg und an der Geschichte von Anne Frank nimmt eher zu als ab, aber das Wissen darüber ist definitiv weniger geworden.

Ronald Leopold, Direktor der Anne-Frank-Stiftung

Das Museum erzählt nun die Geschichte der Familie Frank chronologisch. Neue Audioguides sollen Besuchern mehr Informationen über den historischen Kontext vermitteln. Mehrere Ausstellungsstücke schildern zudem das langsame Anwachsen  des Antisemitismus von 1933 an.

Neues Zugangssystem für Besucheransturm

Außenansicht des Anne-Frank-Hauses.
Außenansicht des Anne-Frank-Hauses Bildrechte: dpa

Das Haus wird jährlich von mehr als 1,2 Millionen Menschen besucht. Die Hälfte der Besucher ist jünger als 30 Jahre alt.

Um dem Besucheransturm gerecht zu werden, wurde der Eingangsbereich erweitert. Die bisherigen stundenlangen Wartezeiten vor dem Haus sollen Vergangenheit sein. Künftig müssen Karten mit festen Zugangszeiten vorab im Internet gekauft werden.

Weltberühmtes Tagebuch im Versteck geschrieben

Der Durchgang zu einem geheimen Anbau ist im Anne-Frank-Haus zu sehen.
Geheimer Durchgang zum Anbau Haus an der Prinsengracht Bildrechte: dpa

Im Hinterhaus an der Prinsengracht hatte das jüdische Mädchen Anne Frank ihr weltberühmtes Tagebuch geschrieben. Von 1942 bis 1944 hatte sich die gesamte Familie dort vor den Deutschen versteckt. Im August 1944 wurden sie verraten und in Konzentrationslager deportiert.

Anne starb im Alter von 15 Jahren kurz vor der Befreiung 1945 in Bergen-Belsen. Nur ihr Vater Otto überlebte. Er veröffentlichte 1947 die Tagebücher und wandelte das Haus in ein Museum um.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 22. November 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. November 2018, 22:47 Uhr