Polizisten auf einer Straße in Lüttich
Einsatzkräfte der Polizei nach tödlicher Schießerei in Lüttich: Bildrechte: dpa

Terrorverdacht Vier Tote bei Schießerei in Lüttich

Bei einer Schießerei im belgischen Lüttich sind vier Menschen getötet worden. Ein Mann erschoss zwei Polizistinnen und einen Zivilisten. Anschließend nahm er eine Geisel, bevor er von Sicherheitskräften erschossen wurde. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Polizisten auf einer Straße in Lüttich
Einsatzkräfte der Polizei nach tödlicher Schießerei in Lüttich: Bildrechte: dpa

Nach der tödlichen Schießerei am Dienstag im belgischen Lüttich verdichten sich die Hinweise auf ein terroristisches Motiv. Aus Ermittlerkreisen hieß es, der Name des Täters habe wegen seiner Kontakte zu Islamisten auf einer Überwachungsliste der Polizei gestanden. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Untersuchung.

Hinweis auf Terrormotiv

Bei der Schießerei wurden nach Angaben der Polizei vier Menschen getötet. Demnach griff der mit einem Messer bewaffnete Täter von hinten zwei Polizistinnen an, stach mehrfach auf sie ein, entwendete ihre Schusswaffen und erschoss sie. Nach einem Bericht der Zeitung "La Libre" soll der Angreifer "Allahu akbar" ("Gott ist groß") gerufen haben. Anschließend soll der Angreifer einen 22-jährigen Mann in einem Auto erschossen haben, bevor er in einer nahen Schule eine Putzfrau als Geisel nahm. Dort habe eine Spezialeinheit eingegriffen und den Verdächtigen getötet. Dieser habe zuvor noch das Feuer eröffnet, wodurch weitere Polizisten verletzt worden seien, erklärten die Ermittler.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um ein gezieltes Attentat auf Polizisten handelte. "Offenkundig war es das Ziel des Attentäters, die Polizei zu attackieren", sagte Lüttichs Polizeichef Christian Beaupere. Der Mann war ein wegen Raubüberfällen, Gewalttaten und Drogenhandels verurteilter Kleinkrimineller. Er saß seit 2003 in Haft und befand sich auf Freigang. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich im Gefängnis radikalisiert hat. Belgiens Justizminister Koen Geens verwies darauf, dass der Täter in der Vergangenheit etwa zwanzig Mal Freigang erhalten hatte, ohne dass es zu Zwischenfällen kam.

König und Ministerpräsident nehmen Anteil

Der belgische König Philippe und Ministerpräsident Charles Michel sind unmittelbar nach der Tat nach Lüttich gereist. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern dieser schrecklichen Tat", schrieb die königliche Familie auf Twitter. Premierminister Michel sprach von "feiger und blinder Gewalt". Zuletzt gab es im März 2016 in Brüssel mehrere Terroranschläge, bei denen 32 Opfer ums Leben kamen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Mai 2018 | 11:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2018, 21:30 Uhr

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25 Kommentare

30.05.2018 12:36 Querdenker 25

Der „Islamische Staat“ ruft schon länger dazu auf, Polizisten mit Messer anzugreifen. Dazu wurde unter anderem auch ein professionelles Video produziert als Anleitung.

siehe „morgenpost IS ruft mit Video zum Mord an deutschen Polizisten auf“ und siehe „berliner zeitung Islamischer Staat Terroristen rufen zu Mord an Polizisten auf“

30.05.2018 11:52 Querdenker 24

siehe „morgenpost Todesschütze von Lüttich schrie laut Behörden Allahu akbar"

Zitat: "Bei seinem Angriff am Dienstag habe der Attentäter mehrfach "Allahu Akbar" (Gott ist groß) geschrien. Dies teilte die zuständige Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Brüssel mit. Der Mann habe zudem Kontakt zu radikalisierten Personen gehabt."

siehe „faz Ermittlerkreise Angreifer stand auf Gefährderliste“

Zitat: „Der Name des Täters habe wegen seiner Kontakte zu Islamisten auf einer Überwachungsliste der Polizei gestanden, verlautete aus Ermittlerkreisen. Es werde vermutet, dass er sich im Gefängnis radikalisiert habe.“

Die beiden Polizistinnen wurden scheinbar gezielt von dem Täter ausgesucht und von hinten mit dem Messer niedergestochen, die Dienstwaffe entwendet und erschossen. Der getötete Autofahrer war nach jetzigem Stand ein zufälliges Opfer.

Alles deutet auf einen islamistischen Terroranschlag hin.

