Feuerwehrmann im Einsatz gegen Brand in Kalifornien.
Feuerwehrmann im Einsatz gegen Flammen in Kalifornien. Bildrechte: dpa

Mehr als 40 Tote Schlimmste Feuerkatastrophe in der Geschichte Kaliforniens

Die Zahl der Todesopfer bei den Waldbränden in Kalifornien ist auf mindestens 44 gestiegen. Damit ist es das tödlichste Feuer in der Geschichte des Bundesstaats. US-Präsident Trump versprach staatliche Hilfe.

Feuerwehrmann im Einsatz gegen Brand in Kalifornien.
Feuerwehrmann im Einsatz gegen Flammen in Kalifornien. Bildrechte: dpa

Bei Waldbränden in Kalifornien sind mindestens 44 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Behörden wurden im nordkalifornischen Bezirk Butte, wo rund um die Stadt Paradise Feuer wüten, die Leichen von 13 weiteren Opfern geborgen. Damit stieg allein die Zahl der Todesopfer durch das sogenannte Camp Fire rund um Paradise auf 42. Der Sherriff von Butte, Kory Honea, sprach vom tödlichsten Waldbrand in der Geschichte Kaliforniens. Nie zuvor seien bei einem Feuer an der Westküste mehr Menschen ums Leben gekommen.

Viele Villen in Malibu abgebrannt

Die Feuerwehr bekommt die Lage bislang nicht in den Griff. Die am Donnerstag ausgebrochenen Feuer im Norden konnten nur zu 25 Prozent eingedämmt werden. Allein in Paradise fielen mehr als 6.450 Wohnhäuser den Flammen zum Opfer, rund 15.000 Gebäude sind weiter vom Feuer bedroht.

Ein Löschflugzeug kämpft gegen die Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien.
Löschflugzeug im Einsatz gegen die Flammen. Bislang konnten die Großfeuer in Kalifornien kaum eingedämmt werden. Bildrechte: dpa/Kent Porter

Auch in anderen Regionen Kaliforniens wüten heftige Waldbrände. Neu aufkommende Winde fachten die Flammen an. Insbesondere ein Feuer nordwestlich von Los Angeles richtete viel Zerstörung an - unter anderem im Küstenort Malibu, in dem viele Prominente leben.

Dort wurden mehrere Hundert Häuser zerstört, darunter die Villen von US-Popstar Miley Cyrus, Hollywood-Star Gerard Butler, Rockstar Neil Young und des deutschen Moderators Thomas Gottschalk. In der Region Malibu gibt es bislang mindestens zwei Todesopfer. Dutzende Personen werden vermisst.

Hunderttausende auf der Flucht

Die Brände haben bereits Hunderte Quadratkilometer Wald verkohlt und Tausende Häuser zerstört. Hunderttausende Menschen mussten sich in Sicherheit bringen. Auch in Südkalifornien bleibt die Lage angespannt. Die Einsatzkräfte rechnen wegen anhaltender Trockenheit, Wärme und heftigen Winden nicht mit einer schnellen Entspannung.  

US-Präsident Donald Trump stellte den Betroffenen finanzielle Unterstützung vom Bund in Aussicht. Das Weiße Haus teilte mit, dass unter anderem Menschen, deren Häuser oder Geschäfte abgebrannt sind, Gelder vom Bund beantragen können - etwa um eine vorübergehende Unterkunft oder Reparaturen zu bezahlen. Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, hatte die Unterstützung des Bundes angefordert.

Trump relativiert Kritik

Trump hatte sich am Wochenende mit einem Kommentar zu den Bränden in Kalifornien viel Kritik eingehandelt. Er hatte Behörden im demokratisch dominierten Westküstenstaat Versäumnisse und Fehler beim Forstmanagement vorgeworfen und mit dem Entzug von Bundesmitteln gedroht – während Einsatzkräfte gegen die Flammen kämpften und Bewohner um ihr Leben bangten.

Kaliforniens Feuerwehrverband beklagte, die Aussagen des Präsidenten seien "fehlinformiert, schlecht getimt und demütigend". Auch Gouverneur Brown wies Trumps Vorwürfe vehement zurück. Am Montag ruderte Trump dann leicht zurück und lobte die Feuerwehrleute, Katastrophenschützer und Rettungskräfte in Kalifornien als "großartig und sehr mutig".

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. November 2018 | 05:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. November 2018, 07:42 Uhr

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2 Kommentare

14.11.2018 08:55 Thore 2

Tja, da sehen die armen Multimillionäre mal, das vor der Gewalt der Natur ihnen ihre Millionen auch nichts nützen....und wenn, dann sind sie zu geizig, denn von denen kann sich doch locker jeder eine eigene Feuerwehr mit Löschflugzeugen leisten !
Die jammern doch nur ihren verbrannten Gemälden und anderen Protzsymbolen nach ! (auch der lange Zeit gebührenfinanzierte Gottschalk)

13.11.2018 13:43 Martin 1

Was mich am meisten schockiert, ist ein Präsident, der sich nicht nur weigert zu helfen, sondern behauptet, der ausbleibende Regen auf der gesamten Nordhalbkugel (übrigens auch in Deutschland!) hätte nichts mit dem Klimawandel zu tun, sondern sei die Schuld Behörden in Kalifornien. Schon nach den Wirbelstürmen verweigerte er staatliche Hilfe und lässt sein Volk im Stich. Er schiebt das Geld lieber der Wall Street zu.
Und seine Anhänger feiern ihn auch noch...