Illustration einer Cyber-Attacke, Mann am Laptop.
Hacker haben erneut Unternehmen in Deutschland und anderen Ländern angegriffen, um Geld zu erpressen. Bildrechte: dpa

Neue Cyberattacke Zweistellige Zahl deutscher Unternehmen betroffen

Innerhalb von zwei Monaten hat es zwei massive Hacker-Angriffe auf Unternehmen weltweit gegeben. Auch diesmal waren wieder Firmen in Deutschland betroffen und zwar laut Bundesamt für Sicherheit (BSI) in der Informationstechnik eine niedrige zweistellige Zahl. Welche genau, sagt das BSI nicht. Unklar ist auch, wer hinter der neuen Attacke steckt.

Illustration einer Cyber-Attacke, Mann am Laptop.
Hacker haben erneut Unternehmen in Deutschland und anderen Ländern angegriffen, um Geld zu erpressen. Bildrechte: dpa

Von dem neuen weltweiten Hacker-Angriff ist in Deutschland eine niedrige zweistellige Zahl von Unternehmen betroffen. Das sagte der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Arne Schönbohm, MDR AKTUELL.

Schönbohm zufolge sind unter den gehackten Firmen auch namhafte Konzerne. Einzelheiten wollte er nicht nennen. Inzwischen bestätigte der Kosmetikkonzern Beiersdorf, zu dem unter anderem Nivea gehört, Opfer eines Cyberangriffs geworden zu sein. Eine Untenrehmenssprecherin sagte, die Attacke habe zum Ausfall der IT- und Telefonsysteme geführt. Neben der Hamburger Zentrale seien auch andere Standorte betroffen gewesen.

Schönbohm: Hackern geht es ums Geld

Nach Angaben des BSI-Präsidenten Schönbohm kommen die Hintermänner des Angriffs aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität. Es sei ihnen schlichtweg darum gegangen, Geld zu verdienen. Den Herkunftsort der Angriffe kenne man aber noch nicht.

Schönbohm riet den betroffenen Unternehmen, nicht wie verlangt, Lösegeld zu zahlen. Die von den Erpressern dafür genannte E-Mail-Adresse sei gesperrt worden.

Vor allen Ukraine und Russland betroffen

Schönbohm zufolge richteten sich 60 Prozent der Hacker-Angriffe gegen die Ukraine und 30 Prozent gegen Russland. Unter anderem wurde der russische Ölkonzern Rosneft attackiert. Angriffe werden aber auch auf die dänische Reederei Maersk und den US-Pharmakonzern Merck gemeldet.

Neuer Trojaner ähnelt "WannaCry"

Ersten Erkenntnissen zufolge handelte es sich bei dem verwendeten Hacker-Virus um eine Version der bereits seit vergangenem Jahr bekannten Erpressungs-Software "Petya", der Computer verschlüsselt und Lösegeld verlangt.

Der Trojaner verbreitete sich offenbar über dieselbe Sicherheitslücke wie der Trojaner "WannaCry", der Mitte Mai hunderttausende Computer mit dem Betriebssystem Windows in mehr als 150 Ländern lahmgelegt hatte.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: Radio | 28.06.2017 | 08:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2017, 11:16 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

4 Kommentare

28.06.2017 16:55 Olli Pe 4

In den Kommentaren sieht man ja die Unwissenheit der gemeinen Bevölkerung, obwohl es in den Medien eigentlich oft genug angesprochen wurde...

Die Lücke war schon vor dem ersten Wannacry-Angriff gepatcht (=beseitigt), nur die Firmen und Behörden haben ihr System nicht aktualisiert. Und wie man sieht haben es einige wohl nicht für nötig gehalten, selbst nach Wannacry ihr System zu Aktualisieren. Zeit genug war auf jeden Fall. Sehr peinlich und traurig. Spätestens jetzt ist jeder dem das passiert selbst Schuld, ja so einfach ist das. Schlimm, das solchen Firmen/Behörden unsere Daten anvertraut werden, die sollten dafür bestraft werden!

28.06.2017 11:51 Nichts ist sicher! 3

Wie soll man da noch glauben, dass Onlinebanking sicher ist?
Nichts - wirklich nichts - auf dieser Welt ist sicher, nur der Tod.

28.06.2017 10:23 Locke 2

,,Das waren bestimmt wieder die Russen,,

28.06.2017 10:18 tetyei jános 1

Wo kann man das Geld hingeben? Wo und wem?
Man könnte gleich Polizeimitglieder hinschicken.