30.05.2018 10:24 Günter Kromme 23

Es ist ein weiteres mal beschämend wie sofort Kommentare auftauchen die den segensbringenden Islam verantwortlich machen und Hass sähen. Wie schon unsere hochgeachtete Kanzlerin in ihrer neulichen Rede in Solingen ein weiteres mal betonte darf Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft keine Heimat haben. Was im Umkehrschluss heißt, sie achtet sehr sorgfältig darauf das Menschen die Hass gegen Andersdenkende sähen und Gewalt verüben nicht nach Deutschland gelangen können. Es muß alles Erdenkliche getan werden damit Hass durch zügige Integration gar nicht erst aufkommen kann. Außerdem müssen Teile der deutschen Gesellschaft, die sich immer noch weigern ihr nationales Gedankengut abzulegen, in das christlich-islamische Wertesystem integriert werden. Denn die Zukunft der Welt ist Kunterbunt und von Liebe durchdrungen, Kriege werden der Vergangenheit angehören und jeder schenkt jedem was er für ein glückliches, reiches und sinnerfülltes Leben braucht.

30.05.2018 07:30 H.E. 22

@4 - Max W.
Nicht nur in Salzgitter passieren solche Fälle, ich glaube wir sind inzwischen abgestumpft. Am Karfreitag morgen wurde eine junge Syrerin mit Stichverletzungen fast bewußtlos in unserem Nachbarort Krs. Ludwigsburg Baden-Württ. gefunden. Sie konnte zum Glück gerettet werden. Der Täter war ihr Mann.

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29.05.2018 21:34 sh 21

@18 Peter merken Sie eigentlich, wie Sie sich ständig widersprechen? Wenn die Täter in den Ländern geboren worden, dann hat eben Integration nicht geklappt. Diese Beweise gibt es täglich, aber die sehen Sie dann natürlich nicht. Es ist schon lustig, hier bei bestimmten Leuten die Kommentare zu verfolgen.

29.05.2018 21:18 Klaus 20

@ { 29.05.2018 19:38 Bernd }
Dagegen hat ja auch niemand etwas, wenn die Leute unabhängig von der Nationalität überprüft werden, insbesondere der männliche Teil der Bevölkerung.
Ob die Täter Deutsche oder Ausländer sind, es sind fast immer Männer.

29.05.2018 21:16 Auf der Sonnenseite des Lebens 19

@Peter 18

"... hätten Sie feststellen müssen, dass die meisten Attentäter in diesen Ländern geboren wurden und Staatsbürger dieser Staaten sind."

wie kommen sie auf das schmale Brett, nur weil jemand in einem Land geboren ist, das er automatisch dessen Staatsangehörigkeit erhält?

29.05.2018 21:09 Peter 18

@16 Bernd: Woher wissen Sie, dass es sich bei dem Täter um einen Flüchtling handelt.
Wenn Sie die vergangenen Anschläge in Frankreich und Belgien aufmerksam und ohne Scheuklappen verfolgt hätten, hätten Sie feststellen müssen, dass die meisten Attentäter in diesen Ländern geboren wurden und Staatsbürger dieser Staaten sind.
Die Vereinfachung Attentäter = Flüchtling ist völlig unangebracht, ja sogar in den meisten Fällen völlig falsch.

29.05.2018 20:53 Sabine Sonntag 17

In flämischen Medien wird betont, dass sich der Täter in der Haft "radikalisiert haben könnte", da er Kontakt zu einschlägigen islamistischen Radikalen hatte. Außerdem wird stets erwähnt, dass der Täter "Allah hu Akbar" rief. -- HLN.be schreibt z.B.: "Schutter bij Staatsveiligheid al gekend voor radicalisering" (= Schütze war Staatsschutz bereits wg Radikalisierung bekannt).
"... stond sinds vorig jaar op de radar van Staatsveiligheid, omdat hij in de gevangenis geradicaliseerd was. Dat is bevestigd aan onze redactie." (= Er stand seit vorigem Jahr auf dem Radar des Staatsschutzes, da er in Gefängnis radikalisiert wurde. Das ist unserer Redaktion bestätigt worden). - Man darf also mutmaßen, dass er sich an die in den Gefängnissen herrschende Leitkultur assimiliert hat.

29.05.2018 19:38 Bernd 16

@5 ja diese sog. Betroffenheit der Politiker ist dann der Schlag ins Gesicht der Angehörigen. Sicher eine bestimmte Anzahl der Flüchtlinge kommt um Frieden zu finden. Aber es gibt eben auch die anderen. Daher haben die Staaten hier eine Verantwortung. Man muss hier überprüfen um Flüchtlinge von Verbrechern zu unterscheiden. Das hat nichts mit Rassismus zu tun sondern mit der inneren Sicherheit der EU Länder