Auf dem Bildschirm eines Laptops ist der Binärcode zu sehen.
Im Großraum Leipzig/Halle entsteht die neue, bundesweite Cyber-Agentur. Bildrechte: dpa

Leipzig/Halle Neue Cyber-Agentur als Hoffnungsträger

200 Millionen Euro wird in sie investiert. Mehr als 100 Arbeitsplätze sollen entstehen und das Ganze im Herzen von Mitteldeutschland: im Großraum Leipzig/Halle. Die Rede ist von der neuen Cyber-Agentur. Einer Bundeseinrichtung, die ab 2023 zur militärischen und zivilen Cybersicherheit forschen soll. Was qualifiziert Mitteldeutschland als bundesweiten Forschungsstandort für die Informationstechnologie?

von Niklas Ottersbach, MDR AKTUELL

Auf dem Bildschirm eines Laptops ist der Binärcode zu sehen.
Im Großraum Leipzig/Halle entsteht die neue, bundesweite Cyber-Agentur. Bildrechte: dpa

Steffen Kux arbeitet an der sicheren Vernetzung von internetgesteuerten Geräten. Sein Startup aus Mittweida besteht überwiegend aus Informatikern. Von den 30 Mitarbeitern kommt mehr als die Hälfte aus dem Ausland. Das Angebot in Sachsen sei einfach zu klein, sagt Steffen Kux.

Wir würden auch gerne noch Mitarbeiter aus der Region einstellen. Aber in der IT-Branche finden wir nur sehr wenig neue Mitarbeiter.

Steffen Kux, IT-Start-Up Gründer

Das Grundproblem: Informatiker sind so gefragt, dass sie sich aussuchen können, wo sie arbeiten. In Bayern verdient ein IT-Absolvent im Jahr zum Beispiel rund 10.000 Euro mehr als in Sachsen. Es brauche also Anreize für Informatiker hier zu bleiben, sagt Steffen Kux. Eine Cyber-Agentur als attraktiver Arbeitgeber könne da schon mal helfen.

Die Forschungseinrichtungen stehen bereit

Auch Jörg Hacker, Präsident der Leopoldina, setzt Hoffnungen auf die neue Cyber-Agentur. Er kann sich in Halle auch gemeinsame Projekte vorstellen. In der Leopoldina, der deutschen Akademie für Naturforscher in Halle gebe es eine ganze Reihe von Informatikern, die sich der Region verpflichtet fühlten.

Auch wenn wir als nationale Akademie international agieren, könnte ich mir vorstellen, dass wir da Input geben könnten.

Jörg Hacker, Präsident der Leopoldina in Halle

Jörg Hacker sieht genügend Forschungsinstitute in Halle und Leipzig, an die eine neue Cyber-Agentur andocken könnte. Ein Beispiel: In Leipzig plant die Hochschule für Technik Wirtschaft und Kultur einen Masterstudiengang Cyber-Sicherheit.

In Mittweida hat letztes Jahr schon ein Masterstudiengang zum Thema Datenverschlüsselung begonnen. Das wiederum könnte für den dortigen Start-Up-Entwickler Steffen Kux die Suche nach Informatikern etwas erleichtern.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Februar 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2019, 07:02 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

4 Kommentare

02.02.2019 20:11 REXt 4

Neue Cyber Behörde letzter Hoffnungsträger? Wow, hätte nicht gedacht das es schon so weit ist, das, das“ Schild u. Schwert der Partei“ eingesetzt wird um die „Ordnung“ wieder herzustellen. Das läßt ja hoffen, das System geht den Bach runter.

02.02.2019 18:34 Halligalli 3

Meinungen kann man auch mit so einer Behörde nicht ewig unterdrücken! BRD= mutiert zum Überwachungsstaat!.

02.02.2019 13:02 m.g. 2

Schon wieder eine neue Behörde. Können andere Behörden das denn nicht mit erledigen? Es geht wahrscheinlich wieder nur um Postengeschacher und Vetternwirtschaft!

02.02.2019 09:58 No Branding 1

Es sollte doch wohl jedem klar sein warum dieser Standort gewählt wurde.

In diesem Jahr sind hier Wahlen und da wurde der Osten wiederentdeckt.

Später kann man den Standort immer noch nach Berlin verlegen.

+++

Und wenn Herr Kux Interessenten aus der Region sucht, sollte er seine Angebote vielleicht (auch) in deutscher Sprache anbieten.