Bildschirmfoto der Webseite ''www.t-online.de'' mit Werbung für die Deutsche Bahn.
Mit dem ICE von Berlin nach Dresden? Screenshot der Anzeige der Deutschen Bahn, gemacht von der FDP. Bildrechte: Telekom t-online.de

Kritik an Bahn Irreführende Bahn-Werbung im Netz

Ausgerechnet die Strecke Dresden-Berlin bewirbt die Bahn im Netz mit ICE-Bildern. Nicht nur, dass dort gar keine ICEs fahren - der Ausbau ging zudem jahrelang nur schleppend voran, die Fahrzeit beträgt über zwei Stunden.

Bildschirmfoto der Webseite ''www.t-online.de'' mit Werbung für die Deutsche Bahn.
Mit dem ICE von Berlin nach Dresden? Screenshot der Anzeige der Deutschen Bahn, gemacht von der FDP. Bildrechte: Telekom t-online.de

Die FDP im Bundestag kritisiert die Deutsche Bahn für eine Internet-Werbeanzeige. Darauf bewirbt die Bahn einen "Super Sparpreis" auf der Strecke von Berlin nach Dresden und verwendet dafür das Bild eines ICE-Zuges. Auf dieser Verbindung setzt die Bahn jedoch gar keine ICEs ein.

Keine ICEs zwischen Berlin und Dresden

Aus Sicht des FDP-Abgeordneten Torsten Herbst, der eine Anfrage an das Verkehrsministerium gestellt hatte, handelt es sich um irreführende Werbung. Den Verbrauchern werde fälschlicherweise suggeriert, sie könnten auf der Strecke anstatt in einem IC/EC-Zug in einem ICE fahren. Die Deutsche Bahn nahm zu dem Vorwurf bislang keine Stellung. Auf eine Anfrage von MDR AKTUELL reagierte der Konzern nicht.

Ein ICE der Bahn verlässt in Köln den Hauptbahnhof.
Sind zwischen Berlin und Dresden nie zu sehen: ICE-Züge. Bildrechte: Dehli News

Die Bundesregierung teilte auf die Anfrage der Liberalen mit, dass sie von den Internet-Anzeigen der Bahn nichts wisse. Es seien "keine Fälle bekannt, in denen die DB AG fälschlicherweise Strecken mit der Abbildung von ICE-Zügen bewirbt", hieß es in einer Mitteilung des Verkehrsministeriums.

Zwischen Berlin und Dresden sind aktuell nur Intercity und Eurocity-Züge im Einsatz, die für die Verbindung 2:08 Stunden brauchen. Die Strecke war bis 2017 zwar weitgehend modernisiert worden, bislang können die Züge aber nicht mit der vorgesehenen Höchstgeschwindigkeit fahren. Das sei erst ab 2020 möglich, heißt es von der Deutschen Bahn.

Fahrzeit bald nur noch 90 Minuten?

Anfang Februar war in Berlin mit dem Bau eines Großvorhabens begonnen worden, dass die Fahrzeit weiter verkürzen soll: Zwischen Berlin Südkreuz und dem Flughafen BER soll in den nächsten Jahren eine neue Strecke gebaut werden. Die "Dresdner Bahn" soll die Fahrzeit zwischen Berlin und Dresden um rund eine halbe Stunde verkürzen.

Unterdessen hat die Bahn angekündigt, den Takt auf der Strecke mit dem nächsten Fahrplanwechsel zu verdichten. Zusätzlich zu den EC-Zügen, die aller zwei Stunden die Strecke zwischen Dresden und Berlin bedienen, sollen dann ICs eingesetzt werden, die von Berlin sogar weiter bis an die Ostsee rollen sollen.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17. März 2019 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2019, 05:00 Uhr

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5 Kommentare

19.03.2019 04:00 berni 5

auch wer es glaunem mag, die bahn ist marode wegen jenem angestrbten börsengang vor 20 jahren. wenn du eine reparturwerk schließt und die mitarbeiter gehen müssen bekommst du die in 4 oder 6 oder 15 jahren nicht zurück. die haben sich was anderes gesucht. in den jahren nach 1998 ist aber der wasserkopf der bahn wie die verspätungen deutlich gestiegen. pofalla ist als infrastrukturvorstand ne niete, der hat ein telefonbuch, wie koch bei hochtief, flasche leer. aber kassieren weiter ab, wie früher als politiker. macht sie alle haftbar und schicht im schacht. sollte auch für den vw-konzern gelten.

18.03.2019 23:35 Dh 4

Die Bahn ist der gegenwärtige Ist-Zustand von Deutschland, nach 13 Jahren der Ära Merkel, im Kleinen. In welchem staatlichen Bereichen als da wären, Justiz, Polizei, Bundeswehr, Bildungswesen, Infrastruktur,Gesundheitswesen, öffentliche Verwaltung, herrschen andere Zustände? Trotz vieler fleissiger Beamter, Angestellter und Arbeiter in diesen Bereichen herrschen Dank der unfähigen Politikerkaste derartige Zustände. Es scheint auch keine kurzfristige Besserung in Sicht. Quo vadis Deutschland?

18.03.2019 15:04 Brennabor 3

Die Aufforderung der Bahn " Bitte freimachen " auf
Ihren Briefumschlägen ist auch eine Täuschung.
Und dieses ließe sich beliebig auf alle Bereiche des
Lebens erweitern. ( Mogelpackung )

18.03.2019 12:58 Max W. 2

@18.03.2019 10:28 Kulturbeflissener (Ansonsten: unüberlegtes, oberflächliches Werbe-Getue, das mit der Realität nichts zu tun hat.)

Gott, ein "Land in dem wir gut und gerne leben" hat mit der Realität noch weniger zu tun und die - ausgerechnet - FDP hat das wenig gestört. Die eigentliche Nachricht in der Nachricht ist auch nur der Versuch der Apotheker- und Immobilien-Lobbyisten, sich mit einem harmlosen Thema als Volkstribunen in's Gespräch zu bringen.

Wer auf so etwas hereinfällt, kauft auch Anti-Aging-Cremes.

18.03.2019 10:28 Kulturbeflissener 1

Das gehört doch irgendwie zur Werbung im Kapitalismus dazu, sich stets besser darzustellen als die Qualität von Produkten und Dienstleistungen tatsächlich ist. Und trotzdem fühle ich mich jedesmal wieder verar***t. Ehrlich wäre ein Foto der neuen Zuggeneration ECx des spanischen Herstellers Talgo gewesen, aber nur, wenn diese Zugart dann auch tatsächlich zwischen Dresden und Berlin eingesetzt wird. Ansonsten: unüberlegtes, oberflächliches Werbe-Getue, das mit der Realität nichts zu tun hat